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Matthias Claudius

deutscher Dichter (1740 - 1815)

Aus einer Pastorenfamilie stammend, studierte Matthias Claudius zunächst Theologie, Recht und Staatswissenschaften bevor er von 1770-75 Herausgeber und Mitarbeiter des "Wandsbecker Boten" wurde.

Ab 1777 war Matthias Claudius dann nur noch als Schriftsteller tätig. Allerdings war Claudius' finanzielle Lage stets prekär, bis er ab 1785 einen Ehrensold des dänischen Kronprinzen Friedrich erhielt. Friedrich hatten die literarischen Qualitäten von Claudius überzeugt. Friedrich verschaffte ihm auch 1788 ein Revisorenamt bei der Schleswig-Holsteinischen Speciesbank in Altona, das ihm ohne größere Einschränkung seiner literarischen Arbeit ein Auskommen sicherte, denn er musste lediglich viermal im Jahr zur Prüfung der Quartalsabschlüsse in Altona erscheinen.

Claudius' Werke erschienen zunächst verstreut in Musenalmanachen und Zeitschriften, vor allem im Wandsbecker Boten. Die von Heinrich Carl von Schimmelmann initiierte Tages-Zeitung "Der Wandsbecker Bothe", erschien viermal pro Woche. Jeweils 3 der 4 Druckseiten widmeten sich dem politischen Geschehen in Europa, während die vierte Seite, für die Claudius zuständig war, "gelehrte Sachen" enthielt, die Claudius auf seine ganz eigene Art gestaltete. So veröffentlichte Matthias Claudius neben gedichten und Liedern auch einen fiktiven Briefwechsel des Asmus mit seinem Vetter Andres. Später konnte er bekannte Autoren wie Voß, Gleim, Klopstock und Johann Georg Jacobi als freie Mitautoren gewinnen.Das Konzept kam bei der Leserschaft an und machte die Zeitung in ganz Deutschland bekannt. Da sie jedoch keinen finanziellen Erfolg brachte, wurde sie 1775 eingestellt.

Matthias Claudius schrieb aber auch nach der Schließung des "Wandsbecker Boten" weiter unter diesem Namen und begann ab 1775 die mehrbändige Textsammlung "Asmus omnia sua secum portans" (oder "Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen") zu veröffentlichen. Die ersten Bände erschienen 1775 in Hamburg. In unregelmäßigen Abständen folgten weitere Bände, der letzte 1812 mit Werken aus den Jahren 1803–1812. Ab dem 4. Band 1783 überwogen religiöse Themen. Dabei trat seine ablehnende Haltung gegenüber der Aufklärung immer stärker hervor. Damit befand er sich in Übereinstimmung mit dem theologisch und politisch konservativen Emkendorfer Kreis.

Für Matthias Claudius waren Schlichtheit und Demut erklärte Maßstäbe. Einige seiner Gedichte wurden unter anderem von Franz Schubert vertont. Eines der bekanntesten Lieder von Matthias Claudius ist "Der Mond ist aufgegangen", das zum festen Bestandteil der deutschen Volkslied-Kultur wurde.