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27. März 2020

Egoismus im Angesicht der Coronavirus-Pandemie

Mit der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus dürfte es wohl kaum noch jemanden geben, dessen Alltag nicht von den Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 auf den Kopf gestellt worden ist. Millionen von Menschen wurden dazu aufgefordert, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten, jegliche Menschenansammlungen zu meiden, und vor allem nur so viel einzukaufen, wie sie es selbst nötig haben.

Trotz vieler mahnender Worte und Erinnerungen daran, doch bitte Rücksicht auf seine Mitmenschen zu nehmen, sehen sich viele vermehrt in Supermärkten mit leeren Regalen und Tiefkühltruhen konfrontiert. In Krisensituationen ist es wichtiger denn je, gemeinschaftlich an einem Strang zu ziehen. Wie kommt es also, dass viele Menschen diesen Teamgeist verlernt zu haben scheinen?

Einer für alle, alle für einen

So lautet das Nationalmotto der Schweiz. Das Zitat selbst stammt aus dem bekannten Roman ›Die drei Musketiere‹ von Alexandre Dumas. In diesem französischen Klassiker aus dem 19. Jahrhundert ist es das Leitmotiv der drei Hauptfiguren Athos, Porthos und Aramis, die sich selbstlos zu opfern bereit sind und immer füreinander da sind, während sie sich im Auftrag des Königs mit feindlichen Gruppen duellieren.

In der Schweiz ist es eine Reflektion der multikulturellen und linguistisch vielseitigen Gesellschaft. In der Tat lautet das offizielle Motto aus Verständlichkeitsgründen in der lateinischen Version »Unus pro omnibus, omnes pro uno«. Vier Amtssprachen gibt es in der Schweiz: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rumantsch. Dennoch verbindet alle verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Eidgenossenschaft auf politischer Ebene eine Kultur von Volksabstimmungen, wodurch auf persönlicher Ebene ein hohes Maß auf Einfluss auf die Entscheidungen, die von der Regierung getroffen werden, ausgeübt werden kann.

Woran hakt es?

Unabhängig vom Hintergrund der Mitglieder einer Gemeinschaft ist es also möglich, durch andere Faktoren eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl zu schmieden und somit gegenseitige Rücksichtnahme zu fördern.

Das Problem ist, dass wir Menschen stetig zwischen zwei Instinkten hin- und hergerissen sind. Einerseits sind unsere Handlungen von Selbsterhaltungstrieb bestimmt. Das diesem Instinkt zugrunde liegende Prinzip ist ganz einfach: solange jeder auf sich selbst aufpasst, kann theoretisch gar keiner auf der Strecke bleiben.

Das Problem dabei ist, dass nicht alle Mitglieder einer Gemeinschaft dazu in der Lage sind, ohne Hilfe andere geschützt und sicher zu bleiben. Da kommt der zweite menschliche Instinkt ins Spiel. Von Natur aus sind wir soziale Wesen, denn im Laufe der Evolution hat es sich als vorteilhaft erwiesen, junge und schwache Gesellschaftsmitglieder zu beschützen. Das liegt daran, dass wir Menschen von einander lernen müssen, um zu überleben. In gewisser Weise ist uns der Instinkt, auf andere Rücksicht zu nehmen, also angeboren. Um so schwieriger ist es dadurch für uns, soziale Kontakte zu meiden, weshalb sich so manches Casino Online derzeit großer Beliebtheit erfreut.

Den Mittelweg finden

Das Verhältnis zwischen Selbsterhaltungstrieb und dem Beschützerinstinkt kann in bestimmten Situation aus dem Gleichgewicht geraten. Wir müssen uns stets aktiv darum bemühen, nicht zu sehr das Gemeinwohl aus den Augen zu verlieren. Es gibt auch eine Minderheit von Menschen, bei denen das Gegenteil der Fall ist. Wenn man es mit der Selbstlosigkeit übertreibt, kann man auch leicht das eigene Wohl aus den Augen verlieren, was ebenfalls negative Auswirkungen haben kann.

Gut ausgedrückt wurde das Ganze einmal vom ehemaligen Bundespräsidenten Deutschlands, Roman Herzog: »Ohne den Einsatz des Einzelnen für die Gemeinschaft ist auf die Dauer jedes Gemeinwesen überfordert.« Weise Worte, die wir uns in diesen schwierigen Zeiten zu Herzen nehmen sollten.