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Dante Alighieri

italienischer Dichter und Politiker (Mai 1265 - 1321)

Dante Alighieri ist der bekannteste Dichter der italienische Sprache und gilt als einer der bedeutendsten Dichter des europäischen Mittelalters. Trotzdem ist zu seinem Leben nur wenig durch seine Zeitgenossen überliefert worden. Die meisten Erkenntnisse über den Dichter stammen deshalb aus seinen eigenen Andeutung und Aussagen in seinen Werken.

Geboren ist Dante vermutlich im Mai oder Juni 1265 in der Pfarrei S. Martino del Vescovo in Florenz. Die Eltern gehörten zum niederen Stadtadel der Stadt Florenz.

Da Mutter Bella recht früh verstarb, übernahm die Stiefmutter Dantes Erziehung. Um 1281/1282 verstarb auch der Vater. Dante scheint jedoch kein besonders gutes Verhältnis zu seinen Eltern und der Stiefmutter gehabt zu haben, da er zu ihnen nichts in seinen Werken schreibt, ebenso wie er auch über seine Ehefrau Gemma schweigt, eine Angehörige der mächtigen Familie Donati, die Dante um 1285 heiratete.

Dantes Ausbildung begann vermutlich mit Privatunterricht in Florenz. Es wurde oft darüber spekuliert, ob Brunetto Latini (ca. 1220-1294) einer seiner Lehrer war. Tatsache ist, Dante war von außerordentlicher Bildung und Gelehrsamkeit. Möglicherweise hat er nach dem Privatunterricht in Bologna studiert. Dort knüpfte er zumindest erste Beziehungen zu den Dichtern des neuen, volkssprachlichen Stils wie Guido Guinizelli, Cino da Pistoia und Guido Cavalcanti.

1289 nimmt Dante als Berittener an der Schlacht von Campaldino gegen Arezzo und die toskanischen Ghibellinen teil, die Florenz den Sieg über die ghibellinischen Partei bringt.

Um 1292/93 schreibt Dante die "Vita Nuova". Sie kreist um eine Frau namens Beatrice, der er zum ersten Mal 1274 und ein zweites Mal 1283 begegnet sein will. Die Identität der Frau blieb jedoch ungeklärt.

Ab ca. 1295 beginnt Dante, aktiv am politischen Leben in Florenz teilzunehmen. Dank seiner philosophischen Studien kann er der Zunft der Ärzte und Apotheker beitreten und verschiedene Ämter übernehmen. Allerdings gerät er dadurch in die Machtkämpfe der Familien Cerchi ("Bianchi") und Donati "Neri".

Dante schließt er sich den papstfeindlichen "Bianchi" an, obwohl der Familie seiner Frau wegen die "Neri" naheliegender gewesen wären. Während Dante 1301 als Mitglied einer Gesandschaft zu Papst Bonifaz VIII nach Rom reist, fällt in seiner Abwesenheit Florenz in die Hände der "Neri", die nun Dante als Verräter betrachten und Dante staatsfeindlicher Umtriebe bezichtigen. 1302 wird Dante deshalb für zwei Jahre aus Florenz verbannt. Zudem wird er aller Ämtern enthoben und zu einer Geldbuße verurteilt. Als er das Urteil nicht anerkennt, wird er zum Tode verurteilt. Dante flüchtet daraufhin ins Exil und war in den Folgejahren vom Guten Willen diverser Gönner abhängig, darunter Bartolomeo della Scala in Verona, später Markgraf Malaspina in der Lunigiana.

In den Exiljahren von 1303-07 entstehen die Schriften "De vulgari eloquentia" und "Convivio" die jedoch beide unvollendet blieben. Etwa zur gleichen Zeit beginnt die Arbeit am ersten Teil der Divina Commedia, dem Inferno.

Im Jahr 1311 wird eine Amnestie für die "Bianchi" erlassen, von der jedoch Dante ausgeschlossen war. 1315 weist Dante eine angebotene Begnadigung zurück, was eine erneute Verurteilung zur Folge hat, die nun auch seine Söhne mit einbezieht.

1316 begibt sich Dante wieder auf Wanderschaft ins Exil. Laut Boccaccio findet Dante eine Zuflucht bei Guido Novello da Polenta in Ravenna. Um diese Zeit beginnt Dante vermutlich die Arbeit am dritten Teil der "Commedia", dem "Paradiso".

In den folgenden Jahren wächst Dantes Ansehen, nachdem die ersten beiden Teile der "Divina Commedia", das "Inferno" und "Purgatorio" als Abschriften in Umlauf kommen. Giovanni del Virgilio, Professor für Rhetorik in Bologna, lädt Dante daraufhin mehrfach, nach Bologna überzusiedeln, aber Dante traut den dort herrschenden "Neri" nicht.

Im Jahr 1321 kehrt Dante von einer Venedig-Reise Dante krank zurück und stirbt am 14. September in Ravenna, nachdem er kurz vorher seine "Divina Commedia" beendet hatte. Sie sollte sein größtes Werk werden.