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Horaz

römischer Dichter (18.12.65 vCh - 27.11.8 vChr)

Horaz, einer der bedeutendsten römischen Dichter hieß eigentlich Quintus Horatius Flaccus und wurde am 8. Dezember 65 v. Chr. geboren. Sein Geburtsort war die lukanische Stadt Venusia, wo sein Vater, der ehedem ein Sklave war, es zu einem gewissen Wohlstand als Versteigerungsagent gebracht hatte. Andere Quellen sprechen davon, der Vater sei ein Salzfischhändler gewesen. Viel ist über das Leben des Dichters nicht bekannt, weshalb vieles im Dunkeln bleiben muss.

Horaz selbst erhielt eine Ausbildung in einer angesehenen Rednerschule, die der Grammatiker Orbilus führte. Danach studierte er in Athen Philosophie und Literatur. Als im Jahre 44 v. Chr. Cäsar ermordet wurde, schloss er sich in Athen den Gruppen der Cäsarmörder Brutus und Cassius an. Bei Philippi erhielt er als Militärtribun eine Niederlage, was nicht nur seine Militärkarriere dann beendete, sondern zudem auch noch zu einer Enteignung führte, da er der Partei von Brutus und Cassius angehörte.

Er begann eine Stellung als Sekretär und widmete sich nun fortan der Dichtung. Vergil und Varius wurden auf ihn aufmerksam und er kam in Kontakt mit dem Gönner und Adeligen Maecenas, die zu einer großen Freundschaft zwischen diesen zwei sehr unterschiedlichen Menschen führte. Maecenas schenkte Horaz ein Landgut und Horaz vergalt es ihm mit dichterischem Ehrgeiz und Schaffen. Beide verstarben im gleichen Jahre 8 v. Chr.

Horaz machte seine künstlerische Entwicklung in mehreren Stufen, wobei das Frühwerk durch Temperament und Angriffslust gekennzeichnet war. Auch seine Satiren gehörten dazu. Die Oden I-III und Episteln stammten aus der Zeit der klassischen Reife, die zwischen den Jahren 31-20 v. Chr. ihre Blütezeit hatte. Das Spätwerk, das die Oden IV und die Episteln II vor allem umfasste, gilt in der Fachwerk als abgeklärt.

Der römische Satiriker Lucilus war ihm Vorbild für die eigenen Satiren, die er selbst Sermones (Gespräche) nannte. Wichtig war ihm eine gewisse Straffheit, die das Wesentliche kennzeichnete. "Vielfalt in der Beschränktheit" war eines seiner Prinzipien, nach denen er arbeitete. Die Themenpalette von Habgier, Ehebruch, Aberglaube, Schlemmerei und alle Laster, die sozialen Unfrieden stiften wurden in seinen Gedichten immer wieder aufgegriffen. Die Schwächen der Menschen darzustellen und in seinen Werken den Lesern zu spiegeln, war ihm Anliegen. Aber auch Politik, die Liebe und die Philosophie fanden Eingang in sein künstlerisches Schaffen. Die kurzen Gedichte zog er den längeren vor, ließ sie oft wuchtig beginnen und in einer Heiterkeit ausklingen.

Ab 2o v. Chr. ließ er von den Oden ab und widmete sich mehr und mehr den Episteln, wo der seine Lebensphilosophie darlegte. Großen Einfluss hatte Epikur, von dem er einige Grundprinzipien übernahm. So war Schmerz das größte Übel und Freude für ihn das höchste Gut. Das stille Glück im Garten, das sich aus dem Getriebe der Welt heraushält und einen Zustand vollkommener Ruhe und Ungestörtheit lebt, war ihm die wahre Freude.

Als Schulautor erhielt Horaz zwar niemals die Breitenwirkung eines Vergil oder Ovid, fand jedoch Eingang in die Bildung, die nicht nur für die Gelehrten um Karl den Großen oder die späteren Humanisten bedeutend wurde, sondern auch für die französischen Klassiker des 16. und 17. Jahrhunderts.