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Karl Ferdinand Gutzkow

deutscher Dichter und Journalist (1811 - 1878)

201 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Es muß Herzen geben, welche die Tiefe unseres Wesens kennen und auf uns schwören, selbst wenn die ganze Welt uns verläßt.

  • Takt ist der Verstand des Herzens.

  • Jedes Kind, das zur Welt kommt, predigt sogleich das Evangelium der Liebe.

  • Die Dichter gleichen den einsamen Botenläufern, die morgens in aller Winterfrühe, wenn noch kaum die Hähne gekräht haben, auf den nachts verschütteten Wegen die ersten Fußstapfen wieder eindrücken müssen.

  • Geweckt wird der Genius durch Not. Aber nur das Behaben erhält ihn.

  • Das Talent hat darin fast immer einen Vorsprung vor dem Genie, daß jenes ausdauert, dieses oft verpufft.

  • Alles schon dagewesen.

  • Die Macht des Gebetes liegt in der Ruhe, die nach ihm auf unser Inneres sich breitet.

  • Die meisten unserer Fehler erkennen und legen wir erst dann ab, wenn wir sie an anderen entdeckt haben.

  • Die Journalisten sind die Geburtshelfer und die Totengräber der Zeit.

  • Man kann niemandem beibringen, wie er es anstellen soll, nicht eitel zu sein. Man kann nur lehren, Eitelkeit zu verbergen.

  • Die erste Stelle im Paradiese werden diejenigen einnehmen, die sich in der Ehe getäuscht haben und doch ausharren.

  • Die Sitte aber, sollt er wissen, folgt / dem Urteil nicht, sie folgt dem Vorurteil.

  • Ruhm, mein Knabe, entstand aus rumor. Erstere Silbe / ward den Deutschen. Das or ließ man in Frankreich zurück.

  • Talent ist Form, Genie Stoff.

  • Weisheit soll Klugheit zur Dienerin haben.

  • Wir werden immer gut tun, Vorwürfe, die uns wie nur im Scherz gemacht wurden, getrost als im Ernst gemeint hinzunehmen.

  • Das Meer ist salzig wie die Träne, die Träne ist salzig wie das Meer. Das Meer und die Träne sind sich durch die Einsamkeit verwandt. Das Meer hat sie schon, die Träne sucht sie.

  • Es ist unglaublich, welche Anstrengungen die Menschen machen, um ihren Mangel an Unternehmung und Mut zu verbergen.

  • Die Bedeutenden unter sich verständigen sich schon. Wären nur nicht die Zwischenträger, die Vermittler, die Mitläufer!

  • Man webt keine kunstvolleren Spitzen, als sich deren an den Schleiern finden, mit denen wir unsere geheimen Wünsche und Interessen zu verhüllen wissen.

  • Das Kruzifix ist eine Zierat geworden, die man im Ohre hängen hat.

  • Gedanken werden dann nur gestaltend und schöpferisch, wenn sie an etwas Vorhandenes anknüpfen.

  • Irdisches Glück heißt – : Das Unglück besucht uns nicht zu regelmäßig.

  • Ein jedes Glück ist demjenigen vergänglich, der nicht in sich selbst den Himmel trägt und schon aus sich allein die Quellen strömen lässt, die seinen Durst nach Seligkeiten stillen.

  • Sprich doch nicht von deiner Wahrheitsliebe, wenn du nur rücksichtslos warst.

  • Wahrhaft ist doch nur das ein Glück, das sich mit Andern teilen läßt.

  • Das durch Mühe erworbene Glück ist allein ein wohltuendes. Es gewährt zugleich die Behaglichkeit eines physischen Ausruhens.

  • Bitter ist es, das heute zu müssen, was man gestern noch wollen konnte.

  • Jedes Leben ist ein Versuch, begangene Jugendtorheiten wieder gut zu machen.

  • Leider lässt der rechte Augenblick meistenteils so lange auf sich warten, dass wir von all unserer Aufmerksamkeit bereits ermüdet sind, wenn er endlich wirklich eintrifft.

  • Ein Prahler fühlt sich arm. Er kommt immer auf sich und seine eigenen Leistungen zurück.

  • Halte dir einen tüchtigen Feind! Er wird dir ein Sporn sein, dich zu tummeln.

  • Das Schicksal gewährt Schadloshaltungen, selten aber andere als unerwartete.

  • Wie wenig bedarfst du, wenn du unglücklich bist! Unersättlich macht dich nur das Glück.

  • Wer immer wieder seine Wunden hartnäckig von selbst aufreißt, verrät, dass er sich vor ihrem allzu schnellen Vernarben nicht sicher glaubt.

  • Wer immer getäuscht wurde und immer noch hofft, ist entweder ein Narr oder ein Engel.

  • Willst du dich in deinen alten Tagen vor Leid bewahren, so gib, wenn es irgend in deiner Kraft liegt, jede Unternehmung auf, deren Erfolg außer von dir noch von Andern oder von einer besonderen Gunst des Schicksals abhängt.

  • Die Disharmonie der Welt liegt nur in unserer Anschauung.

  • Wir träumen öfters das, was wir fürchten; seltener das, was wir hoffen.

  • Ein glücklicher Zufall, der aber auch zu glücklich ist, gehört zu den bedenklichen Dingen.

  • Unser Leben ist ein Versuch zur Unsterblichkeit.

  • In Augenblicken übersprudelnder Freude sind wir für die Verdrießlichkeiten des Alltagslebens am allerempfindlichsten.

  • Der Himmel verhängt nicht immer Widerwärtigkeiten über uns, um uns zu demütigen, sondern auch, um uns stolz zu machen.

  • Von ihren Grundsätzen zu reden, ist am meisten denen eigen, die gerade unter der Herrschaft nur ihres Naturells stehen.

  • Im Unglück tröstet nur die Gewöhnung an den ganzen, unverkürzten, durch nichts gemilderten oder weggeleugneten Umfang der schmerzlichen Tatsache selbst.

  • Da wo man Recht hat, fängt die Selbstbeherrschung des Edlen an.

  • Gereiche es dir zum Trost, dass, wie ein Bild, alles Schöne und Gute, bis es erkannt wird, erst nachdunkeln muss.

  • Der beste Freund, den ein großer Mann finden kann, ist der, der es übernimmt, seine Menschlichkeiten vor der Welt zu decken.

  • Wir schwachen Menschen leben lieber von den Vorschüssen, die wir der Zukunft abborgen, als von den zwar mäßigen, aber sichern Renten der Vergangenheit.

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