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Franz Grillparzer

österreichischer Schriftsteller (1791 - 1872)

Grillparzers poetische Anfänge wurden von der Romantik und von der vorübergehenden Irrung der Schicksalstragik, der er in der „Ahnfrau“ sein Opfer brachte, beeinflusst. Wenn er sich von diesen Einflüssen verhältnismäßig rasch zu emanzipieren wusste, so gelang ihm dies mit denen seiner heimatlichen Verhältnisse und Bildungszustände nicht.
Nicht das Maß des Menschlichen, welches die edle, hoch tragende, ungeahnte Kräfte erweckende, läuterungsfähige Leidenschaft mit einschließt, sondern jenes, welches die Leidenschaft ausschließt, wurde das Maß von Grillparzers Welt. Daher konnte er sich einerseits eng an die klare Durchbildung und Gestaltung des Stoffes, an die Formenschönheit der klassischen Dichtung anschließen und blieb anderseits doch durch eine tiefe Kluft von derselben getrennt.
Die Hauptstärke Grillparzers lag in der Entwicklung des Liebesgefühls zu einer dramatischen Handlung.
1825 wurde die Tragödie „König Ottokars Glück und Ende“ (Wien 1825), 1828 „Ein treuer Diener seines Herrn“ (1830), 1831 „Des Meeres und der Liebe Wellen“ (1840), 1834 das Drama „Der Traum ein Leben“ (1840) mit Erfolg im Wiener Burgtheater aufgeführt.
1838 beschloss Grillparzer, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, schrieb aber weiterhin. In den nächstfolgenden Jahren entstanden die Dramen: „Libussa“, „Die Jüdin von Toledo“, „Ein Bruderzwist in Habsburg“ sowie das stimmungsvolle Fragment „Esther“ und zahlreiche lyrische Dichtungen.
Von seinen Erzählungen sind die Rahmenerzählungen „Das Kloster bei Sendomir“ (1827) sowie „Der arme Spielmann“ (1847) bekannt.

Dramen:
* Blanka von Kastilien, Jugenddrama (1807–1809)
* Die Ahnfrau (1817)
* Sappho (1818)
* Das goldene Vlies (1819)
o 1. Teil: Der Gastfreund
o 2. Teil: Die Argonauten
o 3. Teil: Medea
* Melusina (1822/23). Romantische Oper. Musik: Conradin Kreutzer. UA 1833
* König Ottokars Glück und Ende (1825)
* Ein treuer Diener seines Herrn (1830)
* Des Meeres und der Liebe Wellen (1831)
* Der Traum ein Leben (1834)
* Weh dem, der lügt! (1838)
* Libussa (1848)
* Ein Bruderzwist in Habsburg (1848)
* Esther, Dramenfragment (1848)
* Die Jüdin von Toledo (1855)

Novellen:
* Das Kloster bei Sendomir (1827)
* Der arme Spielmann (1848)