Frauenquote - notwendig oder überflüssig?
Alles nur eine Frage der Kosten meint Helma Spona
Alle Jahre wieder kommt das Thema »Frauenquote« auf den Tisch bzw. in die Presse und immer geht es dann um die altbekannte Tatsache, dass Frauen im Schnitt weniger verdienen und weniger Chefposten bekleiden und das, obwohl Frauen heute nicht weniger gut ausgebildet sind, oftmals sogar über bessere Schul- und Studienabschlüsse verfügen.
Dann wird wieder spekuliert warum das so ist, und oftmals wie derzeit wieder die Schlussfolgerung gezogen, die Unternehmen seien frauenfeindlich und würden die Gleichberechtigung von Frauen und Männern nicht ernstnehmen oder ihr sogar entgegen wirken.
Und immer wenn diese Diskussion mal wieder im Gange ist, frage ich mich, warum denn keiner der gut bezahlten und oft sogar überbezahlten Politiker die dann Forderungen nach Frauenquoten, Strafen für Unternehmen etc. stellen, mal auf die Idee kommt zu überlegen, was die Ursache ist? Es erschließt sich doch jedem halbwegs intelligenten Menschen von selbst, dass Frauen, wenn sie in gut bezahlten Chefposten unterrepräsentiert sind, im Durchschnitt weniger verdienen als Männer. Denn wenige Beschäftigte, mit Jahresgehältern von 1 Mio. und mehr reichen aus, um die Durchschnittslöhne nach oben zu bewegen.
Insofern ist die schlechtere Bezahlung von Frauen kein Wunder. Auch wenn es natürlich noch die nicht wenigen Fälle gibt, in denen Frauen für den gleichen Job in der gleichen Firma weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Aber auch das sollte die Politik mal als ihr eigenes hausgemachtes Problem erkennen. Es sind nicht die Unternehmen schuld, sondern die Gesetze, die angeblich dem Schutz von Frauen, Schwangeren und Eltern dienen.
Solange Unternehmen gesetzlich verpflichtet sind, Kosten von Mutterschutz-Regelungen und Ausfallzeiten durch Elternzeit und Kindererziehungszeiten zu tragen, beginnend von Lohnfortzahlungen bis hin zu den Kosten für die Beschaffung von Arbeitnehmern, die kurzfristig den Ausfall ersetzen können, muss man sich nicht wundern, dass ein Unternehmen, lieber einen Mann als eine Frau im gebärfähigen Alter einstellt. Und wenn es dann eine Frau einstellt, dann nur, weil es wegen des erhöhten Risikos, dass diese aufgrund von Schwangerschaften etc. ausfällt, auch weniger Gehalt bekommt. Natürlich ist das "unfair" vor allem den Frauen gegenüber, die bewusst oder unfreiwillig kinderlos bleiben. Aber aus Sicht der Unternehmen ist dies aus Gründen der Wirtschaftlichkeit sinnvoll und richtig.
Eine Firma mit wenigen Beschäftigten kann es sich finanziell oft gar nicht erlauben eine Frau einzustellen, die dann womöglich für längere Zeit wegen Schwangerschaft und Elternzeit ausfällt oder gar wegen Arbeitsschutzregelungen für die Zeit der Schwangerschaft ihre Arbeit nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt ausführen kann. Ganz zu schweigen, von den Anforderungen an getrennte sanitäre Einrichtungen die kleine Handwerksbetriebe oftmals gar nicht erfüllen können.
Und je mehr die Frau verdient und desto verantwortungsvoller und spezifischer ihr Job ist, umso teurer wird die Arbeitnehmerin bei einem schwangerschaftsbedingten Ausfall für das Unternehmen und desto weniger leicht ist sie zu ersetzen. Wenn eine Firma also einen offenen Chefposten hat und zur Wahl stehen ein Mann und eine Frau mit gleichwertigen Qualifikationen, wen wird die Firma wohl wählen? Da es nun mal eine Tatsache ist, dass nur Frauen biologisch in der Lage sind Kinder zu gebären, wird kein Gesetz der Welt eine "wahre" Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt schaffen können. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann schwanger wird, ist schließlich gleich 0, bei einer Frau ist diese statistisch gesehen deutlich höher.
Und natürlich wird eine Frau, die nach mehreren Jahren Auszeit für Kindererziehung wieder in den Beruf zurück kehrt, nicht das verdienen, was ihr männlicher Kollege verdient, der diese Ausfallzeiten nicht hatte, der demzufolge mehr Berufserfahrung hatte und vielleicht in der Zeit schon ein paar Stufen auf der Karriereleiter nach oben klettern konnte.
Natürlich ist es wichtig, dass auch die besser ausgebildeten und gebildeten Frauen Kinder in die Welt setzen. Und wenn die Politik dies fördern will, darf sie sich, solange die Förderung darin besteht, den Beschäftigten Rechte wie Elternzeit einzuräumen, Sicherheit ihren Arbeitsplatz wieder zu bekommen etc., nicht wundern, wenn die Frauen immer weniger gut bezahlte Jobs bekommen. Eine Förderung der Mutterschaft von gebildeten Frauen, muss die Firmen von damit verbundenen Kosten freistellen. Nur dann werden Unternehmen auch das "Risiko" eingehen, eine Frau für einen gut bezahlten Posten einzustellen. Natürlich bleibt ein Restrisiko, dass bei einem Ausfall Ersatz beschafft werden muss, das finanzielle Risiko ist aber schon mal weg.
Wenn eine Frau nicht potentiell erheblich mehr Kosten verursachen würde als ein Mann im gleichen Job, dann würde den Firmen relativ egal sein, ob sie Frauen oder Männer einstellen. Dann ist eine Frauenquote, egal ob auf gesetzlicher oder freiwilliger Basis gar nicht notwendig.