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Christa Schyboll

deutsche Autorin (1952 - )

644 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Weil mein Fernweh der Gegenwart gehört, konnte mir die Zukunft schon in der Vergangenheit gestohlen bleiben, weshalb ich meine einzige Reise ins immerwährende Jetzt fortsetze.

  • Ich teile mit Milliarden von Menschen die Erde, aber mit niemandem meine Einzigartigkeit.

  • Auf dem Glatteis des Lebens rutscht nur der ohne Brüche, der ein Korsett trägt mit Stäben aus geistiger Frische.

  • Charaktere, die sich durch eine naiv-tapfere Dummheit auszeichnen, halten das Gleichgewicht der Welt in der Waage, wenn sie sich mit Charakteren zusammen tun, die über eine raffiniert-feige Klugheit verfügen.

  • Auch schwere Zeiten haben die Verpflichtung, ihre Minuten im Sechzigsekundentakt ordentlich einzuhalten.

  • Das Endziel zwischenmenschlicher Kommunikation wird sein, keine Nachricht mehr zu versenden, sondern selbst die Nachricht zu sein, ohne sich dafür noch in irgendeiner Weise auf den Weg machen zu müssen.

  • Manchmal muss man gehen, um sich nicht zu entfernen.

  • Ist das Schicksal im Spiel, braucht man niemanden und nichts zu suchen, sondern wird gefunden.

  • Stille ist der lautlose Herzschlag des Universums in deiner Seele.

  • Viele Menschen sind unentwegt damit beschäftigt, die Bilder der Vergangenheit den Perspektiven der Gegenwart anzupassen, statt mit den inneren Bildern schon einmal die Zukunft im Jetzt zu verändern.

  • Wer nur an sich selber denkt, statt an den Nächsten, der sollte daran denken, dass er im Nächsten sich dann auch selbst vernachlässigt.

  • Die Tatsache, das Wichtige vom Montag am Mittwoch für nichtig zu erklären, deutet nicht zwangsläufig auf eine sprunghafte Natur, sondern unter Umständen auf die geniale Fähigkeit schneller Erkenntnis, die spontan Prioritäten verschieben lässt.

  • Manchmal ist der Preis fürs Geld so hoch, dass der Zugewinn zum Minus wird.

  • Die lokale Bösartigkeit im einzelnen Menschen hat die innewohnende Tendenz, zur globalen Feindseligkeit auszuufern.

  • Der beste Master-Abschluss garantiert noch lange keinen Karrieresprung, sofern eine Barriere aus fataler mentaler Trägheit im Vorstellungsgespräch dominant hervorprescht.

  • Es gibt keine Dummheit, die nicht von einem Menschen bedient wird.

  • Sind besondere »Momente« jene Augenblicke, die Kürze suggerieren und Ewigkeiten meinen?

  • Die Dekadenz schlendert im Gewand einer gierigen Lust durch die Straßen der Illusion, derweil ein innerer Ernst im Weltenwerden sich schüchtern nur durch Nebengassen drückt.

  • Tiefsinnige Gedanken sollte man klugerweise so positionieren, dass sie nicht durch das löchrige Gitter der allgemeinen (Un-)Aufmerksamkeit des zerstreuten Vorgesetzten fallen.

  • Wollen dich die Pechsträhnen nicht verlassen, dann dreh den Spieß um und verlass selbst die Pechsträhnen.

  • Wer die kleinen Freiräume des Alltags noch verteidigen muss, mag sich zwar in kleinen Räumen befinden, die jedoch nie wirklich frei waren.

  • Wer bei seinem Vorstellungsgespräch die falsche Art von Intelligenz zur richtigen Zeit platziert, kann von Glück sagen, wenn der Personalchef dann im rechten Augenblick mit der Interpretation des Gehörten vollkommen daneben liegt.

  • Manche Männer starren Frauen ähnlich fasziniert an wie den Zünder eines Blindgängers vor seiner Entschärfung.

  • Es ist günstig, den Mund erst dann zu öffnen, wenn das Gehirn bereits die richtigen Worte gefunden hat, das Herz sie abgesegnet hat, und Lippen und Zunge sich nicht gerade im Mittagsschlaf befinden.

  • Freudigen Erwartungen stehen unvermeidliche Ent-Täuschungen nur dann gegenüber, wenn man sich in sehr überzeugender Weise in der eigenen Erwartung täuschte.

  • Die Egozentrik eines Kreisels kann nur getoppt werden durch den schwindelerregenden Drehmoment eines Bundeskanzlers, der während seiner Amtszeit zur Opposition überläuft.

  • Die konsequente Nichtbeachtung von Regeln und Vorschriften führt relativ schnell zu ihrer Abschaffung, weil die konsequente Verfolgung ihrer Nichtbeachtung zu teuer würde.

  • Wenn sich die Leere im Kopf auf die Jagd nach der Nachdenklichkeit macht, sollte man sich auch von zaudernden Chefs nicht aufhalten lassen.

  • Nur wer nach einer langen Verhandlung den Überblick jetzt noch überblickt, hat Chancen, die beschlossenen Ergebnisse am Ende auch wirklich zu durchschauen.

  • Wenn das Wort, schärfer ist als ein Schwert, ist ein Satz dann potenter als ein Heer? Und sind Seiten weiser Sätze dann gefahrvoller als entfesseltes Atom? / Wenn das Wort aber nur ein Schatten ist vom wahren Gefühl, ist das wahre Gefühl, dann nur ein Schatten einer ersten Idee? / Fühlte sich die Idee ins Sein oder dachte sich das Sein ins Gefühl und schuf dabei das Wort, das schärfer ist als ein Schwert?

  • Während das Eis der Gletscher mehr und mehr schmilzt, türmt sich der Eisberg des knallharten Ressourcenpokers der Großmächte immer höher auf.

  • Die Wahrheit ist ein Grundpfeiler unserer menschlichen Spezies, die wir auch für unsere geistige Evolution unverzichtbar ist.

  • Scheinbar Unmögliches erreicht man nur dann, wenn man es paradoxerweise mit der gegebenen Realität weise zu verknüpfen weiß.

  • Das lüsterne Spiel mit der Macht ist besonders fein gewürzt, je genauer man weiß, was alle anderen nicht wissen.

  • Schlimme Ereignisse sollten uns nicht verführen zu denken, es könne nicht noch viel schlimmer kommen.

  • In den Stunden des nackten Entsetzens tropfen die Sekunden wie langsam fließender Honig in die Gegenwart.

  • Deine Gefühle wandern durch die Labyrinthe deines Selbst und berauschen sich dort an ihrer Einzigartigkeit, die sich zu keiner Zeit wiederholt.

  • Weil das Unerwünschte nicht immer das »Falsche« ist, ist das Erwünschte deshalb auch nicht immer das »Richtige«.

  • Wer das versteht, was eigentlich nicht gemeint war, meint am Ende, das Richtige falsch verstanden zu haben, sofern er keine Bestätigung über die Richtigkeit seines Denkumweges erhält.

  • Wenn du dich am sicheren Ufer fühlst, kann es sein, dass der Strom sein Bett schon wieder verändert hat.

  • Mit stürmischem Elan werden die letzten Tabus gebrochen. Die Erde zittert dabei in ihren Festen und gibt dabei zum Besten, wie sie zurückschlägt und lässt dabei Stürme toben, Eisberge schmelzen und Vulkane kochen.

  • Die Existenzberechtigung eines kühl kalkulierenden rationalen Denktypus ergibt sich aus der Notwendigkeit, dass jemand da sein muss, der im Falle einer spontanen Massenhysterie ganz sachlich und klar den Urin aus dem Schuh der schier Verzweifelten schüttet.

  • Bewusstsein schafft Formen und spielt mit den Atomen Wälder und Wüsten. / Bewusstsein schafft Sein und spielt mit den Elementen Fleisch und Blut. / Bewusstsein schafft Traum, der uns die höhere Wirklichkeit vergessen ließ. / Bewusstsein schafft dein Spannungsfeld, das dich vom Mensch zum Gott erheben kann.

  • Warum unnütze Dinge, die nicht mal der Mühe wert sind angedacht zu werden, trotzdem erfolgreich vermarktet werden, ist erklärbar durch die Notwendigkeit, dass das behauptete Paradox auch ein paar handfeste wirtschaftliche Beweise braucht.

  • Frühzeitig angelegten, nicht unerheblichen Vorrat an Ärger und Wut sollte man dann erst geballt herauslassen, wenn man dabei weder die Figur des Helden noch die des Schwachkopfes anvisiert, sondern lediglich die eigene Authentizität.

  • Zwanghafte Menschen stehen oft unter dem Zwang, jenen Zwang auf keinen Fall verlieren zu dürfen, damit sie sich nicht zwanghaft einen neuen Zwang aufzwingen müssen, zu dem sie zwar keiner zwingt aber mit dem sie zwanghaft verbunden sind.

  • Die Anziehung der klugen Frau bedingt den klugen Mann, der diese Klugheit zu schätzen und zu genießen weiß.

  • In jedem Genie steckt auch ein kleiner Idiot.

  • Wer bedingungslos lieben lernen will, muss zuvor das Feuer des Hasses in aller Glut durchschritten haben.

  • Neunmalkluge Menschen sind vor allem für eine besondere Intelligenzleistung zu loben: Wenn sie es schaffen, irgendwie bis zu ihrer eigenen Verwirrung vorzudringen.

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