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Robert Bosch

deutscher Industrieller, Ingenieur und Erfinder (1861 - 1942)

Der Ingenieur und Erfinder Robert Bosch ist der Namensgeber des heute weltweit agierenden Konzerns mit mehr als 300.000 Mitarbeitern. Getreu des Boschschen Lebensmottos, dass man mit ehrlichem Einsatz und eiserner Disziplin seine Ziele erreichen kann, auch wenn sich Krisen in den Weg stellen, beteiligt sich der Konzern nicht an der Entwicklung von Waffentechnik und hält auch in Auslandsniederlassungen hohe soziale Standards im Umgang mit den Mitarbeitern ein.

Robert Bosch selbst hatte 1937 in seinem Testament verfügt, dass die Erträge des Unternehmens gemeinnützigen Zwecken zugeführt werden sollen und legte auch gleich die Grundzüge der 1964 von seinen Nachfolgern umgesetzten und bis heute gültigen Unternehmensverfassung fest. In diesem Zusammenhang wurde 1964 die Gemeinnützige Vermögensverwaltung Bosch GmbH gegründet, aus der 1969 die Robert Bosch Stiftung hervorging.

Doch wer war dieser erfindungsreiche Industrielle, der scheinbar mühelos Geschäft und soziales Engagement unter einen Hut brachte?

Geboren wurde Robert Bosch am 23. September 1861 in Albeck bei Ulm als das zweitjüngste von zwölf Kindern. Die Eltern gehörten der regionalen bäuerlichen Oberschicht an.

Boschs Vater war Gastwirt und Freimaurer. Er war selbst über seinen Stand hinaus gebildet und legte großen Wert auf eine gute Ausbildung seiner Kinder.

Von 1869 bis 1876 besuchte Robert Bosch die Ulmer Realschule und absolvierte danach eine Mechanikerlehre.

Vom 1. Oktober 1881 an leistete Robert Bosch als Einjährig-Freiwilliger seinen Militärdienst in Ulm ab. Er beendete seinen Dienst als Unteroffizier, schlug die in Aussicht gestellte Offizierslaufbahn jedoch aus.

Ab Oktober 1882 arbeitete Bosch einige Jahre bei verschiedenen Unternehmen, darunter in den USA bei Edison und Großbritannien bei Siemens Brothers & Co.

Am 15. November 1886 eröffnete Robert Bosch in Stuttgart mit einem Gesellen und einem Lehrling eine "Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik" aus der die heutige Robert Bosch GmbH.

Erste wirtschaftliche Erfolge hatte Bosch 1887 mit seiner Verbesserung des ursprünglich von Siegfried Marcus entwickelten Magnetzünders, die in stationäre Gasmotoren eingebaut wurden. Es war der Vorläufer der Zündkerze, die zur Erzeugung eines elektrischen Funkens diente, mit dem das Gasgemisch in einem Verbrennungsmotor zur Zündung bringen konnte.

Zehn Jahre später gelang es Boschs Mitarbeiter Arnold Zähringer, einen solchen Magnetzünder für einen schnell laufenden Kraftfahrzeugmotor zu entwickeln und löste damit löste eines der größten technischen Probleme der damals noch jungen Automobiltechnik. Allerdings dauerte es weitere 4 Jahre bis Boschs Ingenieur Gottlob Honold 1901/02 den Hochspannungsmagnetzünder entwickelte, der auch in den immer schneller laufenden Benzinmotoren eingesetzt werden konnte.

Die Zündkerzentechnologie war lange Zeit Boschs Basisgeschäft, das er noch vor der Jahrhundertwende auf das Ausland ausdehnte, zunächst 1898 nach Großbritannien und andere europäische Länder, dann 1906 auch erstmals in den USA.

In den 1920er Jahren baute Robert Bosch sein Unternehmen von einem handwerklich produzierenden Automobilzulieferer zum weltweit tätigen Elektrotechnik-Konzern um.

Bereits in jungen Jahren war Bosch als demokratischer und ehrlicher Freigeist bekannt. In den 1880er Jahren wurde er Mitglied der amerikanischen Organisation Knights of Labor, die eine Mischung aus Geheimloge und Gewerkschaft war.

Im Ersten Weltkrieg profitierte Bosch vom Verkauf seiner Produkte, investierte diese jedoch wieder. So verwendete er 20 Millionen Goldmark zum Bau des Neckarkanals und zur Gründung von technischen, bildungspolitischen und sozialen Stiftungen.

Von Anfang an war Bosch die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter ein besonderes Anliegen. Im Bewusstsein der sozialen Verantwortung des Unternehmers führte er bereits 1906 als einer der ersten in Deutschland die achtstündige Arbeitszeit sowie vorbildliche soziale Leistungen für die Mitarbeiter ein.

1940 übergab Bosch ein von ihm gestiftetes Krankenhaus in Stuttgart seiner Bestimmung. Der 1969 entstandene Neubau trägt noch heute den Namen Robert-Bosch-Krankenhaus.

Bosch sah sich selbst als Sozialdemokrat und war kein Freund der Nationalsozialistischen Machtergreifung. Der Zweite Weltkrieg brachte Bosch in arge Gewissenskonflikte. Sein Unternehmen übernahm Rüstungsaufträge und beschäftigte während des Krieges Zwangsarbeiter. Auf dem Gelände der Bosch-Tochterfirma Dreilinden Maschinenbau GmbH befand sich das zum Konzentrationslager Sachsenhausen gehörige Außenlager Kleinmachnow. Gleichzeitig unterstützte Robert Bosch aktiv den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Er hatte Verbindungen zu Carl Goerdeler und anderen Männern des 20. Juli 1944. Er rettete mit seinen engsten Mitarbeitern Juden und andere Verfolgte des Nationalsozialismus vor der Deportation. Laut Historiker Arno Lustiger zählt Bosch zu den Industriellen, "die alles taten, um jüdische Angestellte und deren Familien zu retten".

Am 12. März 1942 starb Robert Bosch in Stuttgart an einer Ohrenentzündung. Die Familie konnte nicht verhindern, dass die Nationalsozialisten Boschs guten Ruf durch ein inszeniertes Staatsbegräbnis vereinnahmten. Doch auch Boschs Nachkommen setzen sich für soziale Belange ein und hatten großen Anteil daran, dass Robert Boschs Lebenswerk als das von ihm gewünschte gemeinnützige Unternehmen mit hohen sozialen Standards erhalten blieb.