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Heinrich Zille

deutscher Grafiker, Maler und Fotograf (1858 - 1929)

Der Maler und Grafiker Heinrich Rudolf Zille wurde am 10. Januar 1858 in Radeburg bei Dresden als Sohn eines Goldschmieds und Uhrmachers geboren./p>

Zilles Kindheit und Jugend war nicht leicht. Sein Vater saß mehrmals im Schuldgefängnis und die Gläubiger bedrohten die Familie, so dass der Junge oft zur Großmutter gegeben wurde.

1861 zog die Familie Zille zunächst nach Dresden und bald darauf nach Potschappel, das heute zu Freital gehört. Hier besuchte Heinrich Zille von 1865 bis 1867 die Grundschule. Dann flüchtete die Familie vor den Schuldeneintreibern nach Berlin. Zille wuchs unter ärmlichen Bedingungen auf und musste neben der Schule für die Familie Geld hinzu verdienen.

Da Zille sich schon früh für Grafik interessierte, begann er bereits während der Schulzeit Zeichenunterricht zu nehmen, den er durch diverse Tätigkeiten finanzierte, und begann eine Lehre als Lithograph bei dem Steinzeichner Fritz Hecht sowie zusätzliche Studien an der "Königlichen Kunstschule" unter Professor Theodor Hosemann, der als Maler, Illustrator und Karikaturist tätig war. Hosemann, der selbst ein humorvoller und präziser künstlerischer Beobachter des Altberliner Kleinbürgers, war es auch, der Zille den Rat gab, sich auf die Straße zu begeben und die Menschen zu beobachten. Damit erhielt Zille einen der nachhaltigsten Impulse für seinen künstlerischen Lebensweg. Das Volksleben sollte sein Hauptmotiv werden, wobei er das Lokalkolorit mit Sozialkritik würzte und so seinen Stil fand.

Nach Abschluss der Studien arbeitete Zille ab 1875 zunächst in den verschiedenen Betrieben, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ein wichtiger Meilenstein wurde dabei seine Tätigkeit in der Lithografieanstalt "Winckelmann & Söhne", wo er als Geselle die unterschiedlichsten grafischen Techniken und auch die späteren Tiermaler Oskar Frenzel und Richard Friese kennenlernte.

Zum Oktober 1877 erhielt Zille eine Anstellung als Geselle bei der "Photographischen Gesellschaft Berlin", bei der er dreißig Jahre lang bleiben sollte und sein sicheres Auskommen hatte.

Um die Jahrhundertwende konnte Heinrich Zille erste Zeichnungen in Zeitschriften wie "Simplicissimus"," Jugend – Münchener Illustrierte Wochenschrift für Kunst & Leben" und "Die Lustigen Blätter" veröffentlichen und erwarb sich erste Anerkennung als Künstler.

Mit den Mappen "Mutter Erde" (1905) und "Zwölf Künstlerdrucke" (1909) erlangte Zille überregionale Bekanntheit als einer der besten deutschen Zeichner. Seine ersten volksnahen Milieuzeichnungen "Kinder der Straße" und "Berliner Rangen" erschienen im Jahr 1908.

1914 veröffentlichte Zille seinen zweiten Bildband "Mein Milljöh" heraus, der heute als sein Markenzeichen gilt.

Im Jahr 1924 wurde Zille Professor und Mitglied der Preußischen Akademie der Künste.

Am 9. August 1929 starb Heinrich Zille in Berlin nachdem er zuvor schon zwei Schlaganfälle erlitten hatte.