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Johann Peter Eckermann

deutscher Schriftsteller (1792 - 1854)

Der am 21. September 1792 in Winsen (Luhe) geborene deutsche Dichter Johann Peter Eckermann gehört zu den Künstlern, die weniger durch ihre Kunst als vielmehr durch ihre Person bekannt wurden. Eckermann gilt für die meisten Menschen einfach nur als der Vertraute Goethes, der Mann, die seine Gespräche mit Goethe aufzeichnete und sie der Nachwelt überlieferte.

Während Goethe große Stücke auf seinen jungen Freund hielt, konnte schon Friedrich Hebbel zu seinen Lebzeiten wenig mit Eckermann anfangen, den er für unbedeutend hielt, so wie auch Eckermanns lyrisches Werk als literarisch unbedeutend galt.

Seinen ersten Gedichtband veröffentlichte Eckermann 1921 im Selbstverlag, bevor 1938 ein zweiter Band bei Brockhaus veröffentlicht wurde. Obwohl die Gedichte eine treuherzige Offenheit, Ehrlichkeit und Lebensklugheit zeigen, weisen sie oft auch eine melancholische Schwere auf und sind zudem von handwerklichen Unzulänglichkeiten durchzogen.

Im krassen Gegensatz dazu stehen die Aufzeichnungen seiner "Gespräche mit Goethe" die 1836 in zwei Bänden veröffentlicht wurden. Diese Unterhaltungen gelten als authentisch und wurden zu einer der wertvollsten Quelle für die Goethe-Forschung.

Goethe selbst schrieb "Eckermann [...] ist [...] vorzüglich die Ursache, dass ich den Faust fortsetze" und ließ ihm im Jahr 1825 einen Doktorgrad der Universität Jena verleihen, was Eckermann damals peinlich war, denn ein Studium hatte er mangels finanzieller Möglichkeiten nie abgeschlossen.

Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen besuchte Eckermann die Schule nur unregelmäßig. Er fiel jedoch durch seine geistigen Fähigkeiten und künstlerischen Begabungen auf und erhielt zwischen 1808 und 1813 Anstellungen als Amtsschreiber. Nach seiner Soldatenzeit wanderte er 1814 nach Hannover um Kunstmaler zu werden. Doch die Ausbildung musste er mangels Finanzen wieder aufgeben. Eckermann nahm erneut eine Stelle in der staatlichen Verwaltung an und besuchte nebenher das Gymnasium in Hannover. Das im Anschluss an die Gymnasialzeit begonnene Studium der Jurisprudenz und Philologie in Göttingen musste er aber auch bald wieder mangels Geld aufgeben.

Eckermann versuchte sich nun an Gedichten und schrieb seine "Beyträge zur Poesie mit besonderer Hinweisung auf Goethe" die er Goethe zukommen ließ. Der alternde Meister lud den jungen Mann ein, ihn in Weimar zu besuchen, was Eckermann am 10. Juni 1823 auch tat.

Aus dem Vorschlag Goethes, einige organisatorische Arbeiten für ihn zu übernehmen, entstand das allseits bekannte unverbindliche Verhältnis zwischen dem alternden Goethe und seinem jungen Verehrer, der die Gegenwart Goethes als eine Chance des Lernens betrachtete. Goethe wiederum schätzte die Zuverlässigkeit und das Engagement Eckermanns. "[Er] bleibt, wegen fördernder Teilnahme, ganz unschätzbar." schrieb er einmal über seinen jungen Gefährten.

In seinem Testament setzte Goethe Eckermann zusammen mit seinem langjährigen Mitarbeiter Friedrich Wilhelm Riemer zum Herausgeber seines literarischen Nachlasses ein. Doch nach Goethes Tod im Jahr 1832 wurde Eckermann immer öfter ignoriert und gemieden. Am 3. Dezember 1854 starb Johann Peter Eckermann in Weimar, einsam und krank.