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Georg Simmel

Sozialismus und Pessimismus

Der Inhalt aller pessimistischen Lehren ist die Unverhältnismässigkeit zwischen dem Aufwande und dem Ertrage des Lebens, zwischen seinen Opfern an Schmerzen und seinem Gewinn an Lust.

Zwar treffen wir auf die tiefsinnige Vorstellung, dass die Tatsache des Schmerzes überhaupt, gleichviel in welchem Quantum, schon ausreiche, um den Wert der Welt unter Null zu senken, dass keine noch so gewaltige Freude ausreiche, den geringsten Schmerz wirklich aufzuwiegen: ein Sein, in dem es überhaupt Leiden gebe, gleichviel, was es ausserdem bieten möge, sei dadurch ein- für allemal verurtelit, schlimmer zu sein als das Nichtsein.

Diese Idee, die übrigens mit gleichem Rechte umgekehrt werden kann - da man die Welt um des Wunders Willen, dass es überhaupt ein Glück gibt, mag es noch so flüchtig und noch so teuer bezahlt sein, als unendlich wertvoll empfinden kann - ist nicht häufig.

Im ganzen wird zugegeben, dass das Leid des Lebens seine Unterwertigkeit noch nicht bewirken würde, wenn es nur durch ein entsprechendes Lustquantum aufgewogen würde.

Die ganze Vorstellung, es könne überhaupt eine gerechte Proportion zwischen Freuden und Schmerzen geben, eine Bilanz, in der ihre Masse einander äquivalent sind, die aber eben von dem Durchschnitt der empfindenden Wesen niemals erreicht wird, beruht auf einem immer übersehenen Denkfehler.

Wenn ein bestimmtes Lustquantum gegeben ist, so weiss niemand durch blosse Betrachtung desselben zu sagen, welches Leidquantum ihm äquivalent wäre. Beides sind positive Empfindungszustände, die sich nicht etwa wie gleichartige Grössen mit positivem und negativem Vorzeichen verhalten; da sie qualitativ nicht vergleichbar sind, so sind sie es auch nicht quantitativ, und die Behauptung, die Gesamtheit oder der Durchschnitt der Freuden des Lebens sei mit seinen Schmerzen zu teuer bezahlt, ist ebenso unmöglich, wie die, dass alle Waren durchschnittlich mit dem dafür aufgewendeten Gelde zu teuer bezahlt seien.

Kein Quantum auf der einen Seite dieser Gleichungen gibt von sich aus irgend eine Anweisung auf ein ihm äquivalentes Quantum auf der andern.

Vielmehr, das tatsächlich vorgefundene durchschnittliche Verhältnis zwischen ihnen gibt erst den Massstab an, nach dem nun im einzelnen Fall entschieden wird, ob eine bestimmte Lust mit einem bestimmten Leide zu teuer oder zu billig, das heisst: über oder unter dem empirischen Durchschnitt, bezahlt worden ist.

Alle Schmerzen überhaupt können mit allen Freuden überhaupt nicht quantitativ verglichen werden, weil es keinen gemeinsamen Massstab für beide gibt: sondern erst, wenn man erfahren hat, mit wie viel von dem einen man durchschnittlich das andere zu bezahlen hat, kann man, hieran gemessen, einzelne Quanten beider als einander gleich oder ungleich bezeichnen.

Andere Durchschnitte sind Sache der Glückssehnsucht, die überhaupt durch kein ausdenkbares Verhältnis zwischen diesen Faktoren zu befriedigen wäre, aber nicht objektiver Feststellbarkeit.

Es ist also die pessimistische Behauptung, dass die Menschen Überhaupt, beziehungsweise der Durchschnitt derselben, ein geringeres Quantum an Lust als an Leid erlebten, logisch unhaltbar: denn dieser Durchschnitt ist nichts, was gemessen werden könnte, sondern dasjenige, was seinerseits erst das eudämonistische Zuviel oder Zuwenig eines einzelnen Menschenschicksals messen kann.

Nun hat die tatsächliche geistige Entwickelung der Gegenwart eine Wendung genommen, die, wenngleich aus ganz anderen als logischen Motiven, diesem Gedankengange entspricht. Die Frage, wie viel Glück und Unglück überhaupt dem Typus Mensch beschieden sei, hat offenbar ihr Interesse zum wesentlichen Teil verloren; an ihre Stelle ist die viel dringlichere getreten, welches Verhältnis beider dem einen Menschen im Unterschiede von dem anderen zuteil werde.

Wir erkennen es, wenn nicht als unsinnig, so doch als unnütz, über die falsche Proportion zwischen unseren Freuden und unseren Schmerzen zu klagen, wir fragen statt dessen nach der Verteilung von beiden, gleichviel welches ihre absolute Summe sei, und in jener finden wir viel mehr als in dieser den Grund zu pessimistischen Klagen.

Es ist sehr merkwürdig zu beobachten, wie die Verteilungsfrage der Glücksmomente über die Frage nach ihrem Quantum Herr wird. Es gibt genug Anhänger des Sozialismus, die überzeugt sind, dass er unsere Durchschnittsmasse von Lust und Leid nicht ändern wird - so wenig wie die von Sittlichkeit und Unsittlichkeit, und die seinen über das Glücksideal weit hinausgehenden Wert in der Gleichheit oder Gerechtigkeit sehen, mit der er jene eudämonistischen Gesamtmasse verteilen wird.

Ja, dies kann sich zu einem wahren fiat justitia pereat mundus steigern, wenn diesem Ideal gegenüber nicht nur die Güter der höheren Kultur, sondern die Quantität des Glückes selbst so gleichgültig wird, dass man sogar ihre Herabsetzung als das geringere Übel, als den gern bezahlten Preis für die Verwirklichung jener Forderung empfindet.

Es scheint sogar, als ob ein Gedankengang, der an seinem Beginn beide Ideale vereinigt, sie in seinem Verlaufe umso gründlicher schiede.

In welcher Form nämlich auch die einer Gesellschaftsverfassung erreichbare Annäherung an das Gleichheitsideal geschehe - als Recht auf den vollen Arbeitsertrag oder in mehr kommunistischer Gestalt - jedenfalls bedeutet sie dem gegenwärtigen Zustand gegenüber einen vermehrten Besitz an Glücksgütern für die bisher Bedürftigeren und Unglücklicheren.

Da diese nun aber die weniger Verwöhnten sind, mit frischerer Empfänglichkeit als die bisher Besitzenden die äusseren Güter entgegennehmen und mit lebhafterem subjektivem Glücksgefühl auf sie antworten, so scheint die beginnende ökonomische und kulturelle Egalisierung zugleich das vorhandene Gesamtquantum des Glücks zu vermehren.

Die Tatsache, dass der Mensch ein unterschiedsempfindliches Wesen ist, das heisst, nicht die absolute Grösse der Lebensreize, sondern im wesentlichen den Unterschied jedes einzelnen gegen den bestehenden Gefühlszustand empfindet, sichert einem zur Verteilung kommenden Quantum von Glücksmitteln einen höheren eudämonistischen Erfolg, wenn es den bis dahin weniger Besitzenden zukommt. 

Da dieser Prozess, immer weiter fortgesetzt, schliesslich auf eine vollständige Ausgleichung führen müsste, so scheint er die Brücke zu schlagen zwischen der Voraussetzung des Pessimismus: dass der Wert des Lebens mit der Summe seines Glücks stiege - und der des formalen Sozialismus: dass der Wert des Menschheitslebens von der Verteilung seiner Güter abhinge. Durch die Vermittelung der Unterschiedsempfindlichkeit würde der Gehorsam gegen den sozialistischen Imperativ ganz von selbst zu einem Gehorsam gegen den eudämonistischen werden.

Allein dieser Gedanke, der von den Voraussetzungen des Pessimismus aus ihm auf dem Umwege über den Sozialismus entgegenläuft, kehrt von einem bestimmten Punkte an wieder zu ihm zurück.

Das Bestreben, die Glücksmittel dadurch möglichst fruchtbar zu machen, dass man sie den bisher Entbehrenden, also mit unabgestumpfter Empfindungsfähigkeit Reagierenden zuteil werden lässt, führt, wie wir sahen, auf eine schliesslich Egalisierung ihres Besitzes.

Allein wenn diese nun erreicht ist, so muss die Unterschiedsempfindlichkeit das Gegenteil ihrer bisherigen Wirkung entfalten.

Denn sie knüpft die Bewusstheit des Glücksgefühles, das die ganze Lage des Menschen, und nicht nur den sinnlichen Moment ergreifen soll, an das Bewusstsein eines Unterschiedes gegen andere.

Ich habe dies anderwärts so ausgedrückt, dass in unserer Seele eine wie immer dunkle Vorstellung des durchschnittlichen Menschenloses ruht, zusammengewebt aus tausend Erfahrungen und Überlieferungen, und dass jedes bewusste Glücksgefühl in einer Erhebung über dieses Durchschnittsniveau besteht.

An das durchgängige Mass der Befriedigung passt sich das menschliche Fühlen bald an und sucht von ihm aus neues individuelles Begehren und Geniessen.

Die Gesamtfärbung unseres Fühlens, Licht und Schatten des ganzen Lebensweges, der schliessliche bewusste Glückswert unserer Existenz, ist durch ein Urteil über ihre Gesamtheit bedingt, das sein Plus oder Minus an dem Durchschnitt der Geschicke überhaupt gewinnt.

Der Weg der Kultur ist der Weg steigender Bewusstheit.

Wir wollen sozusagen nicht nur glücklich sein, sondern auch wissen, dass wir es sind.

Und dieses bewusste Gefühl und Urteil vom Glückswerte des Lebens, das dann auch auf seine einzelnen Inhalte zurückstrahlt, ruht auf Vergleichungen mit dem allgemeinen Menschenschicksal, auf dem Gefühl von der Stelle, die wir auf der Skala der Schicksale zwischen dem höchsten und dem tiefsten einnehmen, auf dem Bewusstsein des Gewinnes, den uns das Leben zwischen der Niete und dem grossen Lose zugeteilt hat.

Freilich ist es nicht der Unterschied gegen die nächste Umgebung, den ich hiermit meine, da deren Glück vielmehr das eigene oft steigert; auch glaube ich damit nicht in die geistige Nähe Jenes frommen Kirchenlehrers zu geraten, der die Hauptfreude des Paradieses darein setzte, dass die Seligen durch eine wunderbare Vorrichtung immer die Qualen der Verdammten in der Hölle vor Augen hätten. Aber ich meine allerdings, dass das Ideal des konsequenten Sozialismus auf seinem Wege zum Glück aller an einen Punkt kommt, wo dasjenige Sich-abheben des subjektiven Lebensgefühles von dem allgemeinen Menschenlose, das uns Glücksbewusstsein bedeutet, wegen der durchgängigen Ausgeglichenheit der Lagen nicht mehr stattfinden kann.

Nur eine einzige Bedingung könnte verhindern, dass dies zu einem Selbstwiderspruche jenes Ideals würde; diese Bedingung ist die Annahme der pessimistischen Lehre, nach der überhaupt ein positiver Glückszustand von vornherein ausgeschlossen, sein Erstreben etwas Sinnloses ist, und das Höchste, was der Mensch erreichen kann, ein Freisein von Schmerzen ist.

In dem Falle, dass statt des Höchstmasses von Freuden nur das Mindestmass von Leiden in Frage kommt, scheint dies allerdings durch eine völlige Egalisierung der Lebensbedingungen am ehesten erreichbar.

Denn wenn hierdurch, soweit es überhaupt sozial möglich ist, die Bedingungen für die Zuspitzung der Glücksgefühle beseitigt werden, so doch auch für die der Leidgefühle; es ist die Annäherung an das indische Nirwana, dessen Seligkeit ja nicht in positiven Lustempfindungen besteht, sondern in dem blossen Nichtsein, das alle Leidgefühle entfernt und das also nur auf dem Boden eines absoluten Pessimismus als Seligkeit gelten kann.

Das Ideal jedes Pessimismus: das Zurückgeschlürftwerden des Individuums in die Alleinheit, in den Schoss der Dinge, in dem alle Differenziertheit der Erscheinungen verlöschen ist und also nichts mehr, was sich an ein Ich anknüpfe, empfindbar ist findet sein soziologisches Mittel- oder Gegenbild in der Verfassung einer Allgleichheit, die jedes Individuum in ein Niveau mit allen anderen einstellt und dadurch jeden Unterschied und Vergleich abschneidet, auf dem die sozial beeinflussbaren Betonungen des Lebensgefühles, sowohl nach der Seite der Lust wie nach der des Leides, beruhen.

Die tatsächliche Richtung, in der diese Verbindung geistiger Elemente vor sich geht, ist viel mehr ein Sozialistischwerden des Pessimismus als ein Pessimistischwerden des Sozialismus.

Denn diesem liegt von sich aus eine solche pessimistische Selbstausdeutung sehr fern. Er ist vielmehr, seinem Ausgange wie seinem Zielpunkt nach, durchaus optimistisch. jenes: weil er voraussetzen muss, dass die menschliche Natur auf Glück und Sittlichkeit angelegt und nur durch die Komplikation und den Widersinn historischer Verhältnisse von beiden abgebogen ist - in beidem so recht die Verwandtschaft mit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts anzeigend.

Des ethischen Optimismus bedarf er, weil einer Gesellschaftsverfassung, die die einzelnen nicht mehr durch Not und Egoismus zu ihren Tributen an die sozialen Bedürfnisse antreiben soll, nur noch ein einziges Motiv dazu, ausser dem unerträglichsten Zwange, übrig bleibt: die Lust an der Arbeit, das freiwillige Dienen, das Leisten und Sichanpassen rein um des sittlichen Gebotes und um der Liebe zur Sache und zu den Mitmenschen willen.

In Hinsicht seines Zielpunktes ist er optimistisch, wie jeder Revolutionismus und Chiliasmus es ist; sein Gegenwartspessimismus ist nicht nur der direkte Hintergrund, von dem sich seine Hoffnungen und Zusagen erst in ihrem ganzen Glanze abheben sollen, sondern auch umgekehrt würde er die Gegenwart nicht als so unerträglich malen können, wenn er sie nicht an so optimistischen Zukunftsmöglichkeiten mässe.

Die tiefstgelegene Verbindung aber, die dem Sozialismus einen so unverwüstlichen Optimismus verleiht, ist vielleicht die folgende:

Gibt man dem Pessimismus erst einmal seine Voraussetzungen zu: den ungeheuren Aufwand an Last und Leid, den das Leben fordert, so scheint seine Folgerung: das unheilbare Missverhältnis desselben zu dem Ertrage des Lebens, schwer vermeidlich.

Der Mangel eines definitiv genugtuenden und sicher erreichbaren Endzwecks, die Geringfügigkeit der Befriedigungen, das leere Umhergetriebenwerden in Illusionen - dies alles lohnt nicht die Mühe des Lebens, das Ausgeben aller Kräfte, den ganzen Einsatz des Ich.

Auch gibt es tatsächlich keine Wertung und Hebung des Lebensinhaltes, die dies ins Gleiche setzen könnte.

Werden die Unkosten des Lebens, der Einsatz an Schmerzen, Mühe und der der Persönlichkeit überhaupt so hoch taxiert, wie es die Voraussetzung des Pessimismus bildet - dann muss jeder optimistische Versuch scheitern, den Zweck und Gewinn des Lebens auf die gleiche Höhe zu bringen.

Dass diese Voraussetzung aber wirksam wird, hängt von jener Hypertrophie des Ich ab, die ich oben als Korrelaterscheinung des Pessimismus dargelegt habe.

In dem Mass, in dem der Mensch die Wichtigkeit seiner Begehrungen und Gefühle steigert, sinkt das Vermögen der Welt, ihm zu genügen.

Das Missverhältnis zwischen dem, was er von der Welt fordert, und dem, was sie ihm bietet, erreicht die Stärke, in der es als Pessimismus bewusst wird, offenbar nicht nur durch die Niedrigkeit des zweiten, sondern ebenso durch Emporschrauben des ersten Faktors.

Deshalb wird entsprechend die Genesung von ihm nicht ausschliesslich von einem erhöhten Geniessen, einer umfänglicheren Befriedigung durch die Welt zu erwarten sein, sondern ebenso von einer Herabsetzung unserer Ansprüche, von der Selbstbescheidung des Ich.

Nun verspricht dieser dem natürlichen Antriebe entgegengesetzte Weg nur dann mehr Erfolg als der erste, wenn wir auf ihm eine gleichsam von aussen gebotene Stütze finden; denn es ist nicht die Regel unseres Wesens, dass das Ich sich wie aus sich heraus beschränke und in seinen Selbstgefühlen und Ansprüchen selber deren Grenze entdecke.

Es bedarf vielmehr einer äusseren Schranke, an der diese sich brechen, eines Massstabes, an dem ihr Recht sich feststellt.

Eine solche Eindämmung kann dem überflutenden Ich ersichtlich aus dem religiösen Ideenkreis kommen; hier strahlt ihm ein absolutes objektives und subjektives Ideal entgegen, das seinem ganzen Verhalten die Färbung der Demut erteilt, so dass er nun auch die Güter der Welt dankbar und als über sein Anspruchsrecht hinausgehend entgegennimmt.

Anderseits erreicht die soziale Betrachtungs- und Empfindungsweise jene gegenseitige Annäherung von Forderungen und Gewährungen, die sich nicht als Erhöhung des Gewinnes, sondern als Verkleinerung des Einsatzes darstellt, als Überzeugung, dass unser ganzer Aufwand an Schmerzen, Mühen und Opfern viel zu geringfügig ist, dass die ganze Persönlichkeit mit ihrem Tun und Leiden viel zu wenig Ansprüche machen darf, um auf das Ausbleiben höherer Entschädigungen, beseligenderer Ziele, die pessimistische Klage zu gründen.

Denn von dem bloss sozialen Standpunkte aus erscheint der Einzelne als ein blosses Gefäss gesellschaftlich erarbeiteter Inhalte, eine blosse Kreuzung ausserhalb seiner angesponnener Fäden des Gattungslebens, ein blosser Durchgangspunkt in der historischen Entwickelung, der Zweck seines Daseins in eben den gesellschaftlichen Zusammenhängen liegend, die seine Wurzeln nähren.

Dadurch wird verständlich, wieso die sozialistische Weltanschauung so sehr optimistisch ist, während individualistische Zeiten nach einem kurzen optimistischen Aufschwung leicht in Pessimismus verfallen: das gesteigerte Ich verlangt zuviel von der Welt, wogegen die sozialistische Einengung seines Umkreises wieder jene Balancierung seines Solls und seines Habens erreicht, die seinen Bankrott verhindert.

Wobei es freilich eine weitere und hier nicht zu entscheidende Frage ist, ob an einer Skala gemessen, die ganz jenseits von Optimismus und Pessimismus steht, jenes hypertrophische Ich, das von unserer sehr relativen Welt das Absolute verlangt, neben all seinen Torheiten und Bedauerlichkeiten nicht gelegentlich Werte erzeugt, die mit dem Sturz in den Pessimismus nicht zu teuer bezahlt sind.

 

aus: Die Zeit. Wiener Wochenschrift für Politik, Volkswirtschaft, Wissenschaft und Kunst. 22. Bd. 1900, Nr. 279 vom 3. 2., S. 70-71.