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Georg Christoph Lichtenberg

deutscher Physiker und Schriftsteller (1742 - 1799)

Göttinger Physikprofessor
schrieb Aphorismen, Essays und Kritiken
Lichtenberg ist der Begründer des deutschsprachigen Aphorismus

1770 wurde Lichtenberg Professor für Physik, Mathematik und Astronomie an der Universität Göttingen, doch erst ab 1776 hielt er regelmäßig Vorlesungen.

1777 machte er die Bekanntschaft von Maria Dorothea Stechardt (1765–1782).

Ab 1780 – bis zu seinem Tod - war er Ordinarius für Physik.

1782 trat Margarethe Elisabeth Kellner in seinen Dienst.
Im Oktober 1789 setzten krampfartige Asthmaanfälle als Folge einer Wirbelsäulenverkrümmung ein, die ihn monatelang ans Bett fesselten.

1793 wurde er zum Mitglied der Royal Society in London ernannt.

Lichtenberg befasste sich mit naturwissenschaftlichen Themen auf breiter Ebene, unter anderem mit der Geodäsie, Meteorologie, Astronomie und Chemie. Als Lehrender war er wegweisend: Er hielt nicht trockene Vorlesungen im Stil der Zeit ab, sondern würzte sie mit praktischen Vorführungen. Mit fliegenden Drachen führte er seinen Studenten die Gewitterelektrizität vor, mit gasgefüllten Schweinsblasen nahm er die Ballonfahrt vorweg.

Als Forscher führte er in der Elektrizitätslehre die Begriffe positive und negative Elektrizität ein. Sein Geschick als Experimentalphysiker stellte er mit der Entwicklung eines 2,5 Quadratmeter großen Elektrophors unter Beweis. Mit dieser Influenzmaschine konnte er sehr hohe Spannungen erzeugen und Funken bis zu 40 cm Länge hervorrufen.

1777 entdeckte er auf dem Staub einer Isolatorplatte des Elektrophors sternförmige Muster, die als Lichtenberg-Figuren bezeichnet werden. Er führte als erster den von Benjamin Franklin erfundenen Blitzableiter in Göttingen und als einer der ersten in Deutschland ein, indem er 1780 und 1794 seine Gartenhäuser mit einem solchen Furchtableiter – wie er ihn nannte – versah.

Über seine naturwissenschaftlichen Entdeckungen hinaus ist Georg Christoph Lichtenberg durch seine von Autoritäten unabhängige, kritisch-analytische Denkweise und die Betonung des Experiments in der Physik einer der wichtigsten Begründer der modernen naturwissenschaftlichen Methodik.