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18. November 2019

Geld in der schöngeistigen Literatur

Regiert das Geld die Welt? Das ist eine brennende Frage und die Antwort liegt direkt vor uns. Wir selbst merken nicht einmal, wie sehr wir vom Geld abhängig sind. Um mit einem geliebten Menschen in einer legalen Ehe zu leben, braucht man Geld. Um ein Kind zu haben, braucht man auch Geld. Um gesund zu sein, braucht man auch Geld. Um eine Ausbildung zu bekommen, braucht man definitiv Geld.

Jetzt hängt alles vom Geld ab. Wir sehen andere Ziele im Leben einfach nicht mehr. Wir arbeiten für Geld und tatsächlich für das Überleben, denn ohne Geld ist das nicht möglich. Wir entwickeln neue Währungen wie Kryptogeld und Handelsroboter wie Bitcoin Superstar, um noch mehr Geld zu verdienen. Geld hat unser Leben versklavt. Die Menschen haben die wahren Werte vergessen. Jetzt können Sie alles kaufen: Liebe, Gesundheit, Treue und sogar das Leben. Wir selbst bemerken nicht, dass unser Leben langsam aber sicher in den Abgrund rollt.

Die Geldfrage ist wirklich ewig. Und da die Weltliteratur im gesellschaftspolitischen Leben des Landes immer eine besondere Rolle gespielt hat, konnte sie sich natürlich auch in den Werken deutscher Schriftsteller und Dichter widerspiegeln. Das Thema Geld wird in realistischen Arbeiten besonders deutlich, weil das Problem der Geldmacht in der Gesellschaft immer sehr akut war. In diesem Artikel haben wir versucht, herauszufinden, wie viel war bereit, Mutter Courage auszugeben, damit ihr ältester Sohn von der Armee abweicht?

Wo Krieg ist, ist Geld: Das Drama von Bertold Brecht »Mutter Courage und ihre Kinder«, das während des Dreißigjährigen Krieges spielt, ist ganz dem Geld gewidmet. Mutter Courage ist eine Vermarkterin, sie ist im Handel tätig und versucht, militärische Bedürfnisse zu decken, verliert aber gleichzeitig ihre Kinder.

Das Geld, das in diesem Drama so wichtige Rolle spielt, ist die Hauptantriebskraft des Krieges. Geld und Handel sind im Drama für Mutter Courage und ihre Kinder sowohl ein Überlebensweg als auch der Grund für ihren Tod. Das Stück beginnt mit einer Szene, in der Mutter Courage versucht, den Rekrutierer zu bezahlen, damit er ihren ältesten Sohn nicht in den Krieg führt. Es stellt sich heraus, dass das Pferd von Mutter Courage 15 Gulden kostete, was ungefähr 1.500 Euro entspricht, vorausgesetzt, dass der »riesige« Kapaun, der später von Mutter Courage für 1 Gulden verkauft wurde, jetzt etwa 100 Euro kostet. Als Lösegeld für ihren Sohn bietet sie dem Personalvermittler 5 Gulden (ca. 500 Euro) an.

Die Katholiken, die Erlösung für ihren jüngsten Sohn suchen, der zum Schatzmeister des Regiments wurde, versuchen ihn zu töten und nehmen seine Registrierkasse mit und fordern weit mehr als 200 Gulden (etwa 20.000 Euro). Um einen solchen Betrag zu erhalten, müsste Mutter Courage ihren Lieferwagen ablegen, also versucht sie, bis zu 120 Gulden (12.000 Euro) zu verhandeln, und für die verbleibenden 80 einen »ganzen Warenkorb« zu kaufen und von vorne zu beginnen. Für das Leben von ihm zu aktuellen Preisen verlangten sie einen Cent von ihr - die Erlösung von vier amerikanischen Gefangenen aus Teheran im Januar 2016 kostete zum Beispiel Obama 400 Millionen Dollar. Der Deal gelingt jedoch nicht: Er wird erschossen, bevor die Mutter Courage beschließt, das Leben ihres eigenen Sohnes nicht zu retten.