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12. Februar 2021

Ein gut verdrängtes Thema: die Seenotrettung

Es gibt auf der Welt so einige Themen, die von den Regierungen gerne verdrängt werden, da sie für zu viel Aufruhr sorgen, Probleme mit sich bringen, ein schlechtes Licht auf die Staaten werfen können, was deren Humanität angeht. Daher wird häufig einfach weggeschaut, weshalb die Gesellschaft nur dann mit diesen Themen in Berührung kommt, wenn sie sich selbst ausgiebig damit beschäftigt und recherchiert.

Eines dieser Themen ist die Seenotrettung, ein Feld, das erst kürzlich durch die private Organisation SOS Mediterranee wieder einmal ans Licht und in aller Munde geraten ist. Es handelt sich dabei um ein Thema, bei dem es im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod geht und dennoch wird es aufgrund der verbundenen Schwierigkeiten verdrängt. Wir möchten ein wenig mehr Licht in dieses Thema bringen und aufzeigen, was die Gesellschaft neben aktuellen No Deposit Bonus Casino Angeboten bewegen könnte.

Beistand zu leisten ist eine Pflicht

Auf dem Meer ist jeder Kapitän dazu verpflichtet, Menschen, die sich in Schwierigkeiten befinden, zu helfen, insofern er dadurch keine Gefahr für sein Schiff oder die Mitreisenden eingehen muss. Dabei ist es nicht weiter wichtig, ob es sich bei diesen Menschen um feindliche oder verbundene Personen handelt. Da es sich bei den Menschen in Seenot jedoch häufig um Flüchtlinge handelt, deren Unterbringung an Land nicht gewährleistet ist und Probleme aufbringen kann, wird seit vielen Jahren immer wieder weggeschaut und diese einstige Verpflichtung übergangen.

Immer mehr private Organisationen, die von der Vorgehensweise der Staaten erschüttert sind, wurden innerhalb der letzten Jahre ins Leben gerufen und setzen sich nun selbst dafür ein, mit privaten Schiffen Seenotrettung zu betreiben und Schiffbrüchigen das Leben zu retten.

Was man unter Seenot verstehen kann

Dass es sich bei Seenot um eine brenzlige Lage handelt, mag offensichtlich sein. Aber wie genau kommt diese zustande und was lässt sich darunter verstehen? Im Grunde genommen wird immer dann von einer Seenot gesprochen, wenn sich ein Schiff oder ein Boot samt der Besatzung bzw. Mitreisenden ohne die Einwirkung anderer in Gefahr befindet und Leben auf dem Spiel stehen. Das kann aufgrund eines Untergangs des Transportmittels oder anderen umweltbedingten Einflüssen auf dem Meer geschehen.

Gerade die Mittelmeerroute wird als besonders gefährlich eingestuft. Flüchtlinge, die aus dem Nahen Osten oder Afrika über den Wasserweg versuchen, nach Europa zu reisen, begeben sich daher bewusst auf eine lebensgefährliche Route, deren Überstehen häufig von der Hilfe von Seenotrettern abhängig ist. Vielen stellt sich dabei die Frage, warum man sich auf eine solch lebensgefährliche Route begibt, wenn die Aussichten auf den Erfolg doch eigentlich stark begrenzt sind. Und genau dies ist ein Punkt, den man tiefer hinterfragen sollte, denn niemand, der ein unbedrohtes, friedliches Leben geführt hat, wird sich freiwillig dieser Gefahr aussetzen.

Die Aussicht auf eine zweite Chance

Wie schon festgestellt, handelt es sich bei Schiffbrüchigen auf dem Mittelmeer in erster Linie um Flüchtlinge. Diese gehen eine lebensgefährliche Route an, da sie den kleinsten Schimmer Hoffnung auf ein besseres Leben haben. Wie man sich vorstellen kann, setzt niemand sein Leben auf das Spiel, wenn es dabei nur um einen finanziellen Engpass, Probleme in der Beziehung oder familiäre Schwierigkeiten geht.

Steht das Leben jedoch ohnehin in Gefahr, befindet sich das eigene Land im Krieg, wird die Heimat durch Bombenangriffe zerstört oder herrscht eine strenge Diktatur und keine Aussicht auf eine bessere Zukunft, scheint die Flucht über den Seeweg plötzlich als hoffnungsvolle Option. Der Ottonormalbürger besitzt gar nicht die Möglichkeiten, sich vorstellen zu können, was das bedeutet. Und so entstehen die entsetzlichen Aussagen von Menschen, die in Seenot Geratene als eigenverschuldet bezeichnen.

Schiffbrüchige gelten als gewitterte Gefahr für Staaten

Warum ist die Seenotrettung nun aber eigentlich ein Thema, das von Regierungen versucht wird, heruntergespielt bzw. vollständig verdrängt zu werden und warum müssen sich erst private Organisationen dafür einsetzen, Menschenleben zu retten?

Kurz und knapp gesagt liegt der Ärger, der nach der Seenotrettung eintrifft, darin, dass europäische Länder sich querstellen, was die Aufnahme der Menschen im Lande angeht. Erste Anlegestellen sind meist die Länder Italien, Malta und Griechenland, die die Verteilung der Flüchtlinge als ungerecht ansehen und daher ein Verbot ausgesprochen haben, dass Seenotretter in deren Häfen einfahren. Daher investiert die Europäische Union lieber in Gelder für Ausbildung der Küstenwache, die Migranten auf ihrem Weg aufhalten, anstatt deren Leben zu retten und ihm eine zweite Chance zu gewähren. Die Ströme an Flüchtlingen, die über das Mittelmeer kommen, seien zu stark angestiegen, um jeden aufnehmen zu können.

Das Gesetz besagt, dass Geflüchtete in dem Land Asyl erhalten müssen, in dem sie zum ersten Mal Boden betreten. Da sich der Großteil europäischer Staaten jedoch gegen eine gerechte Verteilung der Asylsuchenden wehrt, gehen besagte Länder andere Maßnahmen ein. Da die staatlichen Optionen der Seenotrettung damit quasi nicht geschaffen sind, müssen private Organisationen her, die sich durch Humanität und Fürsorge für das Leben anderer einsetzen und kämpfen.

Die »Ocean Viking« sorgt für Schlagzeilen

Erst kürzlich hat es die Hilfsorganisation SOS Mediterranee mit ihrem Seenotrettungsschiff »Ocean Viking« wieder geschafft, Schlagzeilen zu werfen. Es handelt sich dabei um eine private, deutsche Organisation, die sich seit 2015 für die Rettung von Schiffbrüchigen auf dem Mittelmeer einsetzt und damit auf die Untätigkeit der Europäischen Union reagiert.

Die Organisation rettet Menschen nicht nur vom Mittelmeer, sie setzt sich auch dafür ein, diese sicher an Land zu bringen. Dies erfordert jede Menge Verhandlungs- und Überzeugungsgeschick, da sich die Länder wie schon angesprochen meist gegen die Aufnahme Schiffbrüchiger wehren. Vor wenigen Tagen hat es die Organisation jedoch wieder einmal geschafft, die Erlaubnis zu erhalten, die Menschen an einen sicheren Hafen Italiens zu bringen. Sie gilt als eine der letzten erfolgreichen, aktiven Seenotretter.

Seenotrettung erfordert mehr Aufmerksamkeit

Hand aufs Herz – den meisten Staaten ist es bewusst, dass ihr Vorgehen hinsichtlich der Seenotrettung und Aufnahme von Flüchtigen nicht als besonders human angesehen werden kann. Aus diesem Grunde wird das Thema so weit es geht versucht, von der Gesellschaft fernzuhalten. Es wirft gewiss ein schlechtes Licht auf die Europäische Union, doch kann es offensichtlich nicht so weitergehen. Bürger sind deshalb aufgefordert, das Thema stärker zu konfrontieren und etwas zu erreichen.