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Carl Spitteler

schweizerischer Schriftsteller (1845 - 1924)

Carl Spitteler wurde am 24. April 1845 in Liestal im Bezirk Liestal des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz in die Familie eines protestantischen Richters und Landschreibers geboren.

Von 1849 bis 1856 wohnte die Familie in Bern, wo der Vater als eidgenössischer Staatskassierertätig war. 1856 kehrten Spittelers Eltern nach Liestal zurück, während er der Schule wegen, die in Basel mehr zu versprechen schien, im Januar 1857 zu einer Tante in Basel in Pension kam und dort bis April 1860 blieb. Am Pädagogium in Basel wurde er insbesondere von seinem Lehrer Jacob Burckhardt stark geprägt.

In den Jahren 1860 bis 1862 lebte Spitteler wieder im Elternhause im nahen Liestal und fuhr von da täglich mit der Bahn nach Basel zur Schule. In die Schule ging er jedoch mit Widerwillen, denn das Zeichnen war seine einzige Liebhaberei. Da er in der Schule jedoch keine Förderung erhielt, blieb es eine Liebhaberei. Ebenso wie die Musik. Im Sommer 1861 erkannte eine Verwandte seine Gabe zur Musik, und er lernte Klavierspielen. Doch auch dies blieb Liebhaberei.

Im Oktober 1862 entschloss er sich, Dichter zu werden und begann mit einem Drame "Saul", an dem er bis Oktober 1865 arbeiten sollte.

1863 beginnt Spitteler ein Jura-Studien in Basel, das er jedoch nach zwei Jahren wieder abbricht. Statt dessen beginnt er 1865 ein Studium der protestantischen Theologie in Zürich und ab 1867 in Heielberg, obwohl er eigentlich Atheist war. Nebenher arbeitete er an seinem Werk "Prometheus und Epimetheus".

In der Vorbereitung auf das theologische Staatsexamen kehrt Spitteler im Herbst 1868 von Heidelberg nach Liestal zurück. Ein Jahr später waren auch alle pathetischen Szenen des späteren Prometheusbuchs schon völlig fertig "ausgedacht". Doch sdas Examen wird eine Pleite. Das Liestaler Pfarrerkollegium hatte ihn auf Grund von Unglauben und angeblichen Mangels an Kenntnissen erst gar nicht zum Examen zugelassen. Das weckt seine trotzige Entschlusskraft. Ein intensiveses Studium 1870 und 1871 in Basel bringt ihm im Frühling 1871 ein 1a Examen.

Im Sommer 1871 wird Spitteler zum Pfarrer in Arosa im Graubünderland gewählt. Er schlägt das Amt jedoch aufgrund seiner atheistischen Überzeugung aus. Im August 1871 geht er nach Russland, wo er zunächst in Petersburg als Erzieher in der Familie eines russischen Generals tätig war.

Erst 1879 kehrte Spitteler in die Schweiz zurück und unterrichtete bis 1881 an der Einwohnermädchenschule in Bern. Später arbeitete er als Lehrer in La Neuveville und als Journalist in Basel, unter anderem auch als Feuilletonredakteur für die Neue Zürcher Zeitung.

Ende 1880 wird der erste Teil des Prometheus gedruckt und erscheint. Im Frühling und Sommer 1881 wird der zweite Teil geschrieben und gedruckt. Die Veröffentlichung erfolgte jedoch unter dem Pseudonym Carl Felix Tandem.

1883 heiratete er eine frühere Schülerin mit der er zwei Töchter hatte.

Als Spitteler 1893 durch eine Erbschaft seines verstorbenen Schwiegervaters finanziell unabhängig wurde, ließ er sich in Luzern mit seiner Familie als freier Schriftsteller nieder. Hier entstand auch sein großes Versepos "Olympischer Frühling" (1900–1905), in dem Spitteler in rund 20.000 Versen Figuren und Handlungsstränge der griechischen Mythologie in seine eigene, moderne Erlebniswelt transportierte.

1905 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich und 1915 die der Universität Lausanne.

Im Jahr 1920 erhielt Carl Spitteler rückwirkend für 1919 als erster Schweizer den Literaturnobelpreis "im besonderen Hinblick auf sein mächtiges Epos >Olympischer Frühling<".

Ebenfalls 1920 wurde er mit dem Grossen Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung ausgezeichnet.

Am 29. Dezember 1924 starb Carl Spitteler in Luzern.