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Ralph Waldo Emerson

amerikanischer Schriftsteller und Philosoph (1803 - 1882)

Ralph Waldo Emerson war der Führer der amerikanischen Transzendentalisten, der seine wesentlichen Ideen bereits 1836, im Alter von 33 Jahren, in seinem ersten Buch, "Nature", veröffentlichte. In dieser Sammlung von Essays tritt er für seinen Glauben ein, dass Menschen in einfacher Art und Weise mit der Natur und auch mit sich selbst leben sollen. Zusammen mit Amos Bronson Alcott, Margaret Fuller, und Henry David Thoreau gründete er 1840 die Zeitschrift The Dial (1840–44), die als "Medium für neue Ideen und Äußerungen, die ernsthafte Denker in jeder Gesellschaft interessieren" gedacht war.

Ralph Waldo Emerson wurde am 25. Mai 1803 als drittes von acht Kindern in Boston, Massachusetts, geboren. Sein Vater, William Emerson, war unitarischer Pastor und starb, als Emerson acht Jahre alt war. Es war die erste Begegnung mit dem frühen Tod. Alle drei Brüder starben früh, seine erste Frau mit 20 und sein erster mim Alter von 5 Jahren, ein Schicksalsschlag, den Emerson nie wirklich überwunden hat, obwohl er zwei weitere Kinder hatte.

Nach dem Tod des Vaters musste die Mutter mit der Hilfe von Emersons Tante Mary Moody Emerson, einer intellektuellen, exzentrischen und vom Tod besessenen Puritanerin, die Kinder durchbringen und so wurde die Tante zu einem der stärksten Impulsgeber für den jungen Emerson.

Mit neu Jahren kam Emerson in 1812 zur Boston Latin School; ab Oktober 1817, im Alter von 14 Jahren, besuchte Emerson das Harvard College und graduierte dort 1825. Zu der Zeit war Emerson nicht als herausragender Student bekannt, sondern rangierte ziemlich im Mittelfeld seines Jahrgangs.

In 1826 bekam Emerson die Lizenz, als unitarischer Pastor zu arbeiten. Drei Jahre später wurde er als Assistent von Henry Ware an die Unitarian Second Church of Boston berufen.

Am 30. September 1829 heiratete er Ellen Louisa Tucker, die am 8. Februar 1831 im Alter von 19 Jahren starb. Nach dem Tod seiner Frau begab er sich auf eine Europareise, auf welcher er zwischen 1832 und 1833 Bekanntschaft mit Thomas Carlyle, William Wordsworth und Samuel Taylor Coleridge machte. Auf dieser Reise lernte Emerson auch den deutschen Idealismus und indische Philosophien kennen, was später in seinem Werk Spuren hinterlassen sollte.

Nach seiner Rückkehr heiratete er 1835 Lydia Jackson und zog mit ihr nach Concord in Massachusetts. Sie hatten vier gemeinsame Kinder, von denen der erste Sohn, Waldo Emerson, bereits im Alter von 5 Jahren starb.

In 1845 begann Emerson eine Vortragsserie über den "Nutzen großer Männer", die 1850 in der Veröffentlichung "Representative Men" mündete. In jenem Jahr hielt Emerson rund 180 Vorlesungen; im Laufe seiner 40-jährigen Karriere sollten es rund 1.500 öffentliche Vorlesen werden. Er reiste dazu bis nach Kalifornien und nach Kanada. Die meiste Zeit verbrachte er dennoch in Massachusetts.

Auf seiner Englandreise in 1847 begegnete Emerson vor allem der aufkommenden Industrialisierung und dem Auseinanderdriften zwischen Ober- und Unterschicht. Als er neun Monate später wieder zurückkehrte, hatte er ein neues Verständnis für die englische Kultur entwickelt, die er in seinen Vorlesen "Natural History of Intellect" und 1856 in seinem Buch "English Traits" weitergab.

In 1851 begann Emerson eine Vorlesungsserie die 1860 als "The Conduct of Life" veröffentlicht wurde.

Emerson war zu der Zeit tatkräftig, im besten Mannesalter, und reiste regelmäßig zu Vorlesungen. Aber er fühlte eine ansteigendes Bewusstwerden seiner Grenzen und seiner ihn verlassenden Energie.

Er war berühmt geworden, eine zentrale Figur der amerikanischen Literaturlandschaft, ein Lichtgestalt, die sowohl Erwachsenenbildung als auch Satire verbreitete. Emerson wurde eine unergründliche Inspiration für viele Autoren, insbesondere Henry Thoreau und Walt Whitman. Er hielt regelmäßig Reden gegen die Sklaverei, allerdings nie so feurig wie Theodore Parker.

In 1857 schrieb Emerson ein Essay mit dem Titel "Memory" ("Gedächtnis"). Es ist wohl eine Ironie des Schicksals, dass in späteren Jahren sein eigenes Gedächtnis nachließ.

Bereits ab 1867 hatte Emerson immer stärker werdende Gesundheitsprobleme und schrieb deutlich weniger für seine Magazine. In der Folge zog sich Emerson immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Um die Jahreswende 1871/72 begannen zudem Emerson Gedächtnisprobleme, vor allem nachdem in 1872 sein geliebtes Haus abbrannte. Zum Ende des Jahrzehnts vergaß Emerson mitunter sogar seinen eigenen Namen und wenn man ihn nach seinem Befinden fragte, so pflegte er zu antworten: "Ganz gut; ich habe meine geistigen Fähigkeiten verloren, aber bin ok". Eine traurige Erkenntnis für einen Mann, dessen Wirken auf seiner Geisteskraft beruhte.

Am 27. April 1882 starb Ralph Waldo Emerson in Concord, Massachusetts. Seine Arbeit und seine Philosophie machten ihn zu einem der einflussreichsten amerikanischen Autoren des 19. Jahrhunderts wirken bis heute weiter. Die amerikanischen Transzendentalisten betrachten Ralph Waldo Emerson bis heute als einen ihrer wichtigsten Autoren.