José Ortega y Gasset

spanischer Philosoph, Schriftsteller und Soziologe

* 09.05.1883 - Madrid, Spanien
† 18.10.1955 - Madrid, Spanien

Zitate von José Ortega y Gasset

  • Die Liebe ist vielleicht der höchste Versuch, den die Natur macht, um das Individuum aus sich heraus zu dem anderen hinzuführen. Im Wunsch suche ich den Gegenstand zu mir zu ziehen, in der Liebe werde ich zu ihm hingezogen. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Das Leben ist seinem inneren Wesen nach ein ständiger Schiffbruch. Aber schiffbrüchig sein heißt nicht ertrinken. Der arme Sterbliche, über dem die Wellen zusammenschlagen, rudert mit den Armen, um sich oben zu halten. Diese Reaktion auf die Gefahr des Untergangs ist die Kultur. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Liebe ist etwas Ernsteres und Bedeutungsvolleres als das Entzücken über die Linien eines Gesichtes und die Farbe einer Wange. Sie ist die Entscheidung für eine gewisse Ausprägung des Menschlichen, die sich symbolisch in den Einzelheiten des Gesichtes, der Stimme, der Gebärde ankündigt. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Der Spezialist ist nicht gebildet; denn er kümmert sich um nichts, was nicht in sein Fach schlägt. Aber er ist auch nicht ungebildet; denn er ist ein Mann der Wissenschaft und weiß in seinem Weltausschnitt glänzend Bescheid. Wir werden ihn einen gelehrten Ignoranten nennen müssen, und das ist eine überaus ernste Angelegenheit; denn es besagt, daß er sich in allen Fragen, von denen er nichts versteht, mit der ganzen Anmaßung eines Mannes aufführen wird, der in seinem Spezialgebiet eine Autorität... (Quelle/Zusatzinfo)
  • Das allgemeine Stimmrecht gab der Masse nicht das Recht zu entscheiden, sondern die Entscheidung der einen oder andern Elite gutzuheißen. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Der Zyniker, dieser Schmarotzer der Zivilisation, lebt davon, sie zu verneinen, weil er überzeugt ist, daß sie ihn nicht im Stich lassen wird. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Hartnäckige Übellaunigkeit ist ein klares Symptom dafür, daß ein Mensch gegen seine Bestimmung lebt. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Die Juden sind allerorten ein Ingrediens der Unruhe, und ein heilsames nach meiner Überzeugung; denn sie sind viel auf dem Planeten gewandert und fühlen kosmopolitischer als irgendein anderes Volk. Ihr Horizont fällt nie mit dem des Landes zusammen, das sie beherbergt. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Charakteristisch für den gegenwärtigen Augenblick ist es jedoch, daß die gewöhnliche Seele sich über ihre Gewöhnlichkeit klar ist, aber die Unverfrorenheit besitzt, für das Recht der Gewöhnlichkeit einzutreten und es überall durchzusetzen. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Hassen heißt unablässig morden. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Je mehr Erfahrungen ich sammle, um so klarer wird mir, daß so gut wie alles Böse, das in unserer Gesellschaft getan wird - und es wird nicht viel anderes getan - aus Schwäche geschieht. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Bei einem großen Teil derjenigen afrikanischen Völker der Gegenwart, die sich einer Bantusprache bedienen, wird der Sachverhalt "Verbrechen" mit einem Wort ausgedrückt, das soviel bedeutet wie "Dinge, die dem Stamme verhaßt sind", will sagen, der öffentlichen Meinung zuwiderlaufen. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Der Liberalismus ist die äußerste Großmut. Er ist das Recht, das die Majorität einräumt, und darum die edelste Losung, die auf dem Planeten erklungen ist. Er verkündet den Entschluß, mit dem Feind, mehr noch, mit dem schwachen Feind zusammenzuleben. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Die erste künstlerische Tat des Menschen war, zu schmücken und vorzüglich seinen eigenen Leib zu schmücken. Im schmuck, der Erstgeborenen der Künste, finden wir den Keim aller anderen. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Der Liberalismus ist weit eher eine tiefeingewurzelte Vorstellung vom Leben als eine Frage der Politik. Er ist der Glaube, daß jedes menschliche Wesen frei sein muß, um sein individuelles, unübertragbares Schicksal zu erfüllen. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Jeder Zweifel ist die Forderung nach einer Methode. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Was ist Gewalt anderes als Vernunft, die verzweifelt? (Quelle/Zusatzinfo)
  • Man kann nicht behaupten, das englische Volk sei sehr intelligent. Nicht, daß es ihm überhaupt an Intelligenz mangelt, nein, aber es besitzt sie auch nicht im Übermaß. Es besitzt davon gerade so viel, wie zum Leben notwendig ist. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Das Denken ist eine Lebensfunktion wie die Verdauung und der Blutkreislauf. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Der echte Revolutionär rebelliert nicht gegen Mißbräuche, sondern gegen Bräuche. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Auserwählt ist jeder, der von einem hohen Grad von Vollkommenheit und Selbstgenügsamkeit nach weiterer Vervollkommnung und schärferen Ansprüchen an sich selbst strebt. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Amerika hat noch nicht gelitten. Man täuscht sich, wenn man ihm schon die hohe Fähigkeit des Herrschens zubilligen möchte. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Leben heißt etwas Aufgegebenes erfüllen. In dem Maße, wie wir vermeiden, unser Leben an etwas zu setzen, entleeren wir es. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Jedes Leben ist mehr oder weniger eine Ruine, unter deren Trümmern wir die eigentliche Bestimmung des Menschen entdecken müssen. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Ihrem eigenen Trieb überlassen, neigt die Masse, sie sei, wie sie sei, plebejisch oder "aristokratisch", immer dazu, aus Lebensbegierde die Grundlagen ihres Lebens zu zerstören. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Entgegen der landläufigen Annahme ist es nicht die Masse, sondern der große Einzelne, der seinem Wesen nach in Dienstbarkeit lebt. Sein Leben ist ihm schal, wenn er es nicht im Dienst für etwas Höheres verbraucht. Er ist in der Notwendigkeit des Dienstes keine Last. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Das Bewußtsein des Geborgenseins tötet das Leben. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Don Juan ist nicht der Mann, der die Frauen liebt, sondern der Mann, den die Frauen lieben. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Revolution ist nicht Barrikade; Revolution ist ein Geisteszustand. (Quelle/Zusatzinfo)
  • Masse und Kollektiv können in der Tat ohne Wahrheit leben. Sie sind ihrer weder bedürftig noch fähig. (Quelle/Zusatzinfo)
zurück 12 weiter