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Eugen Roth

deutscher Schriftsteller (1895 - 1976)

Ein Mensch namens Eugen Roth wurde am 24. Januar 1895 in München als Sohn des Schriftstellers Hermann Roth geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums zog er 1914 mit dem bayerischen Reserveinfanterieregiment 16 begeistert in den Krieg und kam schon bald schwer verwundet wieder zurück. Allerdings blieb ihm durch dieses Unglück in den ersten Kriegsmonaten Schlimmeres erspart. Die Kriegserfahrungen haben sein Denken verändert. Er nimmt seitdem eine anti-militaristische Haltung ein und beginnt das Studium der Geschichte, Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie, das er 1922 als Dr. phil. abschließt.

Bereits 1918 veröffentlichte Eugen Roth seinen ersten Gedichtband "Die Dinge, die unendlich uns umkreisen". Es folgen "Erde, der Versöhnung Stern" in 1920 und "der Ruf" im Jahr 1922.

Später tritt er in die Fußstapfen seines Vaters und arbeitet von 1927-1933 als Lokaljournalist für die Münchener "Neuesten Nachrichten". Nach Machtübernahme der Nazis wird er 1933 fristlos entlassen. Anti-Militarismus ist jener Zeit nicht mehr gefragt.

Nachdem ihm eine journalistische Tätigkeit untersagt worden war, entdeckte EugenRoth seine humorvolle Ader. Den ersten großen Erfolg hatte er 1935 mit dem Gedichtband "Ein Mensch", in dem er in heiteren und ansprechenden Versen den Menschen und seine Schwächen unter die Lupe nimmt und aufzeigt, wie sich der Mensch selbst und andere belügt. Ein besonderes Merkmal dieses Bandes ist, dass alle Gedichte mit "Ein Mensch" beginnen.

Der harmlose Schein dieser Gedichten schützt den Autor und verhilft ihm zu einem überwältigenden Erfolg. Auch kann Eugen Roth weitere Gedichtbände während der Nazizeit veröffentlichen: "Die Frau in der Weltgeschichte"in 1936, "Das große Los" im Jahr 1938 und "Der Wunderdoktor" in 1939.

Nach dem Krieg erscheinen in 1948/49 "Mensch und Unmensch" und "Eugen Roths Tierleben in zwei Bänden.

Eugen Roth gehört zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren mit seinen heiter-nachdenklichen „Ein Mensch“-Gedichten und Erzählungen. 1952 erhielt er den Kunstpreis für Literatur der Stadt München und 1960 den Bayerischen Verdienstorden.

Am 28. April 1976 starb Eugen Roth im Alter von 81 Jahren in München – von allen anerkannt als das was er immer war und immer sein wollte: ein Mensch.