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Horst Herrmann

deutscher Kirchenrechtler und Kirchenkritiker, Soziologe und Schriftsteller (1940 - )

Der ehemaliger Priester der römisch-katholischen Kirche, Kirchenrechtler und Kirchenkritiker sowie Soziologe und Schriftsteller Horst Herrmann kam am 1. August 1940 in Schruns, das heute zu Österreich gehört, zur Welt. Aufgewachsen ist er jedoch im württembergischen Tuttlingen.

Nach dem Besuch eines humanistischen Gymnasiums studierte Horst Herrmann katholische Theologie in Tübingen, Bonn, München und Rom. 1964 wurde er in Stuttgart zum Priester geweiht und 1970 als jüngster deutscher Universitätsprofessor der Theologie zum ordentlichen Professor für katholisches Kirchenrecht an die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster berufen.

Nach schweren Auseinandersetzungen um seine Forschung und Lehre wurde ihm jedoch bereits 1975 die kirchliche Lehrerlaubnis wieder entzogen: es war dies der erste Fall in der Bundesrepublik. Nach jahrelangen neuen Streitigkeiten im ersten und einzigen sogenannten Lehrbeanstandungsverfahren der Deutschen Bischofskonferenz und der kirchenoffiziellen Verurteilung wegen Häresie, die auch durch den Vatikan bestätigt wurde, trat er 1981 aus der Kirche aus und wechselte 1981 in den Fachbereich Sozialwissenschaften und hatte bis zu seiner Emeritierung 2005 in Münster einen Lehrstuhl für Soziologie inne. Dort forschte er in von ihm geprägten Richtungen wie der feministisch-infantistischen Väterforschung ("Paternologie") sowie der Soziologie der Partnerschaft ("Synontologie") und der Foltermentalitäten und -methoden ("Trochologie").

Seit 1978 ist Horst Herrmann auf Vorschlag von Heinrich Böll Mitglied des PEN. Außerdem ist er Begründer der feministisch-infantistischen Patriarchats- und Väterforschung (Paternologie), der Synontologie (Soziologie der Partnerschaft) und der Trochologie (Folter-Forschung) sowie Herausgeber der bei Goldmann erscheinenden "Bibliothek des Querdenkens" (München). Von ihm liegen 51 Bücher (in mehrere Sprachen übersetzt) und über 200 Beiträge zu religions- und patriarchatskritischen Themen vor. Horst Herrmann gilt als der profilierteste Vertreter seines Fachgebiets. Zu seinen neueren Veröffentlichungen zählen: "Liebesbeziehungen - Lebensentwürfe", "Die Folter" und "Die Heiligen Väter. Päpste und ihre Kinder" sowie "Begehren, was man verachtet. Männer haben Angst vor Frauen"

Im Jahr 2005 erhielt er in Zürich den renommierten Robert-Mächler-Preis für kritische Aufklärung und humanitäres Engagement.