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Benjamin Franklin

amerikanischer Politiker und Wissenschaftler (1706 - 1790)

Am 17. Januar 1706 in Boston, Massachusetts, geboren als Sohn eines Seifen- und Kerzenmachers, machte Franklin zunächst eine Karriere als Drucker, bevor er sich im Alter von 42 Jahren aus dem Geschäftsleben zurückzog und in die Politik ging. Sein sozialer Aufstieg galt über lange Zeit hinweg als ein Musterbeispiel dafür, wie man sich aus eigener Kraft und Disziplin emporarbeiten kann.

Als einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten beteiligte er sich am Entwurf der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und war einer ihrer Unterzeichner. Während der Amerikanischen Revolution vertrat er die Vereinigten Staaten als Diplomat in Frankreich und handelte sowohl den Allianzvertrag mit den Franzosen als auch den Frieden von Paris aus, der den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg beendete. Als Delegierter der Philadelphia Convention beteiligte er sich an der Ausarbeitung der amerikanischen Verfassung.

Franklins Leben war in hohem Maße von dem Willen geprägt, das Gemeinwesen zu fördern. Die Gründung der ersten freiwilligen Feuerwehren in Philadelphia, der ersten Leihbibliothek Amerikas und die Konstruktion eines besonders effektiven und raucharmen Holzofens sind Beispiele für sein Streben, die Lebensqualität und Bildungschancen seiner Mitmenschen zu verbessern. Auch seine wissenschaftlichen Entdeckungen standen ganz im Dienste der Nützlichkeit. Mit der Erfindung des Blitzableiters gelang es ihm, einer der bis dahin bedrohlichsten Naturerscheinungen den Schrecken zu nehmen.

In seinem letzten Lebensjahr engagierte sich Franklin öffentlichkeitswirksam für die Abschaffung der Sklaverei obwohl seine Einstellung zur Sklavenhaltung bis dahin grundlegend anders war. Während seiner Zeit als Verleger in Philadelphia ließ er noch Anzeigen für den Verkauf von Sklaven oder für die Suche nach entlaufenen Sklaven drucken und hielt in seinem Haushalt zudem eigene Sklaven. Doch schon 1729 hatte er eine der ersten Veröffentlichungen gegen die Sklaverei in den Kolonien gedruckt und seine Frau Deborah meldete ihre Haussklaven in einer Schule für Schwarze in Philadelphia an.

Am Abend des 17. April 1790, drei Monate nach seinem 84. Geburtstag, starb Franklin im Kreise seiner Familie. Vier Tage später wurde er neben seiner Frau Deborah unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Philadelphia beigesetzt. Gemäß seinem letzten Willen bedeckt eine schlichte Marmorplatte mit den Worten "Benjamin und Deborah Franklin" das Grab.