Anzeige

Adelbert von Chamisso

deutscher Dichter (1781 - 1838)

Den Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso bezeichnet Robert Fischer in seiner Biografie als "frühen Bürger Europas", der "die Gegensätze zweier Nationen erfahren und in seinem Leben zu vereinen" gesucht habe. "Seine Hinwendung zur Natur und die Konsequenz, mit der er schließlich seine Neigung zum Beruf machte, die Erfahrungen des Weltreisenden als Teilnehmer einer russischen Entdeckungsexpedition; die liberalen Anschauungen des aus einem alten Adelsgeschlecht stammenden Dichters, der sich bis in seine letzten Jahre hinein einen Blick für soziale Missstände bewahrte und für alles Neue aufgeschlossen blieb, rücken seinen Lebensweg, der vor mehr als 150 Jahren endete, in ein verblüffend aktuelles Licht."

Geboren wurde Adelbert von Chamisso am 30. Januar 1781 auf Schloss Boncourt bei Ante, Châlons-en-Champagne, Frankreich, und ursprünglich auf den Namen Louis Charles Adélaïde de Chamissot de Boncourt getauft. Chamisso war eines von sieben Kindern des Grafen Louis Marie de Chamissot, einem verarmten Adeligen.

1790 musste die Familie aus ihrem Stammschloss ausziehen und verließ 1792 auch Frankreich, auf der Flucht vor den Revolutionsheeren. Über die Niederlande und Süddeutschland gelangten die Chamissos 1796 nach Berlin, wo sie sich dauerhaft niederließen. Die beiden älteren Brüder arbeiten als Hauslehrer, während Chamisso als Page bei Luise Friederike von Preußen das Französische Gymnasium "Collège Français de Berlin" besuchte.

In den Jahren 1798 bis 1807 leistete Chamisso trotz seiner französischen Wurzeln Militärdienst in der preußischen Armee, wo er 1801 den Dienstgrad eines Leutnants erreichte. Eine Offizierslaufbahn strebte Chamisso jedoch nicht an. Ihn interessierten vielmehr Literatur und schöngeistige Dinge. Bereits während seiner Zeit beim Militär gab er ab 1804 den "Berliner Musenalmanach" mit den Freunden des romantischen Dichterkreises "Nordsternbund" heraus.

Die Jahre 1810 bis 1813 verbrachte Chamisso in Frankreich und der Schweiz und zuletzt wieder in Berlin. In der Schweiz wuchs sein Interesse an der Naturwissenschaft, nachdem er sich bereits vorher zusammen mit Rosa Maria Varnhagen von Ense, die er aus dem Nordsternbund kannte und mit der ihn eine platonische Freundschaft verband, mit Botanik befasst hatte.

1815 nahm er als Naturwissenschaftler an einer dreijährigen Weltumsegelung teil. Chamisso kartografierte große Teile der Küste von Alaska und beschrieb auch die Flora Alaskas sowie die Lebensgewohnheiten der Eskimos und Aleuten.

Im Jahr 1819 wurde Chamisso Mitglied der Gelehrtenakademie Leopoldina und nach dem Weggang Schlechtendals im Jahr 1833 Erster Kustos. 1835 wurde Chamisso auch Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften.

1831 veröffentlichte Chamisso seinen ersten Lyrikband mit älteren Gedichten. Neue Gedichte schrieb er im Alter nur noch selten. Eines der wenigen neuen Gedichte war 1833 "Der rechte Barbier" und natürlich 1831 "Das Riesenspielzeug" über die Burg Nideck im Elsass, das zu seinen bekanntesten Gedichten gehört. Auch Chamissos bekanntestes Werk "Peter Schlemihls wundersame Geschichte" entstand bereits 1813.

Am 21. August 1838 starb Adelbert von Chamisso in Berlin an Lungenkrebs.