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Franz Beckenbauer

deutscher Fußballspieler, -trainer und -funktionär (1945 - )

"Der Kaiser", wie man Franz Beckerbauer auch oft nennt, ist eine "Lichtgestalt des deutschen Fußballs" und gilt als einer der besten Fußballer aller Zeiten. Von 1965 bis 1983 spielte er als Profifußballer in mehreren Vereinen und hatte den Ruf eines internationalen Ausnahmesportlers. Nach seiner aktiven Karriere als Fußballer wurde er Teamchef der Nationalmannschaft sowie Sportfunktionär und betätigte sich als Werbeträger und Kolumnist.

Geboren wurde Franz Anton Beckenbauer, wie er korrekt heißt, am 11. September 1945 in München-Giesing als Sohn eines Postobersekretärs. Im München der Nachkriegszeit begann er schon sehr früh mit dem Fußballspielen, wie wohl die meisten Jungs. Aber Franz Beckenbauer schloss sich schon früh einem Verein an und trainierte mit dem SC 1906 München. 1958 plante der damals 13-jährige den Wechsel zum TSV 1860 München, dem damals größten Club in München. Als er jedoch während eines Spieles für den SC München mit einem der Löwen-Spieler aneinander geriet und dieser ihm eine Ohrfeige verpasste, änderte Beckenbauer seine Pläne und wechselte statt zum TSV 1860 München zum FC Bayern München, der damals lediglich die Nummer 2 in München war. Mit 18 Jahren debütierte Beckenbauer in der ersten Mannschaft des FC Bayern am 6. Juni 1964 im ersten der Aufstiegsrunde zur Bundesliga gegen den FC St. Pauli. Das Spiel endete 4:0 und Beckenbauer erzielte auch dabei sein erstes Pflichtspieltor. Ab dem 8. Spieltag seiner ersten Herrensaison 1964/65 gehörte Franz Beckenbauer zur Stammformation der Bayern. Bis zur Saison 1976/77 blieb Beckenbauer in München und gewann mit den Bayern alle Titel die der Fußballsport zu vergeben hat. Er war Fußballer des Jahres und wurde 1972 mit dem DFB-Team Europameister, sowie 2 Jahre später auch Weltmeister.

Im Jahre 1977 wechselte Franz Beckenbauer zu Cosmos New York und wurde im damaligen Fußball-Entwicklungsland USA in 1977, 1978 und 1980 dreifacher US-amerikanischer Meister. 1980 kehrte er in die Fußball-Bundesliga zurück und spielte eine Saison beim Hamburger SV mit dem er erneut Deutscher Meister wurde bevor er 1982 seine aktive Laufbahn beendete.

Nach dem schlechten Abschneiden der Deutschen National-Mannschaft bei der Europameisterschaft 1984 erklärte sich Franz Beckenbauer bereit, die Mannschaft zu führen. Da er keine gültige Trainerlizenz besaß, wurde extra für Beckenbauer die Position des "Teamchef" erfunden. Er war der erste Bundestrainer, der kein Trainer sondern Teamchef war. Seinem Erfolg tat das jedoch keinen Abbruch. Die Nationsmannschaft erreichte das Endspiel und wurde respektabler zweiter. 4 Jahre später in 1990 errang die Mannschaft den Titel und Franz Beckenbauer trat auf dem Höhepunkt seiner sportlichen Karriere zurück. Er ist nach Mario Zagallo der zweite Fußballer, der sowohl als Spieler wie auch als Trainer Weltmeister wurde. In Erinnerung blieben insbesondere die Szenen, als er nach Ende des Spieles allein und in Gedanken verloren über den Platz wanderte, während die Spieler Ehrenrunden drehten.

1991 wurde Franz Beckenbauer Vizepräsident und von 1994 bis 2009 Präsident des FC Bayern München. Franz Beckenbauer unterstützte das Bewerbungskomitees erfolgreich die Bewerbung Deutschlands um die Weltmeisterschaft 2006 und wurde anschließend Leiter des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Neben seinen Engagements für den FC Bayern München war er von 1998 bis 2010 einer der Vizepräsidenten des DFB.

Von Januar 2007 bis Juni 2011 war Beckenbauer Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees. Seit April 2011 ist er Vorsitzender der FIFA Task Force Football 2014, die sich mit der Entwicklung und Zukunft des Fußballs beschäftigt.