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Carl Spitteler

schweizerischer Schriftsteller (1845 - 1924)

29 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Besser auseinanderfliehn in Einigkeit / Als immerdar beisammen sein mit Zank und Streit.

  • Eine Nation aber ist die Summe des Geistes sämtlicher ausgezeichneter Männer und Weiber. Wer will sich nun vermessen, diesen Geist polizeilich-pädagogisch zu bevormunden? Und wer in aller Welt soll denn die ungeschminkte nackte Wahrheit erfahren, wenn nicht er? Soll eine ganze Nation mit einem Scheuleder von der Wiege zum Grabe pilgern wie ein Mädchenpensionat hinter einer Gouvernante?

  • Menschen zu finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist wohl das schönste Glück auf Erden.

  • Es ist richtig, daß Geist nicht Poesie ist, noch Poesie verbürgt, noch Poesie ersetzt.

  • Weltliteratur und Allerweltsliteratur ist zweierlei.

  • Alle, die jenseits der Landesgrenze wohnen, sind unsere Nachbarn, und bis auf weiteres liebe Nachbarn; alle, die diesseits wohnen, sind mehr als Nachbarn, nämlich unsere Brüder.

  • Weder das Alter noch die Jugend sind im mindesten ein Verdienst noch ein Vorzug, ja nicht einmal eine Eigenschaft, sondern einfach ein Zustand. Man ist jung oder alt, so wie man gesund oder krank ist.

  • Und eine einzige Tugend fordert mein Gemüte / Von jeglichem Geschöpf, die leichteste: die Güte.

  • Der Weltenwerte höchste heißen Form und Schein.

  • Es ist nicht wahr, daß die menschliche Natur ursprünglich gut wäre und erst durch Korruption verdorben würde, sondern im Gegenteil: Sie ist ursprünglich bestial, aber verbesserungs- und veredelungsfähig.

  • Oft sprießt ein frommes Recht empor aus schnödem Raub.

  • In der Tat läßt sich die ganze Weisheit der Weltgeschichte in einen einzigen Satz zusammenfassen: Jeder Staat raubt, soviel er kann. Punktum. Mit Verdauungspausen und Ohnmachtsanfällen, welche man "Frieden" nennt.

  • Die vielen können nichts, der einzige kann alles..

  • Überall da, wo die sozialen Zustände es mit sich bringen, daß die Republik handkehrum in Anarchie ausartet, wird sie unerwünscht erscheinen, indem die Sicherheit des privaten Lebens und Verkehrs unter allen Umständen immer der oberste Zweck des Staates bleibt.

  • Nicht umsonst führen die Staaten mit Vorliebe ein Raubtier im Wappen.

  • Wer ein Volk verachtet oder haßt, der beweist, daß er dasselbe nicht genügend kennt oder daß Leidenschaft ihm das Verständnis verschließt. Um aber eine solche Leidenschaft, gegen welche kein Mensch gefeit ist, zu überwinden, kenne ich kein besseres Mittel, als das Privatleben eines Volkes, seinen Kampf mit der Natur, seine Sorgen um das tägliche Brot und vor allem seine Leiden zu beobachten. Da werden uns die Leute verwandt, und man kann ihnen nie mehr gründlich gram werden.

  • Selbst zum Genuß des Glücks bedarf man Mut.

  • Wie in aller Welt fängt man es an, im eigenen Vaterlande den politischen Gegner, der mit uns in allen Hauptsachen, nämlich der Liebe und Hingebung für das Gemeinwohl, überstimmt und nur in der Empfehlung der Mittel abweicht, zu hassen?

  • Die ganze Welt ist eitel Truggefüge! / Willkommen Weib, du einzig lebenswerte Lüge!

  • Häßlich grinst im Alter und Verderben / der Jugend Lebensdurst und das Gesicht des Erben.

  • Es genügt nicht immer, blödsinnig zu tun, um geistreich zu sein.

  • Es ist im Menschenvolk einmal so Brauch, / Vor irgendwem im Staub zu liegen auf dem Bauch.

  • Eitelkeit ist eines der häufigsten Motive der Parteinahme.

  • Wo Männer schweigen, reden die Gedanken.

  • Das Buch des Verrates beginnt mit den Worten: »Unsere Zeit...«

  • Vom Übermut zum Frevel ist der Weg nicht weit.

  • Schwierigkeiten heilt man nicht mit Gewalt und Kalamitäten, nicht mit Beschlüssen, sondern mit Klugheit und Vorsicht.

  • Die Kirche ist eine konservative Macht; dessen hat sie sich von jeher gerühmt.

  • Erleichtert von den halben Freunden fährt sich's freier.

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