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Gilbert Keith Chesterton

britischer Schriftsteller und Journalist (1874 - 1936)

Gilbert Keith Chesterton wurde am 29. Mai 1874 im Londoner Stadtteil Kensington als Sohn eines Londoner Hausmaklers geboren.

Nach seiner Erziehung an der St Paul’s School besuchte Chesterton die Slade School of Art, um Illustrator zu werden und besuchte nebenher Vorlesungen der Literaturwissenschaft am University College London. Er beendete jedoch keines der beiden Studien mit einem Abschluss, sondern begann 1896 für den Londoner Verlag Redway, and T. Fisher Unwin zu arbeiten, wo er bis 1902 blieb. In diese Zeit fällt seine erste journalistische Arbeit als ein freiberuflicher Kunst- und Literaturkritiker.

In der Folgezeit schrieb Gilbert Keith Chestertons Gedichte, Bühnenstücke, meist aber Prosa: Essays, zahlreiche Erzählungen und Romane. Von manchen Kritikern hochgelobt wurden die Biografien, die er verfasste, beispielsweise über Thomas von Aquin, Franz von Assisi, Charles Dickens, Robert Louis Stevenson und George Bernard Shaw.

Sein kurzer Roman "The Man Who Was Thursday" aus dem Jahre 1908 (dt. 1910 als Der Mann, der Donnerstag war) ist eine politische Satire, die der Phantastischen Literatur zugerechnet werden kann: Ein Komplott anarchistischer Terroristen am Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt sich darin, unter zunehmender Verfremdung der Wirklichkeit, in ein verrückt-göttliches Spektakel. Wie in anderen seiner Schriften wendet sich Chesterton auch in diesem Roman theologisch-philosophischen Fragen zu.

Chestertons bekannteste literarische Schöpfung ist Father Brown, der im Mittelpunkt von insgesamt 49 Kurzgeschichten steht, deren erste 1910 erschien und die in fünf Bänden herausgegeben wurden. Brown ist ein unscheinbarer Geistlicher, der mit psychologischem Einfühlungsvermögen und durch logische Schlüsse auch die scheinbar mysteriösesten Kriminalfälle löst. Im Gegensatz zu anderen bekannten Romanhelden wie Sherlock Holmes und Agatha Christie's Hercule Poirot steht bei Brown nicht so sehr die äußere Logik des Tatherganges, sondern die innere Logik und Motivation des Täters im Vordergrund. 1953 spielte Alec Guinness den detektivischen Seelsorger in "Die seltsamen Wege des Pater Brown" (Father Brown). Nicht zuletzt aus dieser Begegnung mit Chesterton und seiner Verteidigung der katholischen Weltanschauung resultierte später Guinness' eigene Konversion zum katholischen Glauben. Durch die Verfilmung der Pater-Brown-Kriminalkurzgeschichten mit Heinz Rühmann ist Chestertons Werk in den 1960ern auch in Deutschland bekannt geworden. Allerdings sind die Filme in vieler Hinsicht gegenüber den oft grotesk-bizarren und stark von der katholischen Theologie geprägten Buchvorlagen entschärft und dem Geschmack der deutschen 1950/60er angepasst worden.

Am 14. Juni 1936 starb Gilbert Keith Chesterton im englischen Beaconsfield.