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Ueber
deutsche Geselligkeit in Antwort
auf das Urtheil der Frau von Stael.


Von

Karoline de la Motte Fouqué


Berlin,
bei L. W. Wittich.
1814.


Das allein sind Geisteswerke zu nennen, die mit dem Geist den Geist berühren, und ihn zwingen fortzuarbeiten ohne Rast und ohne Ruhe, bis er erkennt, was ihn bewegt. Es wird daher die lebendige Gewalt einer Schrift allein dadurch bewährt, daß sie zu neuen Untersuchungen und Urtheilen stachelt, und das Gefühl wie den Verstand anfassend, beide nicht eher wieder losläßt, bis sich Eines durch das Andere klar geworden, in einem Selbsterzeugten vollkommen versteht.

Meine Achtung für das Werk der Frau von Stael geht demnach ganz von selbst daraus hervor, daß ich es wage, auf's neue öffentlich darüber zu reden. Was ein strebendes Gemüth Jahre lang wahrhaft beschäftigte, was in ihm ward, in ihm sich nährte und gestaltete, das wird niemals mit einem paar lobenden oder tadelnden Worten abgefertigt. Ganz von selbst macht es sich Bahn unter den Menschen, ruft sie an, und wirkt und bildet in mannigfachen Geburten fort, die oftmals ihren Ursprung nicht sogleich erkennen lassen, obschon sie in einer nothwendigen Folgereihe bedingt sind. Frau von Stael hat vieles in Anregung, vieles zur Sprache gebracht, das seiner Natur nach Niemand kalt läßt, und der Richtung, wie dem Maaße jedesmaliger Bildung zufolge die Gemüther höchst widersprechend bewegt. An sich schon interessant, und ein Spiegel des unruhig arbeitenden Zeitgeistes möchte es seyn, den Wiederschein jener abschätzenden Urtheile unserer deutschen Individualität in deutschen Gemüthern zu beleuchten. Die Resultate hiervon würden bestimmt, mehr als alles, eine Charakteristik gegenwärtiger Nationalbildung liefern. Und so ist Jedes, was über dieses Buch gesagt wird, insofern es aus einer innern Wahrheit hervorgeht, zu rechter Zeit gesagt, und als eine lebendige Fortbewegung des ersten, vielleicht etwas gewagten Stoßes zu betrachten.

Schon einmal, in einem Stück der Musen, ließ ich den Gesammteindruck des allgemein gelesenen und schon deshalb höchst wichtigen Werkes über Deutschland in einzelnen Ergüssen ausströmen. Die Mißgriffe eines großen, höchst lebendigen Verstandes, im Gegensatz mit der reinsten und tiefsten Fühlbarkeit, die scharfen in ein fertiges System eingeschnittenen Urtheile bei so großartiger Ahnung, erschütterten um so gewaltsamer, je williger und freudiger ich mich von dem fremden Reichthum durchdringen und bewegen ließ. Ich konnte lange nicht begreifen, wie so absolutes Verkennen bei mannigfachem innern Verstehn möglich sey. Es schien mir dies Begleiten kühner Geistesentwicklung ganz unvereinbar mit dem schmählichen Herabwürdigen unseres eigentlichen selbstständigen Daseyns. Solch ein Zwiespalt im Erkennen und Fühlen mußte in seiner Rückwirkung zerreißend seyn und das Urtheil verwirren, indem gerade dasjenige verletzt ward, was als das Wesen nationeller Persönlichkeit angesehen werden muß.

Wie denn aber Jedwedes, das ein Gefühl, sey es Unwille oder Bewunderung, recht ausschließend in Anspruch nimmt, nicht eher wieder abläßt, bis es sich in eine Art von Gleichgewicht mit uns setzt, indem es uns durch Kampf und Streit auf seinen eigentlichen Standpunkt hinzwingt: so ängstete mich der gleichsam zur Schau gestellte Schattenriß meiner Nation so lange, bis mich eine genauere Bekanntschaft durch alle Linien und das ganze Trieb- und Räderwerk desselben zerrend plötzlich den Sühn- und Wendepunkt des ganzen Streites entdecken ließ, und ich den lästigen Traum von mir schiebend, rief: das sind wir nicht! das sind ja gar keine Deutsche!

Ich wollte frei athmen, aber die Zauberworte rissen mich auf's neue zurück, verwandte Züge sahen mich fast höhnend an, ich konnte mir die Aehnlichkeit nicht verbergen und schwieg beschämt und blöde vor der fremdem Erscheinung. Sie aber erhob ihre Stimme und redete mich laut in dem Geiste meiner Sprache an, ohne daß ich sie verstand. Da riß das Traumnetz vollends, der Klang des lebendigen Daseyns war ein andrer, die Physiognomie jener bleichenden Umrisse blieb unbeweglich, die Seele flüchtete zu der allgemeinen Weltseele, denn sie gehörte der Menschheit überhaupt, ohne ihr besondres Recht auf die deutsche Nation behaupten zu können.

Dies rein menschliche Einverständniß, das innig empfunden und warm vom Herzen zum Herzen redete, war es, was mich, was viele Andre noch heut zur Stunde über die individuelle Aehnlichkeit täuschte, diese aber ist und bleibt nur der spielende Widerschein geheimer innerer Verwandschaft, die den willkührlichen Formen eine Art von Daseyn lieh.

Das Wort also hatte hier das Wort gesagt. Die Sprache war die gewaltige, Scheiderin, die das Besondere von dem Allgemeinen trennte und jedem seine Stelle anwies. Ich war zu Haus, und fühlte, daß es Frau von Stael nicht war, nicht seyn konnte, als sie über Deutsche redete, denn ihr fehlte das erste Element deutschen Lebens, deutsche Lust. Ihr Athem, ihr Organ ward durch einen andern Hauch bewegt, die Töne stießen und brachen sich in dem fremden, ohne in einander zu fließen, es lagen Berge dazwischen.

Es ging Frau von Stael mit dem Urtheil über Deutsche, wie es unsern Ansichten und Vorstellungen vom Griechischen und Römischen Nationalsinn, vom Leben und Seyn des Alterthums überhaupt täglich zu ergehen pflegt: es sind Abstracta, die des eigenthümlich beweglichen Lebensschwunges entbehren. Wir studiren Kunst und Literaturgeschichte alter Völker, der Verstand bahnt sich behend und sicher einen Weg durch alle Windungen politischer und geselliger Institutionen, die ewige Vermittlerin, Phantasie, wogt mit beseelendem Flügelschlag über der ernsten Geisterwelt, Blitze des Lebens gehen auf, große Ahnungen werden laut: doch wollen sie sich Leib und Daseyn schaffen unter dem lebenden Geschlecht, so schauert dieses zurück und erkennt nicht mehr das Fleisch von seinem Fleisch und Bein von seinem Bein. Es sind und bleiben doch nur Schatten, die, je körperlich wahrer sie auftreten, das Leben immer beklemmender zurückstoßen. Das behende, flüchtige, verschwimmende Wesen des Menschensinnes stellt keine Zauberei wieder her, geselliger Konflikt entfaltet, Sprache offenbart es, das Leben giebt Leben, und Nationalität wird nur durch gemeinsamen Verkehr, durch Liebe und Leid, durch Muth und Kraft und Vollbringen, durch die Echo-Klänge der eigenen Seele in der Bruberseele ermessen und verstanden.

Frau von Stael selbst sagt sehr wahr: »Une langue étrangère est toujours, sous beaucoup de rapports, une langue morte. Il faut avoir respiré l'air d’un pays, pensé, joui, souffert dans sa langue, pour peindre en poésie ce qu’on eprouve.« [»Eine fremde Sprache ist in mancherlei Beziehungen immer eine todte Sprache. Um poetisch zu malen was man empfindet, muß man die Luft eines Landes geathmet, in seiner Sprache gedacht, genossen und gelitten haben.«] Wie denn wagte sie, das größte Gedicht was es giebt, die Gemüths- und Bildungsgeschichte, die Individualität und Charakteristik eines Volkes in fremder Seele nachzuerfinden?

Unter Tausenden ward vielleicht Schakspear allein so großer Offenbarungen gewürdigt, daß er Römernaturen erschaffen durfte. Die Poesie duldete dies Wagniß. Anders aber ist es mit der Kritik, und Niemand denke ich, wird heut zu Tage noch Charakteristiken und Kritiken der Griechen und Römer schreiben.

Man wird mir einwenden, Frau von Stael stehe gar nicht in einem so getrennten Verhältniß zu Deutschland, sie habe es von West nach Ost durchreist, darin gelebt, Natur und Menschen beobachtet, die zartesten Bande der Poesie und Freundschaft halten sie mit dessen lebendigen Daseyn verbunden, sie kenne die Sprache und lese gern und viel in derselben. Ich aber erwiedere hierauf: Frau von Stael blieb auch der äußern Erscheinung nach in ihrem Frankreich, und schob dieses nur, sich fortbewegend über Deutschlands Boden hin, Ihre Stellung zur Welt, die Gewalt ihres Geistes, die Herrschaft ihrer Sprache zog von selbst einen Kreis um sie her, dessen Mittelpunkt sie in Wien wie in Paris bleiben wird. Die Einheimischen treten in diesem als Fremde auf, sie sieht nur unbequemen Festtagsstaat, oder zur Natur gewordene Maske. Conventionelle Formen sind einander überall ziemlich gleich. Die französische Sprache hat grammatikalische Figuren, Werkzeuge und Hebel, durch deren Hülfe man sich leidlich an dem äußern Gerüst geselliger Unterredung anklammert. Originalität, wie Rationelle Eigenthümlichkeit, kommt hier nicht in Betracht; es ist nur von mehr oder minder Freiheit in dem allgemeinen Gefängniß die Rede. Wer von Jugend auf darin aufwuchs, bewegt sich am bequemsten. Meisterin der Sprache wie der lebendig geistigen Unterhaltung in dieser, den Strom der Rede nach Gefallen lenkend, im kühnen Fluge die Pfeile behenden Witzes versendend, wußte Frau von Stael, berechtigt, den Maaßstab anzulegen, den wir ihr selbst in die Hand gaben, fast überall auf unbeholfene Langsamkeit und blödes Schweigen, oder auf gelehrte floskelreiche Pedanterie, und, was noch schlimmer ist, auf frivole Nachäffung stoßen. Die Sicherheit der Meisterschaft ward durch das unbeholfene Streben geängstet, wenn andrerseits unschickliches Verwerfen an fremdem Eigenthum das Gefühl verletzte.

Das ist es, was Frau von Stael zu tadeln gezwungen ist. Hier kann und darf sie Richterin seyn. Doch bescheiden erinnere sie sich, daß nur diejenigen der Strenge ihres Urtheils verfallen, die sich, selbstvergessend, fremder Eigenthümlichkeit gleichstellen wollen. Wenn aber eingebohrne gute Sitten, gastlich deutsches Entgegenkommen, gefälliges Eingehen in ausländische Art und Weise, solche, die nicht immer französisch denken, bedächtig und langsam, ja langweilig erscheinen ließ, so darf von diesen, gleichsam aus dem Gang des freien Lebens herausgeschnittenen Momenten, nicht auf den Geist und die Natur deutscher Conversation überhaupt schließen wollen. Weder die oft vorgeworfene Steifheit, noch jene mühselige Grübelei schwerfälliger Forschgier, noch auch die halt- und bodenlosen Flüge im Gebiet der Spekulation machen das Wesen des Deutschen aus. Sein Thun ist heiter, und gesellig. Behagliches Mittheilen, gutmüthige Geschwätzigkeit, freudiges Erkennen dessen, was er in sich denkend und ersinnend erschuf im Geiste des Lebens und Menschenverkehrs, Hören und Gehörtwerden, das sind die treuherzigen Elemente unseres Nationalsinnes. Ich weiß nicht, warum man den deutschen Ernst immer so pomphaft heraushebt, da doch unsrer Nation ein Spaß eigentlich über alles geht. Als im vergangenen Jahre die Franzosen einen Ausfall bei der Roslauer Brücke wagten, und in der Nacht der Landsturm an der Havel und Elbe aufgeboten war, die Leute sich versammelten und den Befehl zum Aufbruch erwarteten, malten die alten Männer den Jünglingen in der Dunkelheit Bärte, die Weiber traten drauf mit Laternen hinzu und unter schallendem Gelächter wurden die geschwärzten schief und fromm verzeichneten Gesichter beleuchtet. Ich habe da nichts von den spekulirenden Ernst oder von jener kränklichen Einbildungskraft bemerkt, von welcher Frau von Stael sagt, qu'elle inspiroit la crainte du péril. [»daß sie die Furcht vor der Gefahr einhaucht. «]

Es ist ganz unleugbar, die Verfasserin ist auf dem fremden Gebiete den umgekehrten Weg gegangen, wodurch sie zu schiefen Rückblicken und erzwungenen Folgerungen verlockt wird. Statt die organische Entwickelung ganz natürlich von der ursprünglichen Wurzel aus zu begleiten und sich einheimisch und sicher unter dem Blüthendach der Poesie und Kunst zu fühlen, griff sie bei verspätetem Hinzutreten in der Ueberraschung fast gewaltsam nach den Blüthen selbst, und, diese in ihre Fasern und Knoten systematisch zerlegend, verwirrte sie sich in dem Netz- und Flechtgewebe des fremden Organismus. Ganz offenbar hat Frau von Stael die Spitze der Pyramide als Basis aufgestellt. In der Breite und Tiefe aber, in dem Volkssinn gähren die Elemente, aus welcher sich die Form, dem Strahle gleich, immer enger und enger zuspitzt. Frau von Stael kannte das Volk nicht, von dem sie schrieb, konnte es nicht kennen. Sie interessirte auch nur die literarische Verschiedenheit mit Frankreich. Der Stempel, das Patent, was die Zeit gleichsam deutscher Gelehrsamkeit aufgedrückt hatte, frappirte sie. Einen lebendigen Geist wird das Große nicht lange kalt lassen, Frau von Stael ist wahrhaft ergriffen von dem Umfang der Gewalt, Kühnheit und Magie deutscher Literatur, ob sie gleich wohl glaubt, Noth und Mangel haben diesen Reichthum erzeugt, wie Hunger und Durst und beschnittene Flügel den Raben sprechen lehren, denn ganz ausdrücklich sagt die Verfasserin in dem Werk über Deutschland:

»il n'est point de pays qui ait plus besoin que l'Allemagne, de s'occuper de literature, car la societé y offrant peu de charme et les individus n'ayant pas pour la pluspart cette grace et cette vivacité que donne la nature dans les pays chauds« etc. etc. —

[»Kein Land hat mehr Beruf, sich mit der Literatur zu beschäftigen, als Deutschland; denn da der Umgang wenig Reiz hat und die Individuen größten Theils jener Anmuth und Lebendigkeit ermangeln, welche die Natur in den warmen Ländern giebt« — u. s. w.]

oder auch:

»la nature de leurs gouvernements ne leurs ayant offert des occasions grandes et belles de mériter la gloire et de servir . la patrie, il s'attachent en tout genre à la contemplation, et cherchent dans le ciel l'espace que leur étroite destinée leur refuse sur la terre.«

[»Da die Beschaffenheit ihrer Regierungen ihnen nicht große und schöne Gelegenheiten darbietet, Ruhm zu verdienen und dem Vaterlande nützlich zu werden: so geben sie sich in allen Dingen der Betrachtung hin und suchen in dem Himmel den Raum, den ihr beengtes Geschick ihnen auf Erden versagt.«] und weiterhin:

»On ne doit donc pas s'etonner des jugements, qu'on a portés, des plaisanteries, qu'on a faites sur l'ennui de l'AIlemagne; il n'y-a que les villes literaires qui puissent vraiment intéresser dans un pays où la societé n'est rien, et la nature très peu de chose.«

[»Man muß sich weder über die Urtheile noch über die Spöttereien wundern, deren Gegenstand die Langeweile in Deutschland gewesen ist; in einem Lande, wo der Umgang nichts und die Natur sehr wenig bedeutet, können nur die Literaturstädte wahrhaft interessiren.«]

Ganz irre aber und überrascht wird man, wenn man unaufhörlich von la vie solitaire [dem einsamen Leben] der Deutschen und der darin bedingten abstrusen Meditation ließt, wenn es heißt: celui, qui ne s'occupe pas de l'univers en Allemagne, n'a vraiment rien a faire. [»Wer sich in Deutschland nicht mit dem Universum beschäftigt, hat im Grunde nichts zu thun. «] Wie vor den mißrathenen Spiegeln, welche die Figuren breit, zwergartig und vergelbt wiedergeben, fährt man vor diesem Deutschland zurück. Darf man denn das gastlichste aller Länder, das zu jeder Zeit flüchtende Fremdlinge willig und herzlich aufnahm, der Ungeselligkeit, kann man seine kraftvolle kernige Thätigkeit, den Quell jeder tauglichen Erfindung, das Schwung- und Triebrad weiterer Fortbildung, müßiger Träumerei beschuldigen. Wer, ich bitte meine Mitbürger, wer erkennt den sinnvollen zierlich erhabenen Künstlersinn, die bildende deutsche Kraft in jenen abschattenden Worten:

Les Allemands, à quelques exceptions près, sont peu capables de reussir dans tout ce qui exige de l'addresse et de l'habilité. Tout les inquiète, tout les embarasse, et ils ont autant besoin de méthode dans les actions, que d'independance dans les idèes. Ils voudroient, que tout leur fut tracé d'avance en fait de conduite. En aucun genre il sont capables meme d'une addresse innocente; leur esprit est pénétrant en ligne droite, les choses belles d'une. manière absolue sont de leur domaine, mais les beautés relatives, celles qui tiennent à la connoissance des rapports et à la rapidité des moyeus ne sont pas de leur ressort.

[Mit sehr wenigen Ausnahmen sind die Deutschen beinahe unfähig, in allem, was Gewandtheit und Geschick erfordert, Fortschritte zu machen. Alles beunruhigt sie; alles setzt sie in Verlegenheit; sie bedürfen in ihren Handlungen eben so sehr der Methode, als in ihren Ideen der Unabhängigkeit. In Dingen des Betragens möchten sie, daß ihnen Alles vorgezeichnet würde. In keiner Beziehung sind sie einer selbst unschuldigen Gewandtheit fähig; ihr Geist ist durchdringend, wiewohl nur in gerader Linie; das absolute Schöne gehört für ihren Wirkungskreis; nicht so das relative Schöne, das mit der Kenntniß der Beziehungen und mit dem raschen Ergreifen der richtigen Mittel in Verbindung steht.]

Man hat Mühe zu begreifen, wie sich der gradlinigte in mathemathischen Dimensionen verknöcherte Verstand gleichwohl andrerseits in Dunst und Wolkenspielen auflösen, wie seine, nach einer Bussole gerichteten Füllhörner mechanisch auf die absolute mit Händen zu greifende Schönheit fallen, und dennoch in den geheimnisvollen Gängen verborgenen Lebens nach leisen verschwimmenden Beziehungen und dem Ursprung der Dinge forschen könne. Es scheint, die Verfasserin habe dieselbe Schwierigkeit empfunden, und wunderbar genug, sich selbst unbewußt lößt sie den Knoten, indem sie sagt:

On eut dit que penser et agir ne devrient avoir aucun rapport ensemble, et que la verité ressemblait chez les Allemands à la statue de Mercure, nommé Hermes, qui n'a ni mains pour saisir ni pieds pour avancer.

[Man möchte sagen: Denken und Handeln stehe für die Deutschen in keinem Verhältniß zu einander, und die Wahrheit gleiche bei ihnen den Hermessäulen, die weder Hände zum Erfassen, noch Füße zum Vorschreiten hatten.]

Nun dann, beim ewigen Himmel! der ernste, unverstandene Gott hat seine gewaltigen Glieder geregt, und ich denke, Kind und Kindeskind werden nicht aufhören, von seinen Thaten zu sprechen. Wie die Natur, deren tiefsinniger Hieroglyphe wir hier verglichen werden, in sich zurückgezogen, still und sicher ihren gesetzlichen Gang fortgeht, so verharrte Deutschland, Schmach und Tadel nicht achtend, die rächende Hand verborgen, den ungeduldigen Fuß in Treue und Gehorsam gebunden, bis die Ordnung des Lebens den Tag der Vergeltung herausrief. Die stumme Kraft hat geredet, und voreiliges Urtheil muß beschämt bereuen.

Dies im Gesetz bedingte Streben des Deutschen ist es denn auch, was Frau von Stael niemals gehörig würdigte, und das ihr gleichwohl, niemal erkannt, den Schlüssel zu allen Widersprüchen von selbst gegeben hätte. In Philosophie wie Politik hat sie den heiligen nie gestillten Drang, im Geist die Wahrheit zu schauen, im Gewissen die Wahrheit zu seyn, übersehen. Gesetzliches Erkennen im gesetzlichen Thun finden ihren Brennpunkt in der Untheilbarkeit gesunder Natur, die keiner Kraft über die andre die Herrschaft leiht und den Irrthum als Lüge verwirft.

Hätte uns Frau von Stael ein einzigesmal ganz verstanden, sie hätte niemals eine ehrenwerthe Nation so in der Wurzel ihres Daseyns verletzen können, indem sie sagt:

On est plus irrité contre les Allemands quand on les voit manquer d'énergie, que contre les Italiens. Les Italiens conservent toute leur vie par leur grace et leur imagination des droits prolongés à l'enfance, mais les physiognomies et les manières rudes des germains semblent annoncer une âme ferme et on est desagréablement surpris quand on ne la trouve point. Les Allemands sont flatteurs avec énergie, et vigoureusement soumis. Ils accentuent durement les paroles pour cacher la souplesse des sentiments, et se servent de raisonnements philosophiques pour expliquer ce qu'il y-a de moins philosophique du monde: Le respect pour la force et l'attendrissement de la peur qui change le respect en admiration.

C’est à de tels contrastes qu'il saut attri buer la disgrace allemande que l'on se plait a contrefaire dans les comedies de tous les pays. Il est permis d'être lourd et roide lonqu'on reste sévère et ferme, mais si l'on revêt son naturel du faux sourire de la servilité, c'est alors que l'on s'expose au ridicule merité. Oh s'impatrente d'autant plus contre eux, qu'ils perdent les honneurs de la vie sans arriver aux prosit de l'habilité.

[Man wird ungehaltener gegen die Deutschen, wenn es ihnen an Thatkraft fehlt, als gegen die Italiener. Diese behaupten ihr ganzes Leben hindurch, vermöge ihrer Anmuth und ihrer Einbildungskraft, die verlängerten Vorrechte der Kindheit; aber die rohen Gesichtsbildungen und Manieren der Germanen scheinen eine feste Seele anzukündigen, und man wird unangenehm überrascht, wenn man diese nicht antrift. Die Deutschen sind energische Schmeichler und rüstige Unterthanen. Hart accentuiren sie ihre Worte, um die Schmiegsamkeit ihrer Denkungsart zu verbergen; philosophischer Raisonnements bedienen sie sich, um das zu erklären, was in der Welt am wenigsten philosophisch ist: Die Achtung für die Gewalt und die zärtliche Furcht, welche diese Achtung in Bewunderung verwandelt.

Contrasten dieser Art muß die deutsche Unanmuth zugeschrieben werden, die man in den Lustspielen aller Länder so behaglich nachmacht. Es ist vergönnt, plump und rauh zu seyn, wenn man ernst und fest bleibt; allein wenn man das Naturel mit dem Judaslächeln der Knechtlichkeit bekleidet: so setzt man sich einer verdienten Verlachung aus. Man wird um so unwilliger gegen sie, weil sie die Ehren des Lebens einbüßen, ohne zu den Vortheilen der Gewandtheit zu gelangem.]

Wahrlich, die ewige Gerechtigkeit konnte zur Widerlegung aller dieser Schmähungen nicht lebendiger wirken, als daß sie sie eben jetzt erst laut werden ließ.

Wo ist das deutsche Land, die deutsche Stadt, die ihre Besieger triumphirend eingeholt, die doppelte Epiloge für die oder jene siegreiche Parthei bereit gehalten hätte? Wenn die stille Treue, das Wort heilig achtend, mit wunder Brust sich selbst zum Opfer brachte, so stiegen Seufzer und nicht Jubellieder zum Himmel. Stumm wich der Deutsche dem Fremdling aus, den er niemals seine Sinnesart begreiflich machen konnte, und kalt und ernst verharrte er in sich selbst, bis Gott ihn durch des Gesetzes Stimme rief. Dann, denke ich, ist er gekommen, und die Welt hat ihn erkannt.

Fragen wir uns aber, wie ein inniges, edles Gemüth, das Wahrheit sucht und will, zu Mißgriffen jener Art kommen könne, so müssen wir uns gestehen, wir selbst veranlassen sie durch die Mangelhaftigkeit und verschobene Natur unsrer geselligen Bildung. Wäre diese mit uns erwachsen und gereift, ein Spiegel erweiterter Individualität, sie würde sich in ihrer Selbstständigkeit vor jedem dreisten Angriffe zu behaupten wissen. So aber schwebt sie offenbar zwischen zwei Sphären und stört durch loses Schwanken die objective Wahrnehmung, die, bei halbem Erkennen, den Verstand an einseitigen Urtheilen abmühet.

Es ist natürlich, daß die mannigfachen Elemente eines reichen Daseyns in gemischter Lebensregung zu ihrer Wurzel zurückfließen, und da in einer Art von Streit und Widerspruch gegen einander aufstehn, bis sie das stille Bett gemeinsamen Ursprungs versöhnt und beruhigt empfängt. Deutschland als der Heerd und Brennpunkt Europäischer Bildung kann daher keine Chinesische Abgeschlossenheit behaupten wollen. Wir werden immer in Mitten eines gewaltsamen Conflicts von dem Verschiedenartigsten berührt und bewegt werden. Gleichwohl sollen sich diese Reibungen nicht in Nebenschöpfungen zersplittern, sondern die Gluth erweitern und ein helleres Licht nach allen Richtungen verbreiten. Nicht dies und jenes wollen wir in den stillen Schooß unseres Vaterlandes zurückziehen, sondern der wiederkehrende Lebensstrom, vom Gesetz alter natürlicher Gränze umschlossen, soll seine eigenthümliche Gestalt annehmen. Das Fremde soll sich in deutscher Würde und Festigkeit darstellen. Dazu gehört vor allem ehrendes Anerkennen unserer selbst, das ganz natürlich aus sittlicher wie bürgerlicher Freiheit hervorgeht. Politische Unabhängigkeit bedingt die gesellige. Wir haben die Eine mit geliebtem Blute erkauft, wir wollen der Andern nicht muthwillig ihr Grab graben.

Des Gesetzes Gränze, sagte ich zuvor, bewahre die eigenthümliche Gestaltung unseres deutschen Wesens. Es ist gewiß, wir sollen nur was wir können, und wir können uns nicht anders als in edler Stille und würdiger Freiheit behaupten. Maaß und Tackt sind uns eigen, selbst die kühnen Flüge der Phantasie, die raschen Schläge des Witzes sind nur Modulationen des eingebornen Grundtones. Wir verlangen Gesetz und Form. Deshalb gehört uns die ausgesprochene Bestimmtheit unserer Sprache, sie paßt sich recht eigentlich für das sittig gehaltene Gespräch. Wenn sie hier oft unbeholfen erscheint, so liegt der Grund in ihrer mangelhaften geselligen Durchbildung, wie in dem progressiven Umschwunge des Nationalgeistes überhaupt. Die verschiedenen Perioden unserer Literatur machen sehr scharfe Abschnitte in dem Charakter der Conversation. Form, Construction, wie Betonung der Worte, alles ist heut anders wie gestern. Diese Differenzen berühren sich im Gemisch des Lebensverkehrs oft sehr disharmonisch, und hemmen den freien Strom der Rede durch manierirte Floskeln. Die Sprache des Lebens ist von der Büchersprache verschieden, und doch nicht von ihr geschieden. Eine greift in die andre, ohne sie zu durchdringen. Daher die Sonntagsreden, die ängstigende Unsicherheit der Worte, der fremde und unbequeme Klang breit und hohl gesprochener Dyphtonge, das ganze gemachte Wesen, wenn die vertraute Mittheilung einmal öffentlich werden will.

Wir spühren dann einen Zwang der Unterhaltung der eben nur aus der Form und Gesetzlosigkeit der Gesellschaftssprache hervorgeht. Erweitern sich nun Herz und Gemüth nach dem Maaße, wie beide im Laufe des Gesprächs berührt werden, macht sich die Natur zwischen dem ängstlichen Kämpf einmal Bahn, so fährt wohl plötzlich so ein Werkeltagswort heraus, das mit einemmal allen Putz der Bildung wegwischt. Kurz es ist keine frei herausgebildete Einheit in der Lebenssprache. Wir schwanken zwischen Feierlichkeit und Trivialität, zwischen Verkünstelung und unerzogener Natur.

Da es indessen für den Deutschen kein andres Centrum äußerer Ausbildung giebt, als die Befreiung und Selbstständigkeit des Innern, da der Genius der Sprache mit kühnem und frischem Flügelschlag aus der Verpuppung und dem Gewebe des Gedanken hervorgeht, und Wissenschaft und Kunst die Formen des Ausdrucks weisen: so sollten Dichter und Schriftsteller im geselligen Lustspiel und Roman die Sprache nach dem Maaße eigenthümlicher Fähigkeit gesellig bilden, und Einheit wie gediegene Vollendung aus ihr entwickeln. Denn hier ganz besonders wird es wahr, daß die Strafe der Sünden von Kind auf Kindeskind forterben und zu neuen Sünden reizen werde. Die unnatürliche Verkennung unsrer selbst hat uns zu fremden Gefangenen gemacht. Wir haben den Gebrauch eigner Glieder verlernt, und bewegen uns leichter mit erborgten Stützen. Selbst veranlaßte Unbeholfenheit jagt uns immer aufs neue wieder zur französischen Sprache.

Wir stellen uns freiwillig in die zweite Reihe indem wir mit einer Art von Deferenz Solche betrachten, die sich ihrer Natur gemäß in dem Elemente, was uns angezwungen wird, behaglich und leicht fühlen. Der Vorsprung, den die Franzosen, eben durch die allgemeine Anerkennung ihrer Sprache, haben, erfüllt uns entweder mit toller Nacheiferung ihnen gleich zu stehen, oder verschließt uns zu bescheiden in uns selbst. Wir haben aber ein Wort mitzureden, und dürfen es mit Stolz und Sicherheit laut werden lassen. Wir sollen nicht länger zwischen eigenthümlicher und fremder Bildung schwanken, es steht uns wohl an Deutsch zu seyn. Ist die französische Sprache dem gesellig verkehrenden Europa unentbehrlich geworden, so gelte sie wie eine Scheide- und Ausgleichungsmünze, so lange sie in Cours bleiben kann, Jedweder lerne sie als solche kennen, sie bleibe ihm Mittel, nichts weiter. Was hülfe es auch, sie zum Zweck machen zu wollen? Ihre klassischen Sprichwörter und Phrasen liegen doch nur wie veralteter bestäubter Modeprunk auf der lebendigen Nationalbildung, der deutsche Geist ist aus dem alten Kleide herausgewachsen, beide passen nicht zu einander.

Ich darf das um so eher sagen, da ich, die Sprache an sich liebend, aus eigner Erfahrung weiß, daß man sich niemals absolut in ihr verliert, ohne immer auf einige Zeit einen Theil seiner Eigenthümlichkeit einzubüßen. Man kann nur dann völlig gerecht in einer Sache seyn, wenn man diese in ihr eigenthümliches Gebiet zurück führt, und sie gleichsam auf heimischem Boden wahrhaft betrachtet. Gehen wir bis in die Galanterie, zarte Liebe, feine Sitte und gefällige Eleganz des französischen Ritterthums hinein, so sehen wir, daß sich schon von da die gesellige Bildung beider Nationen scharf trennt, indem alle jene im Ritterthum bedingte Elemente über Rhein und Vogesen hinaus eine andre Farbe und Physiognomie annehmen. Ich kann den Zauberring hier, ohne Furcht mißverstanden zu werden, als Beleg und wahrhaft klassischen Spiegel jener Nationalverschiedenheit anführen. Ritter Folko und Herr Ott von Trautwangen behaupten auf eigne anziehende Weise ein jeder die Vorrechte seines Volksstammrs; beide sind, was sie seyn sollen und können, und keiner vermißt an dem Andern was er selbst besitzt. Ziehen wir nun von dem ersten Scheidepunkt an die Gränzlinie beider Individualitäten fort, und fort bis zu dem Standpunkt historischer Gegenwart: so laufen beide in immer wachsender Breite auseinander, und keine Vermischung ist denkbar. Das wird uns vorzüglich frappant durch die scharfsinnige Musterung des französischen Nationalcharakters in dem Werke über Deutschland, in Beziehung auf gesellige Verhältnisse. Wir empfinden es mit Gewißheit, daß der Geist jener Conversation trotz des Ausgleichungsmittels allgemeiner Weltsprache dem deutschen Gemüth durchaus fremd bleiben müsse. Einmal kennen wir solche Fechtkunst der Rede nicht, die, auf theatralischen Effekt berechnet, mit sanktionirten Wendungen und Worten, gleich abgestumpften Waffen vor den Augen der Zuschauer geübt wird; deutsche Redseligkeit bleibt immer mehr oder weniger Drang der Mittheilung, Bedürfniß des Aussersichhinstellens, und, ist auch jene Selbstbespiegelung im Wort wie im Wiederschein des Glases, menschlicher Natur im Allgemeinen eigen, so dürften wir es doch schwerlich zu jener Virtuosität bringen, von welcher Frau von Stael das Maximum in folgenden Worten aufstellt.

»pour réussir en parlant, il faut observer avec prespicacité l'impression qu'on produit à chaque instant sur les hommes, celle qu'ils veulent nous cacher, celle qu'ils cherchent à nous exagérer, la satisfaction contenue des uns, le sourire forcé des autres; on voit passer sur le front de ceux qui nous ecoutent, des blâmes à demi formés, qu'on peut eviter en se hâtant de les dissiper avant que l'amour propre y soit engagé. L'on y voit naitre aussi l'approbation, qu'il faut fortifier, sans cependant exiger d'elle plus, quelles ne veut donner. Il n'est point d'aréne où la vanité se montre sous des formes plus variées que dans la societé.«

[»Um mit Erfolg zu reden, muß man mit Scharfblick den Eindruck beobachten, den man in jedem Moment auf die Zuhörer macht, den, welchen sie uns verbergen möchten, den, welchen sie uns zu übertreiben bemüht sind, die beherrschte Zufriedenheit der Einen, das erzwungene Lächeln der Andern. An der Stirne der Zuhörer sieht man gewisse Halbtadel aufsteigen, die man vermeiden kann, wenn man sie zu zerstreuen eilt, ehe die Eigenliebe ins Spiel gezogen ist. Auch den Beifall sieht man daselbst aufkeimen; und diesen muß man festhalten, ohne gleichwohl mehr zu verlangen, als was er uns geben möchte. Es giebt keinen Kampfplatz, auf welchem sich die Eitelkeit in mannigfaltigern Gestalten zeigte, als in der Gesellschaft.«]

Welche Pein des Daseyns, welche krampfhafte Reibungen des Geistes! Wo bleibt hier die freie Rückwirkung des beseelenden Klanges der Menschenstimme? Die elektrischen Funken heitrer Mittheilung werden eine immer treffende Gluth, die alle gesunden Triebe geselliger Produktion vergiften Wie tausendmal hemmender muß diese Sklaverei der Art und Weise seyn, als alle anciennes formules de politesse! Darf die Verfasserin behaupten, diese Richtung des Geistes sey keine gegebene? Dies seyen nicht des lignes tracées d'avance, [vorher gezogene Linien] zwischen denen Gewohnheit und Sitte den Verstand hin und herleite?

Wir Deutschen fühlen es so, und sollen es noch weit lebendiger fühlen, jemehr wir uns selbst kennen und ehren. Und da der klügste Deutsche es doch einmal nicht dahin bringt, wo der dümmste Franzose schon von Natur steht, der, wie Frau von Stael sagt,

sait encore parler, lors même qu'il n'a point d'idées, qui amuse toujours, quand même il manque d'esprit. Il vous raconte tout ce qu'il a fait, tout ce qu'il a vu, le bien qu'il pense de lui, les éloges qu'il a recues, les grands seigneurs qu'il connoit, les succès qu'il espère.

[zu sprechen versteht, selbst wenn er keine Ideen hat, der auch dann noch belustigt, wenn es ihm an Geist fehlt. Er erzählt alles, was er gethan, alles, was er gesehen hat, wie gut er von sich selbst denkt, wie er gelobt worden ist, welche große Herrn er kennt, was er von der Zukunft Glückliches erwartet.]

Da wir uns schämen so etwas zu sagen oder zu hören, so sollen wir uns auch genug würdigen, um gesunde Gedanken mit Reinheit und Anmuth in unserer reichen vielseitigen Sprache einander gesellig mitzutheilen. Gedanken und Sprache sind verwachsen wie Seele und Leib. Wie sich die Eine erweitert, wächst der Andre von selbst. Wir haben mit dem Schwerdte die Marken unsres äußern Daseyns gezogen; ein jeder trägt jetzt in der Nationalehre die Waffen bei sich, durch die er sich im Innern und Aeußern vor der Welt behauptet. Die Gesellschaft ist der Spiegel herrschender Gesinnung, ist die bildende Künstlerin, welche Erkannten und Empfundenen in lebendigen Menschenverhältnissen wahrhafte Gestaltung leiht. Sie giebt Zeugniß für oder wider uns.