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Karl Julius Weber

deutscher Schriftsteller, Hofrat und Privatgelehrter (1767 - 1832)

Karl Julius Weber wurde 16. oder 20. April 1767 in Langenburg als Sohn eines Rentbeamten in der hohenloheschen Residenzstadt Langenburg geboren. Er besuchte die deutsche und lateinische Schule in Langenburg, ab 1782 das Gymnasium zu Öhringen und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Erfurt.

1790 nahm er in der französischsprachigen Schweiz eine Hauslehrerstelle an, wo er sich mit französischer Literatur und Philosophie vertraut machte. 1792 wurde er Privatsekretär bei dem Grafen von Erbach-Schönberg und 1799 Regierungsrat der Regierungskanzlei zu König im Odenwald. 1802 trat er als Hof- und Regierungsrat in Isenburgsche Dienste, um den Erbgrafen auf seinen Reisen zu begleiten. Die Anstellung endete jedoch im Streit, worauf Weber seinen Abschied nahm und fortan bei der Familie seiner Schwester lebte und sich ganz seinen Studien widmete.

Ein zeitgenössischer Kritiker schrieb über Karl Julis Weber: "Es ist ungeheuer, was der Mann las und fraß: nämlich Bücher". Dieser Ausspruch ist nicht weiter verwunderlich, besaß Weber doch eine reichhaltige Bibliothek, die zuletzt um die 11 000 Bände umfasste. Mit stets gestopfter Pfeife saß Weber in seiner Bibliothek und las und machte sich Notizen. Sein mehr reproduktiver als schöpferischer Geist sammelte in enzyklopädischer Manier alles Erreichbare unter dem Gesichtspunkt des Komischen zusammen. Das so Zusammengelesene wird ergänzt und erweitert durch den reichen Schatz der Weberschen Welt- und Menschenkenntnis. Diverse Einzelheiten weiß er aus dem Gedächtnis hinzuzufügen.

So sind auch seine "Briefe eines in Deutschland reisenden Deutschen" keine Briefe im eigentlichen Sinne sondern kleine Erzählungen. Sie enthalten Webers Betrachten über Länder und Städte sowie Sitten und Gebräuche die Weber lebendig und anschaulich schildert und dabei charakteristischer Anekdoten und eigene Erlebnisse einfließen lässt.

Webers Hauptwerke "Demokritos", dem er vorausahnend den Untertitel gab: "Hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen", entstand über einen Zeitraum von fast dreißig Jahre – wenn auch mit Unterbrechungen. Erst gegen Ende seines Lebens entschloss sich Weber, seine "Enzyklopädie des Lachens" herauszugeben. Er erlebte nur noch den ersten von insgesamt zwölf Bänden.

Am am 20. Juli 1832 starb Karl Julius Weber in Kupferzell.