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Peter Bamm

deutscher Schriftsteller und Chirurg (1897 - 1975)

Der Vater des Schriftstellers und Arztes Peter Bamm, geboren am 20. Oktober 1897 als Curt Emmerich, war Betriebsschlosser in Hochneukirch, heute ein Teil von Jüchen im Rheinland. Aber hier verbrachte er nur wenige Jahre, denn als der Vater im Alter von nur 43 Jahren gestorben war, ist die Mutter mit dem Jungen nach Sachsen gezogen. Der Jugendliche meldete sich als Freiwilliger zum Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918). Nach dem Krieg ging er 1918 zum Medizinstudium nach München, Göttingen und Freiburg. Darüber hinaus studierte er noch Sinologie.

Nach seinem Studium wurde Peter Bamm Schiffsarzt. Der Beruf ermöglichte ihm mehrfache Reise um die Welt. Es war schließlich noch nicht die Zeit der Containerschiffe, die es nicht einmal mehr der Besatzung ermöglichen, an Land zu gehen. Es ging noch alles viel gemütlicher zu, man konnte sich umschauen. Nach seiner Seefahrerzeit ließ er sich als Arzt in Berlin-Wedding nieder.

Bamm (Emmerich) hatte eine humanistische Schulbildung. Das dürfte der Grund sein, dass er sich neben seiner ärztlichen Tätigkeit auch für viele andere Wissensbereiche interessierte.

Schon zu Beginn der 1920er Jahre schrieb er Artikel für die Deutsche Allgemeine Zeitung (DAZ). Die Nazis erzwangen das Ausscheiden des Chefredakteurs Fritz Klein. Klein gab aber nicht auf, er gründete die Wochenzeitung Deutsche Zukunft. Emmerich ging mit. Hier konnten Klein und Emmerich einigermaßen arbeiten, ohne dass die Nationalsozialisten allzu sehr einmischen konnten.

1940 jedoch wurde Klein zur Wehrmacht einberufen. Die Wochenzeitung "Deutsche Zukunft" ging in einer neuen nationalsozialistischen Zeitschrift "Das Reich" auf. Da Emmerich aber nicht für die Nazis arbeiten wollte, ging er als Arzt in die Wehrmacht und nahm an den Feldzügen in Frankreich und Russland teil. Er arbeitete als Leiter von Lazaretten und half allen Verletzten, gleich welcher Nation. Hier lernte er auch seine Frau kennen, mit der er später eine Tochter hatte. In Dänemark wurde er dann von der Britischen Armee gefangen genommen.


Neuanfang nach dem Krieg


Nach dem Krieg suchten die Alliierten nach unbelasteten Menschen, Menschen, die nicht mit den Nazis kooperiert hatten. Sie sollten bei Zeitung und Rundfunk für sie arbeiten und die neue Gesellschaft vorbereiten. So konnte Emmerich in Hamburg beim British Forces Broadcasting Service anfangen. Immerhin war er einer der wenigen Ärzte, die sich auch in der Nazi-Diktatur gegen die Eugenik gewandt haben. Die Eugenik war der Vorläufer des menschenvernichtenden Euthansieprogramms. Nach dem Krieg entschloss er sich, nicht mehr als Arzt zu tätig zu sein. Stattdessen arbeitete für Zeitungen und den Bayrischen Rundfunk. Von 1952 bis 1957 fuhr er in den Nahen und mittleren Osten.

Peter Bamm verfasste etliche medizinische und naturwissenschaftliche Texte. Bekannt geworden ist er mit seinen Kulturhistorischen Reiseberichten, einer Biografie (Alexander oder die Verwandlung der Welt) und seiner Autobiografie (eines Menschen Zeit). Damit erreichte er zu seiner Zeit ein Millionenpublikum, das seine populärwissenschaftlichen Bücher verschlang. Heute, in Zeiten von Internet und überall verfügbarem Wissen sind seine Bücher nur noch antiquarisch und/oder gebraucht zu bekommen. Namen seiner journalistisch-publizistischen Wegbereiter wie Pearl S. Buck, Gertrud Bäumer oder Ina Seidel sind gleichfalls vergessen. Allenfalls Peter von Zahn ist heute auch noch gelegentlich präsent.

1972 wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. An den Gegner des Nationalsozialismus erinnert auch die Bundeswehr. Deren Kaserne in Munster trägt seit 1986 seinen Namen. Und er selbst durfte noch erleben, dass in seinem Heimatort die Mehrzweckhalle nach ihm benannt wurde. Einige Monate nach der Benennung ist er in der Schweiz gestorben, wohin er sich mit seiner Frau zurückgezogen hatte. Beerdigt worden ist er auf dem Friedhof in Hannover-Stöcken.

Einige Bücher von Peter Bamm: Die kleine Weltlaterne, Anarchie mit Liebe, Die unsichtbare Flagge, Frühe Stätten der Christenheit, An den Küsten des Lichts, Alexander oder die Verwandlung der Welt, Eines Menschen Zeit.