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Erhart Kästner

deutscher Schriftsteller (1904 - 1974)

Der deutsche Schriftsteller und Bibliothekar Erhart Kästner kam am 13. März 1904 in Schweinfurt als Sohn eines Gymnasiallehrers zur Welt.

Seine Jugend und Schulzeit verbrachte Erhart Kästner in Augsburg am Gymnasium bei St. Anna. Nach Abschluss der Schule absolvierte Kästner eine Buchhändlerlehre und begann ein Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Freiburg im Breisgau, Kiel und Leipzig das er mit einer Promotion "Wahn und Wirklichkeit im Drama der Goethezeit" abschloss.

In den Jahren 1930 bis 1936 war Erhart Kästner Bibliothekar an der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden und richtete dort das Buchmuseum ein. Anschließend war Kästner für zwei Jahre, von 1936-38, hatte Kästner Sekretär des Schriftstellers Gerhard Hauptmanns.

1939 trat Erhart Kästner der NSDAP bei und meldete sich als Kriegsfreiwilliger, Mit Billigung des Reichsministeriums für Propaganda und Volksaufklärung wurde er dazu abgestellt, für die kämpfende Truppe Bücher über Griechenland zu verfassen. Im Rahmen dieser Tätigkeit erschien 1943 ein Band mit dem Titel "Griechenland" in dem Kästner den Sieg der nordischen Deutschen als die Rückkehr der arischen Rasse in das angestammte Südland verherrlicht. Später distanzierte sich Erhart Kästner von diesen Aussagen. Auch die Nachkriegsauflagen seiner Bücher "Kreta" (1946), "Ölberge, Weinberge" (1953) und "Griechische Inseln" erschienen in einer Bearbeitung, die alle Propaganda-Passagen strich.

Erhart Kästner galt lange Zeit als einer der "leisen" Schriftsteller der deutschen Nachkriegsära. Er erfüllte dem Publikum der fünfziger und sechziger Jahren den allgemeinen Wunsch nach Verdrängung. Sein Credo war: "Über das Dunkle ist zu schweigen".

Doch das Schreiben war für Kästner nur eine geliebte Nebensache, denn nach dem Krieg arbeitete er wieder hauptberuflich als Bibliothekar und war in dieser Funktion von 1950-68 Direktor der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel.

In vielen seiner Werke verarbeitet Kästner seine Erfahrungen als Soldat in Griechenland und auf Kreta im Zweiten Weltkrieg. So entstanden sehr persönliche Erlebnisbücher, die vom Eindruck der Mittelmeerlandschaft und der antiken Welt geprägt sind; so zum Beispiel das 1949 erschienene "Zeltbuch von Tumilad", "Die Stundentrommel vom hl. Berg Athos" aus dem Jahre 1956 oder auch die 1964 herausgegebenen Tagebücher "Die Lerchenschule" sowie "Aufstand der Dinge. Byzantinische Aufzeichnungen" (1973).

Am 3. Februar 1974 starb Erhart Kästner in Staufen im Breisgau.