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Friedrich Schiller über Gemeinsamkeit

Der Starke ist am mächtigsten allein.
Wilhelm Tell I, 3. (Tell)
Zitat von Friedrich Schiller
Friedrich Schiller
deutscher Schriftsteller
* 10.11.1759, † 09.05.1805
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Gedanken zum Zitat von Christa Schyboll

Friedrich Schillers Aussage gibt zu denken, wenn man ihr die Möglichkeit gegenüberstellt, dass doch zwei Starke mehr in einer Sache mehr bewirken können, als nur einer. Warum ist also nach Schiller einer mächtiger als zweie? Zu vermuten ist, dass der Dichterfürst und Denker jenen möglichen Kräfteverschleiß mit im Hinterkopf hatte, den starke Menschen erleben, wenn sie ihre Macht mit einem anderen Menschen teilen (müssen).

Wer alleine regiert, hat das Sagen. Er bestimmt, wo es lang geht. Er gibt die Richtung, manchmal auch die Gesetze vor. So mancher wird sich aber auch ein geschicktes Band von persönlichen Abhängigkeiten knüpfen, um die endlich erworbene Macht nun auch zu zementieren. Und Günstlinge, die bevorzugt werden und ihre Privilegien auf keinen Fall verlieren möchten, sind zuverlässige Faktoren. Wird der Starke schwach, so gehen sie mit ihm unter. Also werden sie, die Schwächeren, den Starken auch aus Eigennutz gern stützen.

Starke Menschen bekommen früher oder später fast immer Konkurrenten… so sind die Lebensgesetzmäßigkeiten. Nicht nur sie allein gehören zu den Alpha-Tieren der menschlichen Gesellschaft, sondern auch andere Zeitgenossen haben diese unbesiegbare Lust an der Macht in ihrem Blut. Sie könnten zum Königsmörder werden, wenn man ihnen Tür und Tor öffnet.

Die Geschichte der historischen Könige und Machthaber ist voll von Beispielen, was passiert, wenn der Starke beginnt, seine Macht zu teilen. Dies wird in der Regel bis heute nicht etwa als hehre Großtat gewürdigt, sondern als Dummheit oder zumindest doch als einen taktisch falschen Schachzug im Spiel um die Macht.

Ist nun die Machtfrage zwischen zwei Konkurrenten entbrannt, geht es ans Eingemachte, an die Pfründe und Möglichkeiten. Die Kräfte, die für weises Regieren gebraucht würden, müssen nun auf den Machterhalt konzentriert werden, statt auf das Wesentliche der Aufgabe. Dies wiederum kann zur Schwächung des derzeitigen Machthabers führen, weil er seinen alltäglichen Verpflichtungen oft nur noch unzureichend nachkommen kann.

Ist er aber allein und muss er keine Konkurrenz durch einen Nebenbuhler fürchten, so kann er sich seinen Aufgaben, Plänen und Vorhaben besser denn je widmen.