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Norbert Blüm

deutscher Politiker (CDU) (1935 - )

Norbert Sebastian Blüm kam am 21. Juli 1935 in Rüsselsheim als Sohn eines Schlossers und Busfahrers zur Welt. Nach dem Abschluss der Volksschule wurde er Werkzeugmacherlehrling und arbeitete sieben Jahre bei Opel.

Ab 1957 nutzte Blüm den zweiten Bildungsweg und besuchte das Abendgymnasium des Ketteler-Kollegs Mainz wo er 1961 das Abitur bestand. Anschließend studierte er bis 1967 an der Universität Bonn die Fächer Philosophie, Germanistik, Geschichte und, als ehemaliger Messdiener, Theologie (unter anderem bei Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI.). Dabei wurde er sowohl von der Stiftung Mitbestimmung, die eine Vorläuferin der Hans-Böckler-Stiftung ist, als auch der VW-Stiftung gefördert. 1967 erfolgte seine Promotion zum Dr. phil. mit einer Arbeit über die "Willenslehre und Soziallehre von Ferdinand Tönnies. Ein Beitrag zum Verständnis v. 'Gemeinschaft und Gesellschaft'".

Von 1966 bis 1968 war Norbert Blüm Redakteur bei der CDA-Monatszeitschrift "Soziale Ordnung".

Dem Sozialwesen galt schon immer das Interesse Norbert Blüm, der sich gerne für seine Mitmenschen einsetzte. Bereits während der Zeit seiner Abendschule, Ende der 1950er, war Blüm 1. Stammesvorsitzender der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg in Rüsselsheim.

Seine parteipolitische Heimat fand Norbert Blüm bereits in 1950, wo er in die CDU eintrat. Im Laufe der Jahre wurde Blüm Mitglied in verschiedenen Gremien und war schließlich als Vorsitzender der Sozialausschüsse der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft für Fragen der Mitbestimmung, der beruflichen Bildung sowie der Vermögensbildung der Arbeitnehmer zuständig.

Seit 1969 war Blüm Mitglied des CDU-Bundesvorstands und seit 1981 Mitglied des CDU-Präsidiums. In den Jahren 1998-2000 war Norbert Blüm stellvertretender Vorsitzender der CDU.

1972 zog Blüm erstmals in den Bundestag ein. In 1981 gab er sein Bundestagsmandat jedoch auf, um den Regierenden Bürgermeisters von Berlin Richard von Weizsäcker zu unterstützen und übernahm das Amt des Senators für Bundesangelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes Berlin beim Bund in Bonn. Erst ab 1983 war Blüm wieder Abgeordneter des Bundestages.

Unter Bundeskanzler Helmut Kohl war Norber Blüm vom 4. Oktober 1982 bis 26. Oktober 1998 war Blüm Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Norbert Blüm ist damit der einzige Bundesminister, der während der gesamten Kanzlerschaft von Helmut Kohl dem Kabinett angehörte.

Von 1987-99 war Norbert Blüm CDU-Vorsitzender in Nordrhein-Westfalen über deren Landesliste er auch zuletzt in der 14. Wahlperiode 1998 in den Deutschen Bundestag eingezogen.

Im Frühjahr 2000 erfolgte Blüms Rückzug aus der Politik. Bereits nach 1998 fand Blüm seine Ansichten in der CDU nur noch in geringem Maß vertreten und kritisierte seine Partei des öfteren, die ihn wiederum teils als "Herz-Jesu-Marxist" belächelte und ihn auf dem Leipziger Parteitag der CDU von 2003 wegen seiner Kritik an der eigenen Partei sogar auspfiff.

Für Norbert Blüm war das soziale Engagement jedoch mehr als ein Image. In seiner Tätigkeit bezog er sich immer wieder auf die Christliche Soziallehre. Diese, so Blüm in einer späteren Ausführung, "verteidigt das Privateigentum, aber in sozialer Bindung. Die christliche Soziallehre verbindet also individuelle mit sozialen Rechten und Pflichten."

Zu den wichtigen Errungenschaften seiner Laufbahn als Minister gehört unter anderem die Einführung der Pflegeversicherung.

Bereits im Jahr 1991 erschien ein Buch Norbert Blüms mit dem Titel "Unverblümtes von Norbert Blüm", der treffender nicht hätte sein können. Norbert Blüm bevorzugte in seinen Reden immer eine einfache, volksnahe und manchmal auch blumige Sprache, mit der er seine Ansichten auf den Punkt brachte und damit oft das ausdrückte, was den Menschen auf der Straße am Herzen lag. Seinem Humor verdankt Norbert Blüm nicht nur einen Teil seiner Beliebtheit sondern auch diverse Fernsehauftritte. So war er von 2000 bis 2005 im Rateteam bei Was bin ich? auf kabel eins und auch des öfteren Gast bei Comedy und Kabarett-Programmen.