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Albert Schweitzer

deutscher Arzt, Musiker, Philosoph und Theologe (1875 - 1965)

Will man die Vielfalt des Wirkens von Albert Schweitzer in knappe Sätze pressen, die Begriffe wie: elsässischer Theologe, Arzt, Musiker, Philosoph u.a. ausdrücken, wird man seinem Wesen und seinem Wirken gewiss nicht gerecht. Denn hinter jedem dieser Begriffe stand eine Leidenschaft für tätige Nächstenliebe und tiefer Ehrfurcht vor dem Leben, das nicht nur sein Denken, sondern vor allem auch sein gesamtes Handeln in besonderer Weise prägte.

Nach dem Studium von Theologie und Philosophie und einer anschließenden Dozententätigkeit studierte er auch noch Medizin und ging als Missionsarzt nach Afrika. Lambaréné wurde zum Schlüsselort seines Lebens, wo er das Tropenhospital errichtete, um die medizinische Not in Äquatorial-Afrika ein wenig zu lindern. Die Finanzierung dieses Projektes in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts erreichte er durch Vorträge, Veröffentlichungen und durch Orgelkonzerte. Dann zog er in den Ersten Weltkrieg, wurde in Frankreich interniert und schaffte es jedoch, zwischen den beiden Weltkriegen sein großes Projekt weiter voranzutreiben.

Nach dem zweiten Weltkrieg jedoch begann die Blüte seines Schaffens, da er nun ungestörter an seinem Werk der Nächstenliebe wirken konnte.

Für seine humanistischen Bemühungen erhielt er Ehrendoktorwürden und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels neben vielen weiteren Ehrungen. Seine Ethik wurde von allen Menschen unmittelbar verstanden und er selbst stellte sich die Daseinsfragen immer wieder neu auch unter philosophischen Gesichtspunkten, die in seinen Schriften niedergelegt wurden. Unvergessen dabei auch seine These: "lch bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will".

Albert Schweitzer ist ein früher Kämpfer gegen die Gefahren des Atomkrieges und die Zerstörung der Umwelt. Bereits in den 50er Jahren war er einer der weltbekannten der internationalen Friedensbewegung gegen atomare Aufrüstung.

Als er am 4.September 1965 verstarb, hatte die Welt nicht nur einen großen Humanisten verloren, sondern auch einen Menschen der tätigen Nächstenliebe, der seine Ethik nicht nur als philosophisches Konzept verstand, sondern direkt am Menschen in Liebe verwandelte durch reines Tun.