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Werner Finck

deutscher Kabarettist, Schauspieler und Schriftsteller (1902 - 1978)

Werner Paul Walther Finck wurde am 2. Mai 1902 in Görlitz als Sohn eines Apothekers geboren.

Nachdem Werner Finck das Gymnasium erfolgreich absolviert hatte, besuchte er die Kunstschule in Dresden und machte in verschiedenen Laienspielgruppen erste Theatererfahrungen. Sein erstes Engagement als Schauspieler hatte er am Theater von Bunzlau, wo er jedoch über unbedeutende Nebenrollen nicht hinauskam. Allerdings fiel bereits hier sein komisches Talent auf.

Mit 27 Jahren kam Werner Finck 1929 nach Berlin, wo er mit Hans Deppe das Kabarett "Die Katakombe" gründete und bis 1935 leitete. 1935 wurde Finck inhaftiert und in das Konzentrationslager Esterwegen gebracht, wo er unter anderem Carl von Ossietzky und Julius Leber kennenlernte. Als er am 1. Juli 1935 wieder entlassen wurde, bekam er ein Berufsverbot auferlegt. Erst ab 1937 durfte er wieder im Kabarett der Komiker auftreten, das jedoch ab 1939 keine politische Witze mehr bringen durfte.

Am 31. Januar 1939 wurde Finck aus der Reichskulturkammer ausgeschlossen. Um einer neuerlichen Verhaftung zu entgehen, meldete er sich 1939 freiwillig zum Kriegsdienst und wurde zum Funker ausgebildet.

Als Soldat der 23. Infanterie-Division war Werner Finck in Frankreich, in der Sowjetunion und Italien und erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42, die Finck später als "Gefrierfleischorden" bezeichnete.

1945 kam Werner Finck in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Er gründete die Zeitschrift "Die Fieberkurve" für verletzte deutsche Kriegsgefangene und hatte im Lager Aibling (Oberbayern) Auftritte vor Kriegsgefangenen.

Anschließend gab Finck von 1945 bis 1949 zusammen mit Hans Bayer in Stuttgart "Das Wespennest", die erste deutsche satirische Zeitschrift nach dem Zweiten Weltkrieg heraus. Zusätzlich gründete und leitete Finck die Kabaretts "Nebelhorn" in Zürich (1947) und "Mausefalle" in Stuttgart und Hamburg (1948), wo er erstmals seine Erinnerungen in ein Programm mit dem Titel "Kritik der reinen Unvernunft" fasste.

1962 wurde Werner Finck ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Zwei Jahre später, 1964, zeigte Finck sein Programm "Bewältigte Befangenheit" in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft.

Am 31. Juli 1978 starb Werner Finck in München. Er zählt bis heute zu den bekanntesten und bedeutenden Kabarettisten der deutschen Nachkriegszeit und wurde mit einem Stern im Walk of Fame des Kabaretts gewürdigt.