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Antoine de Saint-Exupéry

französischer Schriftsteller (1900 - 1944)

Antoine Marie Jean-Baptiste Roger Vicomte de Saint-Exupéry (kurz Antoine de Saint-Exupéry) war ein französischer Schriftsteller und Flieger der meist in einem Atemzug mit seinem berühmtesten Werk" Der kleine Prinz" (Le petit prince) genannt wird. Obwohl es beileibe nicht sein einziges und vielleicht auch nicht sein - unter literarischen Apsekten - bestes Werk ist, so gehört seine märchenhafte Erzählung "Der kleine Prinz" dennoch mit über 80 Millionen Exemplaren zu den meistverkauften Büchern der Welt und ist sein Hauptwerk mit dem er symbolisiert wird.

Geboren ist Antoine de Saint-Exupéry am 29. Juni 1900 in Lyon, Frankreich, als drittes von insgesamt fünf Kindern und als erster Sohn eines Vicomte geboren. 1904 stirbt der Vater und Saint-Exupéry wuchs unter der Obhut seiner Großmutter und einer Tante zunächst in Lyon und auf Gütern der Familie in Südfrankreich auf. 1909 kam er mit seinem jüngeren Bruder in das von Jesuiten geführtes Internat Notre-Dame de Sainte-Croix in Le Mans. Hier wurde er 1912 zum ersten Mal auf einen Flug mitgenommen und war seitdem fasziniert vom Fliegen.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs zog die Familie nach Ambérieu-en-Bugey und Saint-Exupéry besucht das Jesuiten-Kolleg Notre-Dame de Mongré in Villefranche-sur-Saône. Die letzten Gymnasialjahre von 1915-1917verbrachte er mit seinem Bruder im Schweizer Marianisten-Kolleg Villa Saint-Jean in Fribourg, wo er auch sein Abitur ablegte.

Nach dem Abitur besuchte Saint-Exupéry die Lycée Saint-Louis in Paris, eine Vorbereitungsschule für die Marine-Akademie, weil er Marineoffizier werden wollte. Er scheiterte jedoch bei der Aufnahmeprüfung und studierte von 1919 bis 1921 Architektur in Paris, blieb jedoch ohne Abschluss.

Von 1921 bis 1923 absolvierte Saint-Exupéry seinen Wehrdienst bei der Luftwaffe in Straßburg, Casablanca und Le Bourget. Er wurde zum Flugzeugmechaniker und schließlich zum Piloten ausgebildet. Zuletzt war er Reserveoffizier im Range eines Sous-Lieutenant (Leutnant). Nachdem er im März 1923 bei einem Flugzeugabsturz einen Schädelbruch erleidet, wird Saint-Exupéry als dienstuntauglich vorzeitig entlassen.

Ende 1927 wurde Saint-Exupéry von der Luftfrachtgesellschaft Latécoère in Toulouse eingestellt, zunächst beim Bodenpersonal, wechselte jedoch bald darauf zu den Piloten und flog die Etappe Toulouse–Casablanca, später Casablanca–Dakar. In 1927/28 war er 18 Monate Chef des einsamen Zwischenlandeflugplatzes auf dem Cabo Juby mit dem Hauptort Tarfaya, das zur damaligen Kolonie Spanisch-Marokko gehörte. Die meiste Zeit verbrachte er mit Warten auf das jeweils nächste Flugzeug und schrieb dabei ersten Roman "Courrier Sud" ("Südkurier"), der den letzten Flug eines Piloten samt einer eingeschobenen, ebenfalls traurigen Liebesgeschichte erzählt. Mit diesem autobiographisch angehauchten Werk erzielte Saint-Exupéry 1928 erste bescheidene Erfolge als Schriftsteller, wenn auch die ganz große Beachtung ausblieb.

In 1929 ging Saint-Exupéry nach Argentinien, um in dem damals reichsten Land Südamerikas Flugpost- und Luftfrachtlinien einzurichten. Seine Erlebnisse und Erfahrungen als Verantwortlicher für die ersten Nachtflüge verarbeitete er in dem Roman "Vol de nuit" ("Nachtflug"), der den tödlichen letzten Flug eines Piloten zum Thema hat. Das Werk erschien im Dezember 1930 und wurde mit dem renommierten Prix femina ausgezeichnet und brachte Saint-Exupéry den Durchbruch als Autor.

In den nächsten Jahren führte Saint-Exupéry ein turbulentes Leben als Flieger, Werbebeauftragter, Schriftsteller und Journalist. 1934 flog er werbewirksam nach Saigon, der Hauptstadt der damaligen französischen Kolonie Vietnam, und unternahm 1935 per Flugzeug eine Vortragsreise rund ums Mittelmeer. Im Mai 1935 besuchte er im Auftrag der Zeitung Paris-Soir Moskau und schrieb eine vielbeachtete Artikelserie über seinen Aufenthalt.

Am 29. Dezember 1935 musste er bei einem Versuch, den Streckenrekord Paris-Saigon aufzustellen, 200 Kilometer vor Kairo in der ägyptischen Wüste notlanden. Mitte Februar 1938 versuchte er einen Rekordflug New York-Feuerland, stürzte aber in Guatemala beim Start nach einer Zwischenlandung ab und wurde schwer verletzt. Während seiner Genesung stellte er in New York den Sammelband "Terre des hommes" (Die Erde der Menschen"; deutscher Titel: "Wind, Sand und Sterne") zusammen.

Die teilweise älteren Texte kreisten vor allem um Themen wie Kameradschaft, Pflichterfüllung, Idealismus und Solidarität. Damit traf das Anfang 1939 den Nerv der Zeit und hatte großen Erfolg. Anfang 1943 veröffentlichte Saint-Exupéry in New York "Le petit prince" ("Der kleine Prinz"), das sein erfolgreichstes Buch werden sollte. Die märchenähnliche Erzählung um einen in der Wüste notgelandeten Flieger, der dort auf einen kleinen Jungen trifft, den es von einem Asteroiden auf die Erde verschlagen hat, die reale und surreale Elemente zu einem Text mischt gilt als die verzweifelte Auseinandersetzung des Autors mit der ihn bedrückenden Situation des geknebelten Frankreichs und seinem schlechten Gewissen gegenüber seiner in Frankreich zurückgelassenen Frau - der "Rose" des "kleinen Prinzen". Das Werk wurde bis heute weltweit in über 140 Sprachen übersetzt und über 80 Millionen Mal verkauft.

Am Morgen des 31. Juli 1944 startete Saint-Exupéry zu seinem planmäßig letzten Aufklärungsflug in Richtung Grenoble. Er kehrte nicht zurück und blieb verschollen. Erst 1998 fand ein Fischer Saint-Exupérys Silberarmband im Meer östlich der Île de Riou, südlich von Marseille. Im Jahr 2000 wurden Teile der Maschine auf dem Grund des Mittelmeers in der Nähe der Île de Riou geortet und im Herbst 2003 geborgen. Feindeinwirkungen, die auf einen Abschuss hätten schließen lassen, wurden nicht gefunden. Vermutlich ist "Bruchpilot" Saint-Exupéry einmal mehr abgestürzt. Doch das passt nicht in das Image eines Helden, als der Antoine de Saint-Exupéry gerne dargestellt wird.