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Ernst Freiherr von Feuchtersleben

österreichischer Schriftsteller und Arzt (1806 - 1849)

Ernst Maria Johann Karl Freiherr von Feuchtersleben, kurz: Ernst Freiherr von Feuchtersleben, war ein österreichischer Popularphilosoph, Arzt, Lyriker und Essayist der am 29. April 1806 in Wien in eine sächsischen Familie geboren wurde, die früher ihren Wohnsitz in Hildburgshausen hatte. Sein Halbbruder war der Bergbauingenieur und Literat Eduard von Feuchtersleben (1798–1857).

Ernst von Feuchterslebens Vater war ein österreichische Hofrat der seinem Sohn seine Ausbildung auf der Theresianischen Akademie in Wien ermöglichte. Ernst Freiherr von Feuchtersleben besuchte die Schule von 1813 bis 1825 und studierte anschließend an der Universität Wien Medizin. Er promoviert 1834 und eröffnete später eine Privatpraxis in der Wiener Vorstadt.

Ernst Freiherr von Feuchtersleben verkehrte in den intellektuellen Zirkeln der Stadt und hatte unter anderem Umgang mit Franz Grillparzer, Franz Schubert, Franz von Schober, Johann Mayrhofer, Romeo Seligmann, Adalbert Stifter und Friedrich Hebbel.

Feuchtersleben veröffentlichte zahlreiche literarische, ästhetische und kritische Aufsätze für Journale und Almanache sowie im Jahr 1836 einen ersten Gedichtsband "Gedichte". 1838 erschien seine weitbeachtete Schrift "Zur Diätetik der Seele", ein Lebenshilfebuch zur Erlangung sittlicher Gesundheit, das zum bürgerlichen Hausbuch und Bestseller des 19. Jahrhunderts avancierte.

Ab 1840 war Feuchtersleben als Sekretär der "Gesellschaft der Ärzte" tätig und wurde 1844 Professor der Psychiatrie an der Universität Wien. Seine Vorlesungen über medizinische Psychologie brachte er 1845 unter dem Titel "Lehrbuch der ärztlichen Seelenkunde" heraus. Die Schrift entwickelte sich rasch zu einem Grundwerk der medizinischen Psychologie und Psychiatrie, das in verschiedene andere Sprachen übersetzt wurde.

Im Jahr 1848 war Ernst von Feuchtersleben vorübergehend Unterstaatssekretär des Bildungswesen.

Am 3. September 1849 starb Ernst von Feuchterslebens in Wien.

Literaturgeschichtlich bedeutsam sind vor allem Ernst von Feuchterslebens Aphorismen die seinen liberalen Geist wiederspiegeln, der aber letztlich doch in seinen konventionen Bahnen gefangen blieb. Zwwar begrüßte Feuchtersleben anfangs begeistert die Wiener Märzrevolution 1848 in Wien, doch ging er wie viele gemäßigte Konstitutionalisten seiner Generation recht bald auf Distanz zu der Radikalisierung der Revolutionsereignisse und -forderungen.