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Michael Ende

deutscher Schriftsteller (1929 - 1995)

Als im Sommer 1995 der Tod Michael Endes bekannt wurde, fühlten vermutlich ganze eine Reihe Menschen: zu früh! Zu früh für ein Talent, dass uns unsäglich viel Schönes noch zu schenken hätte, das gleichzeitig unterhält wie dazu impulsiert, sich für bessere Zustände in der Welt einzusetzen. Doch was die Liebhaber seiner Bücher in der Zeit seines Schaffens bekamen war viel und tief dazu. Dafür werden ihm sie ihm wohl immer dankbar sein.

AM 12. November 1929 wurde Michael Ende in Garmisch-Partenkirchen geboren, zog in den 30er Jahren nach München und kam zwangsläufig wie die meisten Deutschen seines Alters zum Jungvolk. Sein Vater, ein Surrealist, wurde unter Berufsverbot gestellt, da auch seine Bilder zur „entarteten Kunst“ jener dunklen Ära zählten. Der Mutter, einer Heilgymnastin, wurde es zur Aufgabe, für die Familie existentiell zu sorgen. Schlimme Jahre für die Familie, die sie mit der Generation ihrer Zeit zu teilen hatten. Noch in den Kriegsjahren beginnt Michael Ende mit seinem ersten Schreiben, bekommt jedoch einen Stellungsbefehl, zerreist ihn und schlägt sich nach München zur Mutter wieder durch. Nach dem Kriegsende kommt der Vater aus der amerikanischen Gefangenschaft und kann an seinen eigenen Werken weiter schaffen. Michael Endes weiterer Schulweg führt ihn zur Waldorfschule und 1948 schafft er die Aufnahmeprüfung an die Schauspielschule der Münchener Kammerspiele. Sein Hauptziel jedoch bleibt die Liebe zum Schreiben, die er u. a. auch in politische Kabaretts Sketche, Soli, Chansons und einer Komödie weiter forciert. Er erlebt die Trennung der Eltern und lernt auch seine Frau, Ingeborg Hoffmann Anfang der Fünfziger Jahre kennen. Er gerät in eine Schaffenskrise und will das Schreiben ganz aufgeben. Doch dann gelingt sein erster Coup und er schreibt 1958 „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“. Auch ihm bleibt die Odyssee durch die Verlagsbüros nicht erspart, wie es viele bekannte und unbekannte Autoren schmerzlich erdulden müssen. Der Thiememann Verlag jedoch erkennt offenbar die Begabung Endes und so erscheinen seine ersten großen Bände 1960 und 1962. Der Deutsche Jungendbuchpreis wird ihm verliehen und seine Verkaufszahlen steigen rasant an, nachdem auch Funk und Fernsehen seine Bücher aufgegriffen haben.

Nach diesem Erfolg ist die finanzielle Existenz gesichert und er kann sich wieder dem Schreiben von Theaterstücken widmen, nachdem die Bücher in viele Sprachen übersetzt wurden. 1971 zieht Ende mit seiner Frau nach Italien wo sein Roman „Momo“ entsteht und auch bei Thienemann erscheint. Auch dieses wird wieder ein Riesenerfolg, der mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt wird.

1979 erscheint die „Unendliche Geschichte“, die ihm verdienter Maßen Weltruhm einbringt.

Es folgen noch eine Reihe weiterer Werke wie "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch" oder der "Zettelkasten", der Skizzen und Notizen aus Endes Archiv enthält.

Das Geheimnis seines wohl verdienten Ruhmes jedoch ist die Tiefe, die er mit der Phantasie und der Menschlichkeit speziell in seinen Werken „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“ auf eine Weise thematisiert, die viele Menschen zu berühren vermochten… Die Vision von einer anderen, besseren Welt leuchtet Hoffnung in die Leser und er schafft es, mit einer schier unendlichen Phantasie dennoch notwendige Zivilisationskritik und die entscheidenden Fragen dazu aufzuwerfen. Am 28. August 1995 verstarb er nach schwerer Krankheit.