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Friedrich Wilhelm Nietzsche

deutscher Philosoph (1844 - 1900)

Sohn eines Pfarrers
zog nach dem Tod des Vaters 1849 mit der Familie nach Naumburg
1858-64 besuchte er das dortige Gymnasium
ab 1864 Studium der Theologie und Klassischen Philologie in Bonn, ab 1865 in Leipzig
ab 1869 wurde Nietzsche außerordentlicher Professor für Klassische Philologie an der Universität Basel, ab März 1870 ordentlicher Professor

Im Alter von 24 Jahren wurde Nietzsche Professor für klassische Philologie in Basel. Bereits zehn Jahre später legte er infolge von Krankheiten, die ihn sein Leben lang begleiteten sollten, die Professur nieder. Von nun an bereiste er als heimatloser und noch recht unbekannter Autor Frankreich, Italien, Deutschland und die Schweiz . Als er 44 Jahre alt war, erlag er einer schweren Geisteskrankheit und war bis zu seinem Tode auf die Pflegehilfe seiner Mutter und seiner Schwester angewiesen. Ab diesem Ereignis erlangten seine Schriften allmählich größeren Bekanntheitsgrad.

Den jungen Nietzsche beeindruckte und überzeugte die Philosophie Schopenhauers. Später wollte er Schopenhauers Pessimismus überwinden und stellte eine radikale Lebensbejahung in den Mittelpunkt seiner Philosophie.

Sein Werk enthält scharfe Kritiken an Moral, Religion, Philosophie, Wissenschaft und Formen der Kunst. Die zeitgenössische Kultur war in seinen Augen lebensschwächer als die des antiken Griechenland .

Philologische Werke:
* Zur Geschichte der Theognideischen Spruchsammlung, 1867.
* De Laertii Diogenis fontibus, 1868/69.
* Homer und die klassische Philologie, 1869.
* Analecta Laertiana, 1870.
* Das florentinische Tractat über Homer und Hesiod, 1870 (siehe: Certamen Homeri et Hesiodi).

Philosophisches, Dichtungen und Autobiografisches:
* Fünf Vorreden zu fünf ungeschriebenen Büchern (1872) KSA 1:
o I. Über das Pathos der Wahrheit
o II. Gedanken über die Zukunft unserer Bildungsanstalten
o III. Der griechische Staat
o IV. Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur
o V. Homers Wettkampf
* Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik, 1872 KSA 1.
* Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn (1872) KSA 1.
* Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen (1873) KSA 1.
* Unzeitgemäße Betrachtungen, 1873–1876 KSA 1 und 2.
o David Strauß, der Bekenner und der Schriftsteller, 1873.
o Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben, 1874.
o Schopenhauer als Erzieher, 1874.
o Richard Wagner in Bayreuth, 1876.
* Menschliches, Allzumenschliches – Ein Buch für freie Geister (mit zwei Fortsetzungen), 1878–1880 KSA 2
* Morgenröte – Gedanken über die moralischen Vorurteile, 1881 KSA 3.
* Idyllen aus Messina, 1882 KSA 3.
* Die fröhliche Wissenschaft („la gaya scienza“), 1882 KSA 3.
* Also sprach Zarathustra – Ein Buch für Alle und Keinen, 1883–1885 KSA 4.
* Jenseits von Gut und Böse – Vorspiel einer Philosophie der Zukunft, 1886 KSA 5.
* Zur Genealogie der Moral – Eine Streitschrift, 1887 KSA 5.
* Der Fall Wagner – Ein Musikanten-Problem, 1888 KSA 6.
* Dionysos-Dithyramben, 1889 KSA 6.
* Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert, 1889 KSA 6.
* Der Antichrist – Fluch auf das Christentum, 1895 KSA 6.
* Nietzsche contra Wagner, 1895 KSA 6.
* Ecce homo – Wie man wird, was man ist (1888) 1908 KSA 6.