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Johann Gottfried Seume

deutscher Schriftsteller (1763 - 1810)

Der deutsche Dichter und Schriftsteller Johann Gottfried Seume wurde am 29. Januar 1763 in Poserna, Kursachsen, als Sohn des Landwirts und einer Bauerntochter geboren. Er besuchte die Dorfschule und die Lateinschule des Rektors Korbinsky in Borna. In den Jahren 1780/81 studierte 1780/81 Seume an der Universität Leipzig Theologie.

1781 wurde Johann Gottfried Seume auf dem Weg nach Paris von Soldatenwerbern ergriffen, zum Dienst in der Armee gezwungen und vom Landgrafen von Hessen-Kassel an England für den Kampf im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg vermietet. Nach monatelanger Überfahrt landete er im August 1782 bei Halifax in Kanada, wo es jedoch nicht mehr zu Kampfhandlungen kam. Seine Bewunderung für die natürliche Ungezwungenheit der Einwohner schlug sich in seinem oft zitierten Gedicht "Der Wilde" nieder: "Ein Kanadier, der Europens übertünchte Höflichkeit nicht kannte…" In Halifax schloss er Freundschaft mit dem hessischen Offizier Karl von Münchhausen.

Im Herbst 1783 wurde Seume nach Bremen zurücktransportiert und nach der Flucht aus der hessischen Armee von Werbern des Preußenkönigs Friedrich II. nach Emden gebracht, wo er bis 1787 als Musketier diente. Zwei Fluchtversuche aus dem preußischen Dienst scheiterten; ihm drohte die nicht selten todbringende Strafe des Spießrutenlaufens, die durch Vermittlung von Oberst Wilhelm René de l’Homme de Courbière in eine Kerkerstrafe umgewandelt wurde.

Als ihm gegen Kaution Urlaub aus dem preußischen Dienst gewährt wurde, ging Seume nach Sachsen und setzte an der Universität Leipzig seine Studien fort. Von 1789 bis 1792 studierte Seume Jura, Philosophie, Philologie und Geschichte. Er beendete das Studium mit dem Magister, habilitierte sich und arbeitete danach wie schon während des Studiums als Hofmeister.

Seine Anstellung im Dienste eines Grafen von Igelström verschaffte Johann Gottfried Seume bald eine Stelle als Sekretär mit Offiziersrang bei dessen Bruder, dem russischen General von Igelström. Als solcher erlebte er die Niederwerfung des polnischen Aufstandes auf der Seite der herrschenden Russen. 1796 wurde Seume aus der russischen Armee entlassen. Dennoch blieb ihm zeitlebens ein großes Interesse an militärischen Fragen erhalten, so dass er in seinen Reiseschriften wiederholt darauf eingeht, wie viele Soldaten man zur Verteidigung oder Eroberung der jeweils besichtigten Festung oder Stadt benötige.

Von 1797 bis 1801 arbeitete Seume als Korrektor in Grimma bei seinem Freund, dem Verleger Georg Joachim Göschen. 1797 veröffentlichte er mit Münchhausen den gemeinsamen Gedichtband "Rückerinnerungen".

In den folgenden Jahren ab 1801 unternahm Johann Gottfried Seume zwei große Reisen, die ihn in weite Teile Europas führten, unter anderem nach Syrakus, Russland, Finnland und Schweden. Seine Eindrücke auf diesen Reisen beschrieb er mit besonderem Blick auf die jeweiligen sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnisse. Johann Gottfried Seume gilt seitdem als kulturhistorischer Reiseschriftsteller, der mit Genauigkeit und Nüchternheit über die Verhältnisse in fremden Ländern berichtete.

Der "Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802" beschreibt in neuer Weise die Eindrücke des Schriftstellers als Reiseerlebnis: subjektiv, eigenwillig, politisch, kritisch, alltagsnah. Dem Vorbild Seumes folgte eine Vielzahl weiterer Autoren, die in ihren Werken die jeweiligen Verhältnisse und die sich andeutenden Umbrüche des 19. Jahrhunderts anschaulich darstellten.

Aufgrund seiner eigenen Erlebnisse als Soldat in Nordamerika und Deutschland, setzte Johann Gottfried Seume sich besonders für die Freiheitsrechte einzelner Menschen und ganzer Völker ein. Eine regelrechte Aversion hatte Seume gegen Privilegien, die er aufs schärfste bekämpfte, diese verstärkte sich mit zunehmendem Alter immer mehr und ward Quell so mancher Apelle, die Seume in seinem "Apokryphen" sammelte.

Die ersten zwanzig Lebensjahre bis zur Rückkehr aus Amerika verarbeitete Seume zu einer Autobiographie mit dem Titel "Mein Leben".

Am 13. Juni 1810 starb Johann Gottfried Seume in Teplitz, Böhmen.