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Daniel Spitzer

österreichischer Feuilletonist, Satiriker, Erzähler und Jurist (1835 - 11.11893)

Daniel Spitzer war ein österreichischer Autor. Bekannt wurde er vor allem als Verfasser der humoristisch-satirischen "Wiener Spaziergänge". Sie umfassen 7 Bände, die von 1869-86 zuerst in der "Presse", dann in der "Deutschen Zeitung" und ab 1873 in der "Neuen Freien Presse" erschienen.

Geboren wurde Daniel Spitzer am 3. Juli 1835 in Wien als Sohn eines Fabrikanten. Er besuchte zunächst das achtjährige Akademische Gymnasium und studierte anschließend in Wien mit Rechtswissenschaften, Geschichte und Philosophie. Nach Abschluss des Studiums im Fach Rechtswissenschaften wurde Spitzer für acht Jahre Beamter in der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer.

1868 verließ Spitzer den ungeliebten Staatsdienst und arbeitete fortan als freier Schriftsteller und Journalist. Er schrieb vorwiegend populäre Kolumnen und Satiren, die in verschiedenen deutschsprachigen Feuilletons und Zeitschriften veröffentlicht wurden. Dabei trat er immer wieder gegen politische und soziale Missstände auf, was ihm viele Gegner im national-konservativen Lager einbrachte. Mit seinen teils bissigen Satiren galt er auch für Karl Kraus als ein leuchtendes Vorbild. Spitzers humoristische Satiren und Aphorismen sind heute der bekannteste Teil seines Werks.

Spitzer schrieb aber auch Lyrik wie beispielsweise seine "Lieder eines Wiener Flaneurs", die 1864/65 entstanden. Seine damals populären Novellen "Das Herrenrecht" (1877) und "Verliebte Wagnerianer" (1880) traten jedoch mehr und mehr in den Hintergrund, auch wenn sie nie ganz vergessen wurden.

Im Jahr 1877 erschienen Briefe Richard Wagners an eine Putzmacherin, mit Kommentaren von Daniel Spitzer.

Im Februar 1891 erkrankte Daniel Spitzer an Krebs. Zur Behandlung zog er im Oktober 1891 in österreichisch-ungarische Meran. Aber die Krebserkrankung war unheilbar. Am 11. Januar 1893 starb Daniel Spitzer in Meran, wo er auch beerdigt wurde.