Unternehmen und der Umweltschutz

Der Mensch und die Umwelt sind das wichtigste Gut der Erde. Durch die Machenschaften von Politik und Wirtschaft richten wir unseren Planeten aber eigenständig zugrunde.

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Gut für den Planeten, gut fürs Geschäft

Viele Jahre lang nahmen wir unseren Planeten als selbstverständlich hin. Wir zerstörten Wälder, verschmutzen Seen und Meere mit unserem Müll und rotteten Tierarten aus. Mit unserem rücksichtslosen Verhalten treiben wir die Erde an das Ende ihres Seins und gefährden das Überleben der Menschen. Die neue Generation scheint diese Tatsache verstanden zu haben und versucht Politik und Gesellschaft auf diesen Missstand aufmerksam zu machen.

Während die einfachen Bürger bereits daran arbeiten, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern, steht die Umsatzsteigerung bei Unternehmen noch immer an erster Stelle.

Aufgrund der Coronapandemie und dem aktuellen Kampf der Ukraine gegen die russische Armee wird deutlich, wo die Prioritäten der Politik und Landesregierungen liegen. So bittet das Pflegepersonal schon seit Jahren um einen finanziellen Zuschuss. Die großen Defizite der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen wurden uns spätestens in den ersten Wochen der Coronakrise klar vor Augen geführt. Dennoch ließ sich der deutsche Staat nur schwer davon überzeugen, Gelder für den Gesundheitssektor freizumachen. Die Bevölkerung scheint selbst im Jahr 2022 noch sehr wenig zu zählen.

Geht es allerdings um die Stellung Europas und der USA im Welt-Wirtschaftsgeschehen, werden der deutschen Bundeswehr über Nacht 100 Milliarden Euro zugesichert. Der Kapitalismus beherrscht die Welt und Machtspiele sind seit jeher Teil unserer Gesellschaft.

Während die Regierungen mit dem Schicksal der Menschen und dem politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Gefüge der Welt spielen und sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, ist das Treiben der Unternehmen weniger offensichtlich. Firmen arbeiten hart daran, ihren Kunden vorzugaukeln, sich für Werte wie Frieden, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein einzusetzen. Es werden Spenden an Hilfsorganisationen getätigt und prahlerisch Siegel und Zertifikate auf den Webseiten integriert, welche die gute Ader der Unternehmen bekräftigen sollen. Wirft man allerdings einen Blick hinter die Kulissen, erkennt man, dass es mehr Schein als Sein ist.

Obwohl die Corporate Identity durchzogen von Aktionismus und dem guten Willen des Unternehmens ist, sprechen Taten lauter als schöne Worte. Als Kunde sollte man den Versprechungen und Beteuerungen der Dienstleister und Händler wenig Glauben schenken und das Unternehmen mit geschultem Blick unter die Lupe nehmen.

So ist es zwar ehrenhaft, dass mehr vegane und vegetarische Alternativen hergestellt werden, um den Fleischkonsum zu senken, der das CO?-Aufkommen fördert. Werden die Produkte allerdings in Plastikverpackungen gesteckt und in chemischen Prozessen hergestellt, welche die Umwelt schwer schädigen, geht der Sinn verloren.

Unternehmen, die hochwertige Produkte zum niedrigen Preis anbieten, scheinen lobenswert. Sie entlasten die Kundschaft, die unter der Inflation leiden. Allerdings stellen sie die Ware in Länder der Dritten Welt her, beuten die dort ansässigen Arbeitskräfte aus und verschmutzen die Umwelt mit ihrem chemischen Abfall.

Möchte man als Kunde Abstand von solchen Praktiken nehmen und die Umsatzgier solcher Firmen nicht unterstützen, sollte man nach folgenden Merkmalen Ausschau halten:

Auf die Kleinigkeiten kommt es an

Viele Unternehmen rühmen sich mit temporären Aktionen und Hilfeleistungen. Viel wichtiger ist allerdings, dass der nachhaltige Lebensstil konstant im Unternehmen durchgesetzt wird. Dank des heutigen Fortschritts und der technischen Innovationen gibt es unzählige Möglichkeiten, um der Umwelt einen Gefallen zu tun. Werden Arbeitsprozesse digital durchgeführt, um Müllberge zu umgehen? Werden Stoff- oder Papiertragetaschen als Werbegeschenke verteilt, statt auf den altbewährten Plastikkuli zu setzen? Gibt es Maßnahmen zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz wie eine Frühstückspause, kostenloser Sport, höhenverstellbare Tische und Rückengymnastik?

Komplette Transparenz

Ein weiterer Punkt ist die Transparenz des Unternehmens. Werden die Produktionsschritte, Lieferketten und Transportwege offen dargelegt? Werden Geschäftspartner und Lieferanten namentlich benannt oder mit einer Generalisierung bezeichnet? Werden Themen unter den Tisch gekehrt oder nicht angesprochen, ist das außerdem ein Zeichen dafür, dass etwas nicht mit den Werten der heutigen Gesellschaft vereinbar ist.

Das neue Preis-Leistungs-Verhältnis

Wir alle lieben Schnäppchen – keine Frage! Entscheidet man sich allerdings für Billigprodukte, beteiligt man sich aktiv am Klimawandel und der sozialen Ungerechtigkeit. Anstatt also auf den Preis zu achten, sollten Aspekte wie Nachhaltigkeit, Fairness, Nächstenliebe und Umweltschutz an erster Stelle stehen. Der Begriff »Preis-Leistungs-Verhältnis« verliert somit bis zu einem bestimmten Grad seine finanzielle Konnotation und erhält eine ethische Note.

— 13. April 2022
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