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Pierre Corneille

französischer Dramatiker (1606 - 1684)

Pierre Corneille ist am 6. Juni 1606 in Rouen, Frankreich, geboren. In der französischen Literatur gilt Corneille, der sich vor allem als Dramatiker betätigte und zum Zeitalter des Barock gezählt wird, neben Molière und Jean Racine als einer der Großen des Theaters der französischen Klassik.

Pierre Corneille wuchs auf als erstes von sechs Kindern eines wohlhabenden königlichen Jagd- und Fischereiaufsehers in Rouen, wo er auch das Jesuitenkolleg besuchte und anschließend Jura studierte. Mit 18 erhielt er die Zulassung als Anwalt im Praktikantenstatus am Parlement von Rouen, dem höchsten Gericht der Normandie. 1628, als er 22 Jahre alt war, kaufte ihm sein Vater zwei kleinere Richterämter, davon eines am Parlement. Sein eigentlicher Ehrgeiz galt jedoch schon seit der Schulzeit dem Verfassen von Gedichten und von Stücken.

Der große Diurchbruch gelang Pierre Corneille jedoch erst im Jahr 1636 mit der Tragikomöde "Le Cid", die Bezüge zur historischen der Grenz- und Festungsstadt Corbie durch die Spanier enthielt. Die Aufführung des Stücks gegen Ende des Jahres gilt als der Beginn der hohen Zeit des Theaters der Klassik und eines der größten Ereignisse der französischen Theatergeschichte. Der Erfolg war so spektakulär, dass Ludwig XIII. den Vater von Corneille umgehend in den Adelstand erhob, womit der Sohn als schon adelig geboren galt.

Mehrere Nachahmer beeilten sich, die Handlung mit eigenen Stücken fortzusetzen (z.B. Le Mariage du Cid oder La Mort du Cid); doch traten rasch auch Neider und Mäkler auf den Plan, darunter die Dramatiker-Rivalen Georges Scudéry und Jean Mairet, die Corneille vordergründig mit dem Argument attackierten, er habe die Regeln der "bienséance" - Anstand und Sittsamkeit - verletzt und zudem die drei Einheiten - vor allem die des Ortes und der Zeit - nicht korrekt beachtet, die inzwischen als obligatorisch galten. Als Corneille Anfang 1637 mit einer ironischen kleinen Schrift, der Excuse à Ariste (Entschuldigung gegenüber A.), reagierte, löste er eine heftige Kontroverse aus, die "querelle du Cid“, in die sich weitere Literaten pro und contra mit Pamphleten einmischten. Der monatelange Streit endete mit dem Eingreifen Richelieus, den zwar die positive Darstellung des wiederholt von ihm verbotenen Duells unter Adeligen verärgert hatte, dem jedoch das Lob der Staatsräson gefallen musste. Er beauftragte die junge Académie Française, ein offizielles Urteil abzugeben, das, überwiegend von Jean Chapelain verfasst, zwar negativ, aber versöhnlich ausfiel.

Während das Publikum weiter den Cid beklatschte, der auch auf Dauer das meistgespielte Stück Corneilles blieb, zog sich dieser verunsichert nach Rouen zurück.

Ende 1670 versuchte Corneille, gedrängt von alten Freunden und Bewunderern sowie auch von Feinden und Neidern Racines, ein neuerliches Comeback mit "Tite et Bérénice". Allerdings brachte der inzwischen selbstbewusste Racine zur selben Zeit das themengleiche Stück "Bérénice" heraus, das vom Publikum als das deutlich bessere bewertet wurde. Corneille schrieb dennoch mit Psyché (1670/71), Pulchérie (1671/72) und Suréna, général des Parthes (1674) drei weitere Stücke, die aber keinen größeren Anklang mehr fanden.

Am 1. Oktober 1684 starb Pierre Corneille in Paris.