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Paul Heyse

deutscher Schriftsteller (1830 - 1914)

Paul Heyse wird am 15. März 1830 in Berlin geboren. Er entstammt dem Bildungsbürgertum. Die Mutter Julie Saaling, aus der Verwandtschaft der Familie Mendelssohn-Bartholdy entstammend, verkehrt in den jüdischen Berliner Salons. Paul Heyse wählt das Studium der Klassischen Philologie in Berlin und studiert in Bonn Kunstgeschichte und Romanistik. Seine Promotion zum Dr. phil erhält er 1852. Eine Studienreise nach Rom, Modena, Venedig und Florenz schließt sich an, die er dem Studium der provenzalischen Lyrik widmet. 1853 wird er Privatgelehrter in Berlin und heirat im Mai des folgenden Jahres Margarethe Kugler.

Maximilian II. beruft ihn nach München, wo er sich eine herausragende Stellung als Literat aufbauen kann. Er gründet die Dichtervereinigung „Krokodil“ und erhofft sich dadurch die Belebung der Literatur in München. Seine Frau stirbt am 30. September 1862. Fünf Jahre später heiratet der Witwer Heyse Anna Schubart. Er verzichtet auf die bayerische Pension und verbringt den Winter ab 1868 häufig am Gardasee. Er wird in den Reis der Ritter des Maximilans-Ordens aufgenommen und erhält 1884 den Schillerpreis. 1910 wird Paul Heyse in den Adelsstand erhoben und erhält den Nobelpreis für Literatur. Die Stadt München ernennt ihn zum Ehrenbürger anlässlich seines 80. Geburtstages. 1914 stirbt Heyse am 2. April und wird in München bestattet.

Bekannt wurde der Schriftsteller vor allem durch seine Novellen. Er wurde zu einem der deutschen Lieblingsautoren seiner Zeit. Seine Poesie galt als formvollendet und folgte den klassischen Idealen Goethes. Auch die Menschen der Arbeiterklasse lasen Heyse und er galt als Künstlerfürst. Er selbst war bereits ein ausgesprochener Gegner des Naturalismus, bevor diese Anschauung in Deutschland erst richtig Fuß gefasst hatte.

Heyse setzte sich auch aktiv für die Rechte der Autoren ein und versuchte das Selbstbewusstsein seines Berufsstandes zu stärken. Er half anderen Autorenkollegen, bot ihnen Hilfe und Freundschaft an. So unter anderem Hermann Kurz, der immer wieder von ihm ermuntert wurde oder auch Theodor Storm, für dessen Werke er sich einsetzte. Auch für Theodor Fontane verwandte er sich beim bayerischen König Maximilian II.

Nicht weniger als 177 Novellen schuf er, jedoch von uneinheitlicher Qualität, wozu er in seiner Biographie "Jugenderinnerungen und Bekenntnisse" (Berlin 1900) auch offen stand. Sie wurde zu einer der spannendsten Autobiographien des 19. Jahrhunderts.