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Lido 'Lee' Iacocca

amerikanischer Industriemanager (1924 - 2019)

Lee Iacocca symbolisiert wie kaum ein anderer Top-Manager den Typus des hemdsärmeligen Machers. Er war einer der erfolgreichsten und auch einflussreichsten amerikanischen Manager in der Automobilindustrie, wo er für verschiedene Unternehmen, vorwiegend jedoch für Ford und Chrysler, arbeitete.

Geboren wurde Lee Iacocca am 15. Oktober 1924 in Allentown im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania, als Sohn italienischer Einwanderer.

Iacocca absolvierte die Allentown High School (heute bekannt als William Allen High School) mit Abschluss im Jahr 1942. Anschließend begann machte er einen Abschluss als Ingenieur an der Lehigh University im benachbarten Bethlehem, Pennsylvania.

Nach seinem Abschluss an der Lehigh Universität gewann Iacocca den Wallace Memorial Fellowship Förderpreis und besuchte die Universität in Princeton, wo er als Wahlfächer Politik und Kunststoffe belegte.

Im August 1946 kam Iacocca zur Ford Motor Company. Nach einem kurzen Gastspiel als Ingenieur bat er darum, nach Vertrieb und Marketing wechseln zu dürfen. Es war der Start für eine blühende Karriere.

Während der Arbeit im Bezirk Philadelphia als Vertriebsassistent erlangte Iacocca landesweite Aufmerksamkeit mit seiner "56 '56"-Kampagne. Diese propagierte die Kredite Fahrzeuge des Modelljahrs 1956 mit 20% Anzahlung und Monatsraten zu $56 für drei Jahre. Die Kampagne wurde landesweit übernommen und Iacocca in nach Dearborn berufen, wo er mit schnellen Schritten die Karriereleiter aufwärts kletterte.

Im November 1960 wurde Iacocca Vize-Präsident und Generalmanager der Ford Abteilung, im January 1965 Fords Vize-Präsident der Auto-und LKW-Gruppe, in 1967 Executive Vize-Präsident und schließlich am 10. Dezember 1970 Präsident der Ford Motor Company.

Iacocca beteiligte sich an der Gestaltung von mehreren erfolgreichen Ford Autos, vor allem der Ford Mustang, der Lincoln Continental Mark III und der Ford Escort sowie der Wiederbelebung der Mercury-Marke in den späten 1960er Jahren einschließlich der Einführung der Mercury Cougar und Mercury Marquis.

Er förderte auch andere Ideen, die den Markt nicht als Ford-Produkte erreicht haben. Diese beinhalteten Autos, die letztlich von Chrysler eingeführt wurden: das K Auto und der Minivan.

Nach Streiterein mit Henry Ford II wurde Iacocca am 13 Juli 1978 gefeuert, obwohl die Firma 2 Mrd. Dollar Jahresgewinn erwirtschaftet hatte.

Lee Iacocca heuerte daraufhin beim Chrysler-Konzern an, der damals bereits angeschlagen war. 1979 rettete Iacocca Chryseler mit Staatskrediten. 1981 lieferte Chrysler die ersten Wagen K-Car Serie aus: den Dodge Aries und Plymouth Reliant. 1987 leitete Iacocca den die Übernahme von AMC, die Chrysler eine profitable Jeep-Reihe brachte.

Seinerzeit war sich Iacocca nicht zu schade, selbst in der Werbung aufzutreten und allen zu Verkünden, dass der Stolz (der Marke Chrysler) zurück sei. Aus der Zeit stammt auch der Spruch, der zu Iacoccas Markenzeichen wurde: "Wenn Sie ein besseres Auto finden können, kaufen Sie es." ("If you can find a better car, buy it.")

Ende 1992 zog sich Iacocca von Chrysler zurück.

Lee Iacocca gründete auch eine gemeinnützige Stiftung und betätigte sich als Buchautor und Philantroph. Politisch unterstützte er George Bush aber wetterte 2007 auch gegen die Regierung George W. Bush im Vorwort seines Buches "Where Have All the Leaders Gone" mit den deftigen Worten: "Eine Bande ratloser Kerle ist gerade dabei, unser Staatsschiff auf eine Klippe zu steuern. […] Schmeißt die Penner raus!"