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Sigmund Graff

deutscher Aphoristiker und Bühnenschriftsteller (1898 - 1979)

Sigmund Graff kam am 7. Januar 1898 in Roth bei Nürnberg als Sohn eines Rechtsanwalts und Bürgermeisters von Roth zur Welt.

Inspiriert durch die Schlacht von Langemarck meldete er sich nach Abschluss seiner Schulausbildung als Freiwilliger für den Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg begann Graff ein Studium der Nationalökonomie und arbeitete nebenbei als Journalist.

In den Jahren 1924 - 1933 war Graff Mitarbeiter von Franz Seldte im Stahlhelm und gleichzeitig Redakteur der gleichnamigen Parteizeitung.

1926 publizierte er unter dem Pseudonym C.E. Hintze das Buch "Die endlose Straße", in dem seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg verklärend dargestellt wurden.

In den Jahren 1930 - 1936 erfuhr Sigmund Graff erste große Erfolge im In- und Ausland, darunter in Österreich und Italien.

1933 erfolgte Graffs Ernennung zum Referenten ins Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, in dem er Mitarbeiter des Reichsdramaturgen Rainer Schlösser wurde.

1938 wurde Graff zum Regierungsrat befördert. Bedingt durch seine Arbeit in Goebbels Ministerium trat Graff 1937 in die NSDAP ein.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Graff in die Presse- und Propagandaabteilung des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) versetzt und verbreitete in seinen Publikationen die üblichen Durchhalteparolen. Bei Kriegsende war er Hauptmann im NS-Führungsstab des OKW, der bald darauf in alliierte Kriegsgefangenschaft geriet.

Nach dem Kriegsende 1945 wehrte sich Graff vehement dagegen, mit dem NS-Regime in Zusammenhang gebracht zu werden. Im Spruchkammerverfahren 1948 ging Graff als "Entlasteter" hervor, und konnte noch im selben Jahr seine Arbeit als freier Schriftsteller wieder aufnehmen.

Wegen angeblich einseitiger Darstellung seiner NS-Vergangenheit ging Graff später mehrfach vor Gericht, wobei er aber nicht immer erfolgreich war.

Am 18. Juni 1979 verstarb der Schriftsteller und Dramatiker im Alter von 81 Jahren in Erlangen.

Graff verdankt seine bis heute andauernde Bekanntheit neben diversen Bühnen- und Lyrikwerken vor allem seinen Aphorismen. 1955 erschien sein erstes Aphorismenbuch "Vom Baum der Erkenntnis. Wahrheiten und Bosheiten." Später folgten "Man sollte mal darüber nachdenken ... Aphorismen, Fragmente und zeitgemäße Bemerkungen" (1963), "Lächelnde Weisheiten" (1967) und "Lockvögel der Wahrheit" in 1968. Im Jahr 1970 erschien der Band "Abenteuer der Herzen. Gedanken um die Liebe".