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Euripides

griechischer Dichter (um 485 vChr - 406 vChr)

Euripides war nach Aischylos und Sophokles der dritte und letzte der großen attischen Dichter von Tragödien. Von seinen rund 90 Dramen sind 18 erhalten geblieben, darunter "Helena", "Herakles", "Iphigenie", "Medea", "Orestes" und "Die Troerinnen".

Über das Leben Euripides gibt es nur wenige gesicherte Fakten. Geboren wurde er um 480 vor Christus auf der Insel Salamis bei Athen.

Von den drei großen griechischen Tragödiendichtern ist Euripides der jüngste. 458 vor Christus erlebte die Aufführung der "Orestie" des Aischylos, in der die Tragödien-Trologie einen neuen Höhepunkt erlebte. Aischylos machte den Dialog zum Hauptträger der Handlung und stellte den Chor mehr in den Hintergrund.

Euripides, der 455 erstmals bei den Großen Dionysien antrat, stand stets im Schatten von Aischylos und Sophokles. Obwohl er zwischen 455 und 408 vor Chrristus regelmäßig im tragischen Agon zu Athen Tetralogien aufführte, erreichte er zu Lebzeiten nur 4 Siege. Denn seine Werke "Die Bakchen" und "Iphigenie in Aulis" wurden erst nach seinem Tod 405 vor Christus aufgeführt und der erste Preis dafür posthum verliehen.

Bei seiner ersten Teilnahme 455 vor Christus erreichte Euripides mit dem verschollenen Stück "Die Peliaden" den dritten Platz. Seinen ersten Sieg errang er im Jahr 441 vor Christus.

438 vor Christus inszenierte Euripides sein erstes großes Stück, die Tragödie "Alkestis".

Im Jahr 431 vollendet Euripides die Tragödie "Medea". In Anlehnung an das Ende der Argonautensage tötet Medea aus verstoßener Liebe ihre eigenen Kinder. Das Werk hatte eine epochale Wirkung. Noch bis in die römische Zeit wurden Sargreliefs mit Medea-Motiven verziert und Medea steht bis heute für den Inbegriff der Tragödie.

428 vor Christus siegte Euripides beim Wettstreit mit dem erhalten gebliebenen Werk "Der bekränzte Hippolytos". Dabei handelte es sich um die Bearbeitung der Tragödie "Hippolytos", die schon einige Jahre vorher aufgeführt und heftig kritisiert wurde.

Im Jahr 415 führt Euripides bei den Festspielen der Großen Dionysien die Tragödie "Die Troerinnen“ auf. Darin schildert er auch die Einnahme der Stadt mit Hilfe des Troianischen Pferdes. Damit schloss Euripides seine Triologie, die mit den Stücken "Alexandros" und "Palamedes" begann.

Um 412 verfasste Euripides die Tragödien "Helena" und "Andromeda".

Im Jahr 408 vor Christus nahm Euipides das letzte Mal an einem Wettbewerb in Athen teil und folgte der Einladung des makedonischen Königs Archelaos I. nach Pella, der Hauptstadt Makedoniens. Dort entstanden die letzten Dramen "Archelaos", "Aulische Iphigenie" und "Die Bakchen".

406 oder 407 vor Christus starb Euripides in Pella. Erst nach seinem Tod, auf den Sophokles mit Trauer reagiert haben soll, erkannte die Nachwelt die überragende Bedeutung seiner Werke an. Während der gesamten Antike war Euripides der am häufigsten aufgeführte und gelesene Tragödiendichter. Mit seinen Stücken, vor allem "Medea", "Iphigenie", "Elektra" und "Die Bakchen", ist Euripides bis heute einer der am meisten gespielten Dramatiker der Weltliteratur.