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Heinrich von Kleist

deutscher Schriftsteller (1777 - 1811)

Am 18. Oktober 1777 wird Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist in Frankfurt an der Oder geboren. Er war der Sohn des preußischen Offiziers Joachim Friedrich von Kleist und seiner zweiten Frau Juliane Ulrike, geb. von Pannwitz. Nach dem Tod des Vaters wird er bis 1792 von Samuel Henri Catel, einem Prediger und Übersetzer, in Berlin unterrichtet. Er tritt als Gefreiter-Korporal in das Garderegiment Potsdam ein, nimmt am Rheinfeldzug gegen die französische Republik teil und kehrt 1795 nach dem Basler Sonderfrieden nach Potsdam wieder zurück. 1807 unternimmt Kleist eine Reise in den Harz, beginnt mit autodidaktischen Studien in Mathematik, Philosophie und Musik und interessiert sich für die Schriften Christoph Martin Wielands. Zu Luise von Linckersdorf entwickelt er eine schwärmerische Liebe.

Als Leutnant nimmt der 1799 Abschied vom Militär, immatrikuliert sich an der Universität Frankfurt/Oder zum Studium der Rechtswissenschaften und besucht auch Vorlesungen in den Fächern Philosophie, Mathematik und Physik. Im gleichen Jahr schließt er Freundschaft und Verlobung mit Wilhelmine von Zenge. Sie ist die Tochter des Ortskommandanten, mit der er später bricht.

Sein Studium bricht er 1800 ab, kehrt nach Berlin zurück und arbeitet an der Tragödie "Familie Schroffenstein", entwirft seinen Plan zum Drama "Penthesilea", liest Werke von Rousseau und Schiller und erhält eine Anstellung als Volontär im Wirtschaftsministerium in Berlin.

Kants Schrift "Kritik der reinen Vernunft" und "Kritik der Urteilskraft" löst eine schwere Krise aus. Es folgt eine Reise, die ihn über viele Stationen nach Paris führt und eine weitere in die Schweiz. Er begegnet u. a. Heinrich Zschokke, Johann Daniel Falk, Heinrich Geßner und Ludwig Wieland, dem Sohn Christoph Martin Wielands.

Nachdem er 1802 eine Wohnung auf einer Aare-Insel bei Thun bezogen hat ereilt ihn im Juli/August eine schwere Krankheit. 1803 verliebt sich Luise, die dreizehnjährige Tochter Wielands, in Kleist. "Die Familie Schroffenstein" wird veröffentlicht und es erfolgen Reisen nach Dresden und Leipzig, wo er einen Umgang mit Henriette von Schlieben pflegt. Es entstehen Selbstmordpläne und nach weiteren Reisen, u.a. nach Paris erfährt er einen seelischen und körperlichen Zusammenbruch. Er kehrt nach Deutschland zurück.

Es erfolgt 1804 ein Aufenthalt in Mainz. Er wird von dem Arzt und Schriftsteller Georg Wedekind behandelt. In Graz wird "Die Familie Schroffenstein" wird am Nationaltheater uraufgeführt. Mit dem Lustspiel "Der zerbrochene Krug" stellt er ein weiteres Drama 1805 fertig. Die Arbeiten an "Michael Kohlhaas" und "Die Marquise von O..." sowie an den Dramen "Penthesilea" und "Amphitryon" beginnen bzw. gehen weiter.

1807 gerät Kleist gerät in französische Gefangenschaft, woraus er im Juli entlassen wird. Er beendet die Arbeit an der Tragödie "Penthesilea" und schließt das historische Ritterschauspiel "Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe" ab. Weitere Arbeiten erfolgen und im Dezember 1808 stellt er das Drama "Die Hermannsschlacht" fertig. 1811 erscheint "Der zerbrochene Krug". Im September des Jahres die Wiedereinstellung als Offizier in Aussicht gestellt.

Am 21. November 1811 wählt Kleist gemeinsam mit Henriette Vogel am Kleinen Wannsee bei Berlin den Freitod.