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Johann Georg Jacobi

deutscher Dichter (1740 - 1814)

Johann Georg Jacobi wurde am 2. September 1740 auf Gut Pempelfort bei Düsseldorf als Sohn eines wohlhabenden Bankiers und Kaufmanns geboren. Sein jüngerer Bruder war der als Philosoph, Jurist, Kaufmann und Schriftsteller bekannte Friedrich Heinrich Jacobi.

Jacobi hatte eine glückliche Kindheit und genoss eine sorgfältige Erziehung, die ihn früh mit französischer Bildung vertraut machte und ihm die Poesie nahe brachte. Mit 18 Jahren ging er an die Universität Göttingen, wo er bis zu Ostern 1761 blieb und zunächst Theologie studierte. Vorübergehend beschäftige er sich in Helmstedt mit Rechtswissenschaft, bevor er sich Ende 1762 der Philologie zuwandte und sich ganz dem Studium der alten und neuen Sprachen widmete. Das Studium beendete er mit einer Dissertation über Torquato Tasso (Vindiciae Torquati Tassi) .

1764 erschienen seine "Poetische Versuche", die er Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz widmete. In der Sammlung sind nur wenige Gedichte, darunter eine Ode über den Tod seiner zweiten Mutter, eine Übersetzung aus Dante.

Im Jahr 1765 erhielt Jacobi eine außerordentliche Professur für Philosophie und Beredsamkeit an der Universität Halle. Neben einem "teutschen Practicum" hielt er Vorlesungen über Voltaires "Henriade" und Tassos "Befreites Jerusalem".

1766 wurde für Jacobi ein richtungsweisendes Jahr. Durch einen glücklichen Zufall machte er im Bad Lauchstädt die Bekanntschaft des Dichters Johann Wilhelm Ludwig Gleim, der an dem jungen Poeten Gefallen fand. In der Folge gingen einige poetische und prosaische Episteln von Halberstadt nach Halle und zurück, bevor Gleim ihm 1769 die Sinekure eines Kanonikus am Dom zu Halberstadt verschaffte.

Nach Jacobi 1767 Romanzen, aus dem Spanischen des Gongora übersetzte und 1769 "Nachtgedanken" und "Winterreise" schrieb, verfasste er in Halberstadt wie sein Gönner Gleim vorwiegend Liebes- und Trinklieder im Stil des altgriechischen Lyrikers Anakreon.

1773 gab Jacobi mit Christoph Martin Wieland den "Teutschen Merkur" und später mit Wilhelm Heinse die "Iris", eine "Literarische Vierteljahrsschrift für Frauenzimmer", heraus.

Im Jahr 1784 wird Jacobi auf den von Kaiser Joseph II. neu eingerichteten Lehrstuhl der Schönen Wissenschaften an die vorderösterreichische Universität Freiburg berufen. Dort führte seinen Weg in die katholisch geprägte Gesellschaft vorwiegend über das weibliche Publikum. Jacobi richtete für die gebildeten Damen ein literarisches Kränzchen ein, in dem vor allem über gefühlvolle Poesie gesprochen wurde, die Jacobi selbst liebend gerne lieferte.

1803 legte Jacobi seine Zeitschrift "Iris" neu auf, jedoch als "Vierteljährliches Taschenbuch für die gelehrten Frauenzimmer". Die wurde zum Forum für den von ihm gegründeten Oberrheinischen Dichterkreis, zu dem Goethes Schwager Johann Georg Schlosser, Gottlieb Konrad Pfeffel und Johann Peter Hebel zählten.

Jacobi verfasste zahlreiche Gedichte und dichtete Sing- und Schauspiele. Viele seiner Lieder wurden später von Schubert, Haydn und Mendelssohn vertont.

Spät, mit 42 Jahren, heiratet Jacobi 1792 die über 25 Jahre jüngeren katholischen Magd Maria Ursula Müller, die ihm noch im gleichen Jahr einen Sohn schenkt, der jedoch bereits 1811 verstirbt. Den Tod seines einzigen Sohnes, den konnte Jacobi nie verwinden.

1812 stellte Jacobi seine Lehrtätigkeit ein.

Am 4. Januar 1814 starb Johann Georg Jacobi in Freiburg im Breisgau.