William Shakespeare hat in seinen Werken wiederholt beliebte Figuren des religiösen Dramas erwähnt. Er knüpft damit an die Tradition des englischen Dramas an, das wie auch das griechische Drama aus dem Gottesdienst hervorgegangen ist. Die Kleriker stellten damals die Passionsgeschichte in lebenden Bildern dar, um die Liturgie zu beleben und zu verdeutlichen. Diese Aufführungen standen ganz im Dienste der Kirche und galten als Teil des Gottesdienstes. Sie wurden zudem in lateinischer Sprache vorgetragen, das die meisten Zuschauer nicht verstanden, was aber den Zuschauern keinesfalls den Spass an der Aufführung nahm. Im Gegenteil, die Aufführung weckten so großes Interesse, dass irgendwann der Platz in den Kirchen für die Zuschauer zu klein wurde, so dass die religiösen Vorstellungen nach außen verlegt wurden, vor die Portale der Dome, auf die Straßen und Märkte.

Mit der zunehmenden Beliebtheit der Aufführungen wurde die lateinische Sprache nach und nach durch die englische verdrängt. Damit einher ging ein schleichender Verlust des Einflusses der Kirche auf die Aufführungen, so dass nach und nach die profanen und komischen Seiten der Stoffe in den Vordergrund rückten. Zudem wurden im 13. und 14. Jahrhundert bereits Laienschauspieler eingesetzt.

Der Klerus versuchte im 14. Jahrhundert mit den die sogenannten „Moralitäten" (moral plays) gegenzusteuern und stellte Begriffe wie Tugend, Laster, Glaube und Weisheit in den Vordergrund. Aus diesen geistlichen Aufführungen entstanden im 14. Jahrhundert die sogenannten „Zwischenspiele" (interludes), die weniger auf abstrakte Begriffe und Belehrungen setzten, sondern die komischen Elemente in den Vordergrund stellten. Das Unterhalten des Publikum wurde zur ersten Priorität und an die Stelle der allegorischen Figuren traten nun Gestalten aus Geschichte und Gegenwart, die immer öfter von berufsmäßigen Schauspielern dargestellt wurden. Damit wurde der Weg frei für ein Theaterleben, das der Schaulust des Publikums die erste Priorität einräumte und eintönige Monologe durch bewegte Handlungen ersetzte.

Parallel zum englischen Drama entwickelte sich auch ein Theaterleben und die Zunft der Schauspieler. Die ersten Bühnen wurden gebaut, als das religiöse Schauspiel aus den Kirchen auszog und ins Freie verlegt wurde. Die Schauspieler agierten dann auf ebener Erde und die Zuschauer standen oder saßen auf erhöhten Gerüsten oder umgekehrt. In den kleineren Orten wurden kurzerhand die Wagen der Komödianten als Kulisse genutzt. Erst allmählich entstanden in den größeren Städten einfache Tribünen, deren Besuch Eintritt kostete. Beliebt waren vor allem die rechteckigen, von Galerien umgebenen Gasthaushöfe. Sie boten die Möglichkeit, verschiedene Platzkategorien mit unterschiedlichen Preisstrukturen zu schaffen.

Das erste richtige Theater Londons erbaute 1576 James Burbage. Es hieß einfach "The Theatre" und war ein einfacher Bretterbau, der nichts mit den späteren prunkvollen Schauspielhäusern gemein hatte. Zum Ende des 16. Jahrhunderts gab es bereits zwölf Theater in London; die bekanntesten waren "The Swan" und "The Rose" sowie "The Globe" in dem Shakespeare wirkte. Angesiedelt waren sie mehrheitlich am Rande Londons und rund oder sechs- bzw. achteckig gestaltet. Nach oben waren diese Gebäude offen und an den Wänden befanden sich mehrstöckige Galerien, die bei Balkonszenen ebenfalls als Bühne genutzt wurden. Im Vergleich zu heutigen Theaterbauten hatte dies alles Vor- und Nachteile. Der offensichtlichste Nachteil war der, dass die spartanisch ausgestatteten Bühnen große Anforderungen an die Fantasie der Zuschauer stellte. Mangels Kulissen mussten sie sich die entsprechenden Schauplätze der Handlung selbst vor ihrem geistigen Auge erschaffen. Die Schauspieler lieferten primär Dialoge; den Rest mussten sich die Zuschauer selbst ausmalen, was aber offensichtlich kein Manko war. Ebensowenig störte es, wenn bereits verwendete Dokorationen einfach auf der Bühne stehen blieben oder von Hilfskräften weggeräumt wurden. Doch gerade darin lag auch ein Vorteil: Mangels aufwändiger Kulissen konnten die Szenen oft und schnell gewechselt werden, was die vielen, oft nur wenige Verse enthaltenden Szenen in den Shakespeare-Dramen erklärt.

Die Vorstellungen begannen üblicherweise um drei Uhr nachmittags und wurden durch Trompetenstöße und das Hissen einer Flagge angekündigt. Das eigentliche Schauspiel begann meist mit einem Prolog und der Vorstellung der in der Handlung vorkommenden Personen und endeten meist mit einem Epilog. Dazwischen unterhielt der Clown das Publikum mit Späßen, die Pausen wurden mit Musik und Tänzen ausgefüllt.

Schon früh gab es in den englischen Städten gewerbsmäßige Komödianten, die allerdings rechtlos und gemeinsam mit Landstreichern und anderem Gesindel der Polizeiaufsicht unterstellt waren. Viele von ihnen suchten das Patronat vornehmer Aristokraten, um sich selbst und ihre Familien vor Willkür zu schützen. Daraus entstanden teilweise ganze Schauspielgruppen, die quasi einem Protektorat unterstanden. In de zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert, also zur Zeit Shakespeares, besaßen Schauspieler jedoch schon die vollen bürgerlichen Ehrenrechte und konnte, wie auch Shakespeare, geadelt werden. Trotzdem war ihr Ansehen noch nicht allzu hoch, obwohl einige begabte Komödianten es zu Wohlstand und Vermögen brachten.

Feste Ensembles an Theater gab es nicht. Vielmehr zogen Schauspieltruppen von Ort zu Ort. Manche dieser Truppen standen unter dem Protektorat einer bessergestellten Person, meist Aristokraten, die sich dne Luxus einer eigenen Schauspieltruppe leisteten. Innerhalb der Schauspieltruppen hatte der sogenannte "housekeeper" das Sagen. Er leitete das Theater ähnlich einem Pächter für den Eigentümer und erhielt dafür bis zur Hälfte der Einnahmen. Unter den Schauspielern gab es eine dreistufige Hierarchie: die ständigen Schauspieler, die kein festes Gehalt, sondern Anteile aus den Einnahmen bezogen, bildeten die oberste Stufe. Sie engagierten und bezahlten wiederum fremde Komödianten, die gegen feste Gage für eine gewisse Zeit eingestellt wurden. Die unterste Ebene bildeten die Lehrlinge, die bei den einzelnen Mitgliedern in Dienst standen. Da die Truppen meist klein waren, mussten die Schauspieler oft mehrere Rollen übernehmen und auch bei der Vorbereitung der Aufführung mithelfen. Frauenrollen wurden meist von Knaben gespielt.

Neben den gewerbsmäßigen Schauspielern gab es auch Laienbühnen, die am Hofe, an Universitäten und an Schulen spielten. Insbesondere Kindertheater erfreuten sich großer Beliebtheit beim Volk und am Hof, was den Berufsschauspielern Einnahmeausfälle bescherte und von diesem vehement bekämpft wurde. Auch Shakespeare hat diese Kindertheater in seinen Stücken einige Male unfreundlich erwähnt.

Die Stücke wurden nicht selten von den Schauspieltruppen selbst geschrieben oder bearbeitet. Auch Shakespeare war in seiner Anfangszeit bei einer Truppe als Schauspieler und Stückeschreiber beschäftigt. Bei kärglicher Bezahlung musste er in seiner Anfangszeit Handlangerarbeiten verrichten, als Schauspieler agieren und "nebenher", während die Truppe auf Reisen war, neue Stücke schreiben, was ihm jedoch von Anfang an leichtfiel. Der junge Shakespeare lieferte lieferte seiner Truppe durchschnittlich zwei Dramen im Jahr und legte mit seinem Dramen den Grundstein dafür, dass sich seine Truppe im Laufe der 1590-ziger Jahre soviel Respekt und Achtung erspielte, dass sie bei Hofe sogar den Schauspielern der Königin vorgezogen wurde.