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Simon Dach

deutscher Dichter (1605 - 1659)

Mit 21 Jahren immatrikulierte sich Dach 1626 an der Universität Königsberg für die Fächer Philosophie und Theologie
Ab wurde er 1633 zunächst Lehrer an der Domschule, drei Jahre später Konrektor
arbeitete als Korrektor an der Domschule zu Königsberg
ab 1639 Professor für Poesie an der Universität tätig;
1640 promovierte Dach in Königsberg
1656 wurde Dach Direktor der Universität Königberg

galt als bedeutendstes Mitglied des Königsberger Dichterkreises
schrieb Lieder und Gedichte, die sich oft mit den alltäglichen Dingen des Lebens befassten
bei Anlässen wie Beerdigungen oder Hochzeiten dichtete er auch auf Bestellung und verdiente sich so teilweise seinen Lebensunterhalt

Sein Freund Adrian Brauer eröffnete ihm die Welt der Literatur, und Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg ernannte Dach 1639 zum Professor für Dichtkunst an der Universität Königsberg. 1656 wurde er Rektor der Universität. Auf diesem Posten war er derart erfolgreich, dass der Große Kurfürst ihm zwei Jahre später zum Dank das Landgut Kuikeim (bei Königsberg) schenkte.

Dach schrieb mit erstaunlicher Fertigkeit auf Bestellung Kasualdichtungen, die stets gedruckt wurden, nicht selten drei oder vier pro Woche. Dies bescherte ihm ein lukratives Nebeneinkommen. Dünnhaupt verzeichnet mehr als 1200 Einzeldrucke dieser Gedichte zwischen 1638 und 1658, die von den Zeitgenossen eifrig gesammelt wurden. Ein Buch hat Dach nie veröffentlicht.

Von der weltlichen Lyrik Dachs hat nur "Anke van Tharaw" die Zeit überdauert, dessen Autorschaft aber nicht gesichert ist. Dieses plattdeutsche Lied schrieb er 1637 für Anna Neander, die Braut des Predigers Johannes Portatius. Johann Gottfried Herder übertrug es später in die hochdeutsche Form, in der es heute bekannt ist: "Ännchen von Tharau". Viele von Dachs Gedichten wurden von Heinrich Albert und dem Kantor der Domschule Johann Stobäus vertont. Mit 49 Jahren erkrankte Simon Dach 1654 an Schwindsucht. Nach jahrelanger Krankheit starb er am 15. April 1659 in Königsberg.

In der Erzählung "Das Treffen in Telgte" von Günter Grass (1979) ist Simon Dach das schützende Dach des fiktiven Dichtertreffens: eine Hommage an Hans Werner Richter und die Gruppe 47.

Zwei seiner Kirchenlieder "Ich bin ja, Herr, in deiner Macht" und "O, wie selig seid ihr doch, ihr Frommen" sind später von Johann Sebastian Bach vertont worden. Auch Max Reger schrieb über das letztere Lied seine gleichlautende Choralkantate.