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Klaus Kinkel

deutscher Politiker (FDP) (1936 - 2019)

Klaus Kinkel wurde am 17. Dezember 1936 in Metzingen als Sohn eines Internisten geboren. Aufgewachsen ist Kinkel jedoch in Hechingen, wo er auch das Staatlichen Gymnasium besuchte. Nach dem Abitur im Jahr 1956 begann Kinkel ein Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Tübingen und Bonn. 1960 legte er das ersten juristische Staatsexamen in Tübingen ab und nach dem Referendariat am Landgericht Hechingen fünf Jahre später auch das zweite juristische Staatsexamen. 1964 promovierte Kinkel an der Universität zu Köln mit einer Schrift über "Die Lehre von Popitz für die Gestaltung des gemeindlichen Finanzausgleichs".

Nach seiner Ausbildung arbeitete Kinkel bis 1968 als Verwaltungsangestellter beim Landratsamt Balingen.

Im Jahr 1968 begann Kinkels politische Karriere als er in das Bundesministerium des Innern berufen wurde. Von 1970 bis 1974 war Kinkel persönlicher Referent von Bundesminister Hans-Dietrich Genscher, zuletzt auch als Leiter des Ministerbüros. 1974, als Genscher die Leitung des Auswärtigen Amtes übernommen hatte, folgte ihm Kinkel und wurde Leiter des Leitungsstabes und 1979 Leiter des Planungsstabes.

Von 1979 bis 1982 war Klaus Kinkel Präsident des Bundesnachrichtendienstes bevor er im Oktober 1982 zum Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz ernannt wurde.

Nach der Bundestagswahl 1990 wurde Kinkel im Januar 1991 Bundesminister der Justiz im Kabinett von Bundeskanzler Helmut Kohl. Nach dem Rücktritt von Hans-Dietrich Genscher übernahm Kinkel im Mai 1992 dessen Amt als Außenminister.

Nach der Bundestagswahl 1998 schied Kinkel aus der Bundesregierung aus und ist seitdem als selbständiger Rechtsanwalt in Sankt Augustin tätig.

Trotz seiner hohen Ämter war Kinkel in seinen frühen Jahren parteilos. Erst 1991, nach seiner Ernennung zum Bundesminister, wurde er Mitglied der FDP, deren Bundesvorsitzender er von 1993 bis 1995 war. Als Parteivorsitzender hatte Kinkel jedoch kein glückliches Händchen. Die von ihm geführte FDP scheiterte in 12 von 14 Wahlen an der 5% Hürde. Kinkel verzichtete deshalb auf eine weitere Amtszeit und übergab die Führung der Partei an Wolfgang Gerhardt.

Als Außenminister engagierte sich Klaus Kinkel insbesondere für Afrika. 1993 sagte er vor Bonner Afrika-Botschaftern: "Die wachsende Armut Afrikas bedroht auch die Stabilität Europas". Kinkel sah die Gefahr einer verstärkten Auswanderung nach Europa und damit den Kampf gegen Afrikas Armut nicht allein als eine humanitäre Frage, sondern auch als Eigeninteresse der Europäer.